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In drei Tagen ist es wieder so weit: Das alte Jahr ist zu Ende und ein neues Jahr wird vielerorts mit Feuerwerk begrüßt. Hierfür wäre windschwaches und klares Wetter wünschenswert, doch in einigen Regionen Deutschlands wird es anders kommen.

Das Wetter der letzten Wochen war meistens durch Tiefdruckgebiete geprägt und daran wird sich in den kommenden Tagen nichts ändern. In der ersten Dezemberhälfte führten diese immer wieder kalte Meeresluft heran, die zumindest im Bergland für Winterwetter sorgte. In den letzten Tagen dieses Jahres erreicht uns nun sehr milde Luft von den Azoren. So wird der Silvestertag in vielen Regionen Deutschlands der wärmste Tag des Monats. Vielerorts liegen die Temperaturen im zweistelligen Bereich und Spitzenwerte von bis zu 15 Grad sind möglich. Dazu ist das Wetter zum Jahresausklang sehr unbeständig. Obwohl das Jahr in drei Tagen zu Ende ist, werden wir es bis zum Jahreswechsel noch mit 4 Tiefausläufern zu tun haben. Sie überqueren uns in der Nacht zu Samstag, am Samstag, in der Nacht zu Sonntag und schließlich in der Silvesternacht. Für das Wetter zum Feuerwerk ist also der vierte Tiefausläufer zuständig. Seine genaue Lage ist noch unsicher. Was kann man über das Wetter zu Jahresbeginn also schon sagen?

Unterhalb von 800 Metern Höhe verläuft der Jahreswechsel meistens grün. Am Wochenende wird der zum Teil noch vorhandene Schnee bei starkem Wind, für die Jahreszeit sehr hohen Temperaturen und Regen tauen. Oberhalb von 800 Metern bleibt es zum Teil weiß. Dort liegt viel Schnee, der trotz des vorübergehend bis 2000 Metern Höhe zu erwartenden Tauwetters oftmals nicht verschwinden wird. In den Niederungen wird es am 1.1.2018 um 0 Uhr überall frostfrei sein. Mit 4 bis 10 Grad beginnt das Jahr sogar ausgesprochen mild. Dazu bläst ein lebhafter Wind mit starken bis stürmischen Böen. In einem Streifen diagonal über Deutschland ist zusätzlich mit zum Teil kräftigem Regen zu rechnen. Die Lage dieses Regengebiets wird von den Modellen noch unterschiedlich gerechnet. Die Mehrheit der Modelle (das GFS aus den USA, das GEM aus Kanada und das ECMWF aus Europa) lässt es von Rheinland-Pfalz und Baden über die Mitte Deutschlands bis nach Brandenburg regnen. Nach dem Modell des Deutschen Wetterdienstes, dem ICON, wäre der Regen in dem genannten Streifen bereits abgezogen und läge über Süddeutschland. Vor und hinter dem Regengebiet wird es neben vielen Wolken auch Wolkenlücken geben und an der Nordsee ist mit einzelnen Schauern zu rechnen.

Mit etwas Glück können Sie ihr Feuerwerk im Trockenen abschießen. In diesem Sinne: Einen guten Rutsch in neue Jahr, auch ohne Schnee!

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterreadktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 29.12.2017 19:15 Uhr