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Wer für das verlängerte Wochenende auf Altweibersommerwetter gehofft hat, wird wohl enttäuscht. Lichtblicke sind zwar dabei, alles in allem wird es aber wechselhaft und dann sogar immer kühler.

Die Abbildung zeigt den zeitlichen Verlauf der Höchsttemperatur für Frankfurt am Main, beginnend mit dem heutigen Donnerstag. Es handelt sich um eine sogenannte Ensemblevorsage. Sie setzt sich aus einer größeren Anzahl an Modellvorhersagen zusammen (dünne Kurven), die jeweils von einem leicht veränderten Anfangszustand der Atmosphäre zum Starttermin der Modellrechnungen (hier 0 Uhr Weltzeit) ausgehen.

Mit Hilfe solcher Ensemblerechnungen kann abgeschätzt werden, wie zuverlässig die Vorhersage zu diesem bestimmten Zeitpunkt ist. Je enger beieinander die Kurven verlaufen, desto verlässlicher stellt sich die Prognose dar. Naturgemäß streuen die Kurven umso mehr, je weiter der Blick in die Zukunft geht. Die dicke rote Linie zeigt das klimatische Mittel der Temperatur, die dicke schwarze den Mittelwert aller Modellrechnungen.

Unser Wetter bestimmen in den nächsten Tagen nacheinander zwei atlantische Tiefdruckgebiete. Das erste recht kräftige Tief liegt aktuell ein Stück westlich Irlands und wandert bis Samstag unter Abschwächung nach Island. Seine Kaltfront erreicht am Samstag den Westen Deutschlands mit Regenfällen und einzelnen Gewittern und zieht am Sonntag über die östlichen Landesteile ab. Während im Vorfeld der Kaltfront noch relativ warme Luft aus dem Süden Frankreichs einfließt, erreicht uns rückseitig zum Sonntag hin ein Schwall kühlerer Atlantikluft.

So liegen die Tageshöchstwerte am Freitag und Samstag in Frankfurt am Main mit rund 22 Grad Celsius noch etwas über dem langjährigen Mittel, um dann in Richtung Sonntag bereits leicht darunter abzusinken. Dazu bleibt es auch Sonntag insgesamt wechselhaft.

Das zweite Tief ist am Donnerstag über dem Nordosten Kanadas zu finden. Es soll in den kommenden Tagen den Atlantik passieren, um zu Wochenanfang verstärkt Einfluss auf unser Wetter zu nehmen. So geht es voraussichtlich nass, kühler und wahrscheinlich auch windig in die neue Woche.

Die genaue Entwicklung, was Zugbahn und Stärke dieses zweiten Tiefs angeht, muss noch abgewartet werden. Die Streuung der einzelnen Temperaturkurven hält sich von Montag bis Mittwoch jedoch weiterhin in Grenzen, was sehr wenig Spielraum für ein gänzlich anderes Szenario lässt. Demzufolge muss bis zur Wochenmitte mit einem weiteren Rückgang der Temperaturen auf Werte unter 15 Grad in den Niederungen gerechnet werden.

Donnerstag, 28. September 2017

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr-/ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 28.09.2017 19:15 Uhr