tdt_septemberrückblick
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Der zu Ende gehende September war etwas zu kühl und brachte relativ wenig Sonne, während der Regen in der Fläche ziemlich normal ausfiel. Wir blicken auf die Witterung der vergangenen Wochen und einige Bilanzwerte.

Der erste meteorologische Herbstmonat machte seinem Namen alle Ehre. Mit Ausnahme der Tage vom 20. bis 23. des Monats, als ein Hoch bei den Azoren zusammen mit einem Hoch über Skandinavien in weiten Landesteilen für einigermaßen stabiles und freundliches Wetter sorgte, war der Rest des Monats im wesentlichen tiefdruckgeprägt. Dabei gelangte gleich in den ersten beiden Monatsdekaden zeitweise sehr kühle Meeresluft polaren Ursprungs zu uns.

Vom 23. bis 27. September lag Deutschland zwar im Bereich des Skandinavienhochs, ein Kaltlufttropfen brachte allerdings weiterhin eher unbeständiges Wetter. Gegen Ende des Monats machten sich von Westen her wieder atlantische Tiefausläufer bemerkbar.

Unsere Abbildung zeigt im linken Teil die Abweichung der Monatstemperatur vom langjährigen klimatischen Mittel für September. Rechts sind die Niederschlagsmengen als Prozentwert dargestellt. Deutschlandweit betrachtet war der September etwa um 0,7 Grad zu kühl. Von den Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet dabei die Zugspitze mit -3,0 Grad die stärkste Abweichung. Dies weist darauf hin, dass für die negative Temperaturanomalie in Deutschland vor allem kühle Luftmassen ausschlaggebend waren. Andere Einflüsse auf die Temperatur, wie etwa Bewölkungsverhältnisse, spielen an hoch gelegenen Bergstationen nämlich kaum eine Rolle. Regional betrachtet war es im Vergleich zu den langjährigen Werten in Süddeutschland am kühlsten. Nach Norden hin geht das Defizit zurück, um zu den Küsten hin sogar in den positiven Bereich zu wechseln. Hier dürfte nicht zuletzt das derzeit um zum Teil mehr als 2 Grad zu warme Wasser der Nord- und Ostsee für eine Abmilderung gesorgt haben.

Der Niederschlag war im September ungleich verteilt. Einem relativ feuchten Süden und Westen steht ein eher trockener Osten und Nordosten gegenüber. Diese Unterschiede glichen sich im Flächenmittel in etwa aus, denn deutschlandweit kam der Monat auf 105 % des Solls. So Mehrere Nordstaulagen und Tiefdruckentwicklungen über Norditalien brachten wiederum die Zugspitze auf den Spitzenplatz. Dort fiel 174 % der im September normalen Niederschlagsmenge, was 200 l/qm (Liter pro Quadratmeter) entspricht. Auf einen ähnlich hohen Wert kam allerdings auch Rheinstetten bei Karlsruhe mit 167 % (106 l/qm), gefolgt von Emden mit 147 % (102 l/qm). Vergleichsweise wenig Regen kam hingegen in Leipzig (53 % bzw. 23 l/qm) und Greifswald (80 % bzw. 42 l/qm) zusammen.

29. September 2017

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr/ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 29.09.2017 19:15 Uhr