Spitzenböen am Donnnerstag
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Am Donnerstag sorgt ein kleinräumiges Tief in Norddeutschland für Sturm

Ein sogenannter Schnellläufer erreicht am Donnerstagvormittag den Nordwesten Deutschlands und zieht bis zum späten Nachmittag rasch über die Norddeutsche Tiefebene nach Polen weiter. Dabei ist vor allem südlich des Kerns mit schweren Sturmböen über 100 km/h zu rechnen, nach aktuellen Prognosen sind in Verbindung mit Schauern und Gewittern vor allem in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen auch orkanartige Böen über 110 km/h möglich. Auf den Bergen ist mit ausgewachsenen Orkanböen über 120 km/h auf dem Brocken sogar bis 150 km/h zu rechnen.

Aufgrund starker Temperaturgegensätze auf dem Atlantik hat sich ein kräftiges Starkwindgebiet in höheren Atmosphärenschichten ausgebildet. Dieser sogenannte Jetstream fungiert quasi als Tief-Autobahn und führt aktuell direkt nach Mitteleuropa. Entlang dieser Route zieht das Sturmtief Xavier sehr schnell vom offenen Atlantik über Irland und die Britischen über die südliche Nordsee und befindet sich am Donnerstagmorgen bereits in der Deutschen Bucht. Am Nachmittag wird es sich dann in den Norden Polens weiter verlagert haben.

Dabei werden die höchsten Windgeschwindigkeiten südlich des Tiefdruckzentrums erwartet. Nördlich davon, nach aktuellen Prognosen in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern, ist mit kräftigem Regen von bis zu 50 Litern pro Quadratmetern zu rechnen.

Die Vorhersage wird bei solchen Schnellläufern durch die Kleinräumigkeit und große Dynamik erschwert, so dass kurzfristig mit einer Veränderung der Zugbahn und der Intensität des Sturmfeldes gerechnet werden muss. Die meist noch stark belaubten Bäume bieten dem Wind jetzt noch mehr Angriffsfläche, als später im Herbst. Somit steht eine zwar für die Jahreszeit nicht ungewöhnliche aber potentiell gefährliche Wetterlage ins Haus. Es empfiehlt sich am Donnerstag die zeitnah aktualisierten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes im Auge zu behalten und sich in den betroffenen Regionen möglichst wenig im Freien aufzuhalten, Wälder sind ganz zu meiden.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Tim Staeger

hr-Wetteredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 04.10.2017 19:15 Uhr