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Im Alpenvorland ist es wegen Föhn ungewöhnlich mild, auf den Gipfeln gibt es Orkan.

Wenn feuchte Luft von Süden an die Alpen strömt, so wird diese durch die Berge zum Aufsteigen gezwungen. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab, da dieser von der Luftmasse oberhalb des betrachteten Niveaus bestimmt wird. Die Luft kann sich beim Aufstieg also ausdehnen, wodurch ihre Temperatur sinkt.

Nun kann kältere Luft nicht so viel Feuchtigkeit enthalten, wie wärmere - der unsichtbare Wasserdampf  kondensiert beim Aufsteigen, es bilden sich Wolken und es beginnt zu regnen bzw. zu schneien. Die Wassermoleküle sind in der Gasphase frei beweglich und haben dadurch sehr viel Bewegungsenergie, die sie beim Übergang in die flüssige Phase in Form von Wärme an ihre Umgebung abgeben müssen. Dadurch kühlt sich die Luft beim Aufsteigen an der Alpensüdseite nur etwa um 0,3 bis 0,5 Grad pro 100 Meter Höhenzunahme ab. Ohne Kondensationsprozesse ändert sich die Temperatur aber um etwa 0,8 bis 1 Grad pro 100 Meter, und genau das macht die Luft, wenn sie auf der Alpennordseite wieder absinkt. Denn dann gibt es keinen Regen mehr und die Wolken lösen sich auf.

So wurden Montagvormittag um 10:00 Uhr in Locarno am Lago Maggiore auf der Alpensüdseite in 367 Metern Höhe 8,6 Grad gemessen. Auf der Alpennordseite In Vaduz, Liechtenstein auf 463 Metern Höhe war es zur gleichen Zeit mit 19,9 Grad ungewöhnlich mild. Die sogenannte latente Energie, die in der Luftfeuchtigkeit in Locarno enthalten war wurde somit bei der erzwungenen Überquerung der Alpen in fühlbare Wärme umgewandelt. Dazu gab es Föhnsturm: auf dem Piz Martegnas (2671 m) in den Schweizer Alpen wurden Orkanböen bis 174 km/h, auf der Zugspitze (2962 m) sogar bis 180 km/h gemessen.

 

Montag, 11. Dezember 2017

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 11.12.2017 19:15 Uhr