Ob in der Wohnung, im eigenen Haus oder im Garten - für die meisten von uns gilt: Zuhause ist es am schönsten, hier fühlen wir uns am wohlsten. Doch an diesen vertrauten Orten lauern auch Gefahren für Sicherheit und Gesundheit.

Etwa unsichtbare Krankheitserreger in der Luft, unterschätzte Brandgefahren in der Wohnung oder auch unsichere Passwörter, die Cyber-Kriminellen Tür und Tor öffnen. Dabei lassen sich viele Risiken ganz einfach minimieren. Wir zeigen 20 gefährliche Fallen – und wir zeigen, was Sie tun müssen, um in diese Fallen nicht hineinzutappen.

Platz 20 – Gift im Hausstaub

Er ist ein ganz normaler Teil unseres Zuhauses, umgibt uns rund um die Uhr und gilt meist als harmlos: Staub. Doch im Staub steckt eine unterschätzte Gefahr. Oder besser: Am Staub. Denn aus Gegenständen in der Wohnung können Giftstoffe freigesetzt werden, etwa aus Elektrogeräten oder verleimten Möbeln.

Krank durch giftigen Staub

Diese Giftstoffe können sich dann am Staub anlagern – und die Gesundheit gefährden. Laut Umweltbundesamt finden sich in manchen Wohnungen Giftstoffe in Konzentrationen, die im Freien als potentiell gesundheitsschädlich gelten würden. Eine Belastung für die Bewohner, warnt etwa Dr. Marike Kolossa, Toxikologin vom Umweltbundesamt: "Das bedeutet für die betroffenen Personen, dass sie in ihrer Gesundheit und in ihrem Wohlbefinden durchaus beeinträchtigt werden – und dass eben ein bestimmter Teil dieser Leute tränende Augen, gereizte Atemwege hat und darunter leidet.“

Durch die zusätzliche Aufnahme von Giftstoffen über den Hausstaub könnten aber auch Störungen der Fruchtbarkeit, Krebsentstehung oder negative Wirkungen aufs Immunsystem unterstützt werden.

Nebelfeucht wischen

Bleibt der Staub in der Wohnung, bleiben auch die Giftstoffe da. Staubwedel und Staubsauger helfen nur bedingt und verteilen die Partikel oft in der Wohnung. Da hilft nur eins: Staubwischen. Am besten mit einem nebelfeuchten Mikrofasertuch. Das benutzte Tuch bei 60 Grad waschen, dann lässt es sich immer wieder verwenden. Reinigungsmittel braucht man übrigens nicht, klares Wasser reicht völlig.

Platz 19 – Ablenkung durch Navigationssysteme

Sie sind eine echte Erleichterung: Navigationsgeräte führen uns schnell und zuverlässig durch den Straßenverkehr – ganz ohne lästiges Kartenlesen. Doch Navis können auch zur tödlichen Gefahr werden, indem sie den Fahrer ablenken. Laut Schätzung soll mindestens jeder zehnte tödliche Autounfall in Deutschland auf Ablenkung zurückzuführen sein.

Doch warum können Navigationsgeräte so gefährlich werden? Das wollen wir mit Dieter K. herausfinden, einem erfahrenen Navi-Nutzer. Wir wollen testen, was passiert, wenn er während der Fahrt eine Adresse eingibt.

Test im Fahrsimulator

Der Test findet im Fahrsimulator des Fraunhofer Instituts in Stuttgart statt. Zuerst befestigen wir ein Navigationsgerät dort, wo sich normalerweise auch fest eingebaute Modelle befinden. Lenkt das Eintippen den Testfahrer gefährlich ab? Die Wissenschaftler messen dafür vor allem die Augenbewegungen. Dieter K. hat sein eigenes Navi auch schon mal während der Fahrt bedient. Im Fahrsimulator läuft die Eingabe zunächst glatt. Die Wissenschaftler verfolgen jede seiner Aktionen am Computer.

Ab zwei Sekunden Blindflug wird es gefährlich

Doch dann bekommt Dieter K. Probleme. Zu dicht aufgefahren! Hat er insgesamt zu sehr auf das Navi statt auf die Straße geachtet? Melanie Ganzhorn, Mitarbeiterin des Instituts: "Wir haben die Gesamtdauer der Navigationseingabe von Herrn K. gemessen. Es waren insgesamt 2 Minuten 30, die er dafür gebraucht hat! Allgemein ist zu sagen: Eine Blickabwendung größer als zwei Sekunden ist gefährlich."

Zwei Sekunden Blindflug können schon bei vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten brenzlig werden. Diese Erfahrung hat auch Dieter K. in unserem Test gemacht: "Ich habe immer wieder aufs Navi geschaut und wieder auf die Strecke. Hab dann gemerkt, dass ich von der Fahrbahn abkam und musste entsprechend gegenlenken."

Bis zu fünf Sekunden lang war er abgelenkt! Im echten Straßenverkehr hätte das böse enden können. Dieter K. geht ab sofort auf Nummer sicher. Er gibt die Adresse nur noch vor der Fahrt ein. Damit er mit seinem Navigationssystem wirklich sicher ans Ziel kommt.

Platz 18 – Wohnungseinbrüche

Es ist ein Albtraum für jeden von uns, eine ungeheure Verletzung der Privatsphäre. Man kommt nach Hause, ahnt nichts Böses und merkt: Fremde waren hier. Einbrecher! Alle vier Minuten wird statistisch irgendwo in Deutschland eingebrochen. Meist genügt ein Schraubenzieher, um eine Terrassentür blitzschnell zu öffnen. Genauso schnell lassen sich hervorstehende Schließzylinder an schlecht gesicherten Kellertüren aufhebeln.

Einladungen für Einbrecher

Ein gekipptes Fenster ist für den Einbrecher wie eine Einladung – und kaum sicherer als ein ganz geöffnetes. Und Steighilfen liefern meist sogar die Hausbewohner selbst, indem sie Stühle oder Leitern herumstehen lassen. Die Täter wissen: Sie haben wenig Zeit. Sie interessiert vor allem die schnelle Beute, meist Geld und Schmuck. Doch was tun, wenn eingebrochen wurde? Oft ist der erste Instinkt: Nachsehen, ob die Täter noch im Haus sind. Doch das ist extrem leichtsinnig, warnt Horst Cerny, Kriminaloberrat a.D.: „Lebensgefahr droht hier, weil Täter in solchen Fällen unerkannt entkommen wollen und deshalb möglicherweise zuschlagen und auch töten.“

Keine eigenen Erkundungen anstellen

Unser Tipp: Rufen Sie sofort die Polizei! Und stellen Sie keine Erkundungen auf eigene Faust an. Für Betroffene sind Einbrüche  eine schlimme Erfahrung, die vielen über lange Zeit zu schaffen macht. Was aber können wir im Vorfeld tun, um uns vor einem Einbruch zu schützen?

Horst Cerny: „Eine absolute Sicherheit gibt es natürlich nicht, das ist eine Illusion. Man muss es dem Täter richtig schwer machen, ins Objekt hinein zu kommen. Wenn er viel Zeit benötigt, wenn er viel Lärm verursacht, dann hat das Opfer den besten Schutz vor einem Einbruch.“

Es gibt verschiedene Sicherungsmaßnahmen, die Einbrechern das Leben möglichst schwer machen. Welche sich eignen, ist individuell verschieden. Die Polizei berät Sie hier gerne. Fest steht: Ein klug gesichertes Zuhause erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Einbrecher einen großen Bogen darum machen.

Platz 17 – Schimmel in der Spülmaschine

In rund zwei Dritteln aller deutschen Haushalte sorgt eine Spülmaschine für sauberes Geschirr. Doch in ihr können Schimmelpilze lauern. Laut einer internationalen Studie sollen in jedem zweiten Haushaltsspüler Schimmelkulturen entdeckt worden sein.

Prof. Ewald Usleber von der Universität Gießen warnt: "Schimmelpilze können bei Personen mit Vorerkrankungen sehr gefährliche Infektionen auslösen. Sie können auch Gifte bilden, die für den Menschen bedrohlich werden können."

Zwölf Maschinen im Test

Zusammen mit der Uni Gießen wollen wir testen, ob auch in Hessens Spülmaschinen bösartige Schimmelpilze wachsen. Wir testen insgesamt zwölf Maschinen – und nehmen Proben vor allem von den Gummiabdichtungen. Denn dort sollen sich die Pilze besonders wohl fühlen.

Die Proben gehen zur Untersuchung ins Labor. Hier werden sie aufbereitet und auf einen Nährboden aufgebracht. Ob sich tatsächlich Schimmelpilzmikroben in den Spülmaschinen eingenistet haben?

Nach zehn Tagen das Ergebnis: In allen zwölf Proben finden die Forscher Schimmelherde. Allerdings relativ wenige – und nur solche, die ohnehin in der Küche vorkommen. Prof. Usleber: "Was wir in unseren Spülmaschinen so gefunden haben, würde ich nicht als das große Grauen bezeichnen. Ich würde raten, das Ganze relativ gelassen zu sehen, aber trotzdem im Rahmen einer guten Küchenhygiene auch die Spülmaschine nicht zu vergessen."

Tipps für eine saubere Spülmaschine

Die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb Spülmaschinenpulver oder Tabs mit Bleichmittel. Die sind besonders wirksam gegen Mikroorganismen. Außerdem sollten Sie die Maschine mindestens einmal im Monat auf höchster Temperatur laufen lassen. Und: Wischen Sie Gummiabdichtungen regelmäßig mit Haushalts- oder Essigreinigern ab. Dann bleibt Ihre Spülmaschine nicht nur sauber, sondern auch schimmelfrei.

Platz 16 – Hantaviren im Mäusekot

Gefahren können nicht nur in der Wohnung lauern. Auch im Garten, der Garage oder dem Keller. Beispiel Hantaviren. Sie stecken im Kot von Mäusen.  Die Gefahr - sie ist nahezu unsichtbar. Beim Kehren etwa wird sehr viel Staub aufgewirbelt. Und der hat es in sich. Denn zusammen mit dem Staub wirbeln auch die Viren aus dem Mäusekot durch die Luft. Und das kann für uns gefährlich werden.

Das tückische Hantavirus

Jörg Hofmann vom Institut für Virologie der Berliner Charité warnt: "Schlimmstenfalls kann es passieren, dass die Niere versagt. Und das kann einen fatalen Ausgang haben, wenn man diese Infektion gar nicht erkennt.“

Die Anzahl der Erkrankungen durch das gefährliche Mäusekot-Virus schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. In Jahren, in denen das Virus besonders aktiv ist, werden in Deutschland bis zu 3000 Fälle registriert. 

Ansteckung durch Berührung oder Einatmen

Gefährdet sind alle, die mit dem Kot direkt in Berührung kommen. Gerade in waldnahen Gebieten leben besonders viele Mäuse. Die legen ihre infizierten Hinterlassenschaften mit Vorliebe in unserem Kleinholz oder Schuppen ab. Dadurch ist direkter Hautkontakt mit dem Mäusekot möglich. Am größten ist die Gefahr, wenn wir das Virus über aufgewirbelten Staub einatmen. Symptome wie Atemnot, Nierenentzündungen bis hin zum Nierenversagen können die Folge sein.

Deshalb unsere Empfehlung: Bei Gefahr eines direkten Kontakts mit infiziertem Mäusekot tragen Sie am besten Handschuhe und Mundschutz. Damit verringern Sie das Infektionsrisiko deutlich. Das gilt auch und besonders beim Kehren von Garage, Keller oder Schuppen. Da gerade hier besonders viel Staub aufgewirbelt wird, sollten Sie den Boden vor dem Reinigen leicht befeuchten. Wenn Sie diese Schutzmaßnahmen beherzigen, hat das Hantavirus schlechte Chancen.

Platz 15 – Laserpointer

Angriff aus dem Nichts

Es trifft ihn ohne Vorwarnung. Markus K. ist auf der Fahrt nach Hause. Ein Unbekannter richtet einen Laser auf sein Auto. Über den Innenspiegel trifft der Strahl das rechte Auge des Fahrers. Markus K.: "Ich bin voll auf die Bremse, Vollbremsung hingelegt und es war einfach nur ein Schmerz im Auge. Gesehen hab ich gar nichts mehr, ungefähr eine Minute lang.“

Immer wieder kommt es zu solchen Attacken. Was vielleicht nur als dummer Streich gedacht war, kann für das Opfer böse enden. Prof. Hans-Dieter Reidenbach von der Fachhochschule Köln: „Die missbräuchliche Anwendung solcher Laserpointer kann zu sehr, sehr gefährlichen Situationen führen. Das gilt im Straßenverkehr, im Schienenverkehr aber auch im Luftverkehr.“

Viele Laserpointer sind stärker als erlaubt

Und das gilt vor allem für starke Laserpointer. Die sind über das Internet sehr einfach zu bekommen, wie unser Test zeigt: Wir kaufen ein harmlos erscheinendes Modell. Maximal 1 Milliwatt Leistung ist in Deutschland erlaubt. Doch die Labormessung zeigt: In Wirklichkeit hat es eine Leistung von über 70 Milliwatt, ist also 70mal stärker als erlaubt. Prof. Hans-Dieter Reidenbach "Wir gehen davon aus, dass deutlich mehr als die Hälfte solcher heute im Handel befindlichen Geräte tatsächlich Grenzwerte überschreiten und damit von ihnen große Gefahren ausgehen können.“

Wir testen die Gefährlichkeit des von uns gekauften Laserpointers. Sein Strahl bringt einen Luftballon zum Platzen. Und andere Laserpointer können noch mehr: Die Energie ist manchmal so gebündelt, dass sich damit sogar ein Streichholz anzünden lässt. Träfe dieser Strahl ein Auge, wäre die Netzhaut irreparabel zerstört!

Der Einsatz von Laserpointern ist ein unkalkulierbares Risiko, selbst wenn sie nur als Zeigestock verwendet werden. Deshalb gilt: Gerade beim Kauf im Internet sollten Sie vorsichtig sein und genau prüfen, welche Art Gerät sie erwerben. Denn die falschen Laserpointer können brandgefährlich werden.

Platz 14 – Gefahren beim Grillen

Ob Steak, Würstchen oder Gemüse – beim Grillen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Doch beim Umgang mit dem Feuer lauern zahlreiche Gefahren. Im Extremfall schwere, mitunter tödliche Verbrennungen. "4.000 Bundesbürger ziehen sich pro Jahr beim Grillen Brandverletzungen zu, 500 der Verletzungen sind schwere und schwerste Verbrennungen“, weiß Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen:

Risiko Brandbeschleuniger

Was beim Grillen wirklich nerven kann: Es dauert sehr lange bis die Kohle endlich brennt. Da greift man schon mal schnell zum Brandbeschleuniger. Doch das ist keine gute Idee. Daniela Hubloher: "Schätzungsweise drei Viertel der Grillunfälle gehen auf flüssige Bandbeschleuniger wie Spiritus zurück. Dabei entstehen Verpuffungen, meterhohe Stichflammen, die nicht nur denjenigen betreffen, der grillt, sondern Personen auch bis zu einem Umkreis von zwei Metern betreffen können. Und man sollte bedenken, dass ab Verbrennungen zweiten Grades, also mit Blasenbildung und bei großflächigeren Verbrennungen akute Lebensgefahr besteht.“

Benutzen Sie also am besten keine flüssigen Brandbeschleuniger, sondern nehmen Sie stattdessen DIN-geprüfte, trockene Grillanzünder. Die sind weitaus sicherer, aber genauso wirksam. Und sie entwickeln beim Anzünden keine giftigen Dämpfe. Dann können Sie Ihr Grillfest so richtig genießen!

Platz 13 – Zerbrechliche Pedelecs

Fahrradfahren mit Elektro-Unterstützung ist in. Und sogenannte Pedelecs sind sehr beliebt. Auch bei Gaby K. Sie ist mit ihrem Pedelec unterwegs, als das motorisierte Fahrrad plötzlich auseinanderbricht. Sie schleudert zu Boden, bleibt bewusstlos liegen: "Von dem Sturz habe ich gar nichts mitbekommen. Das Erste, woran ich mich erinnern kann, sind Hände, die nach mir griffen, und fremde Gesichter, in die ich sah“, erzählt sie rückblickend.

Sturz durch Konstruktionsfehler

Schon Wochen zuvor zeigt das Pedelec massive Mängel. Gaby K. bringt ihr Rad mehrmals zur Inspektion. Doch der Händler findet keinen Mangel: "Es hieß, das Fahrrad ist völlig in Ordnung. Die konnten nichts feststellen. Aber sechs Wochen später ist dann dieser Unfall passiert. Und laut eines Gutachtens, was hinterher erstellt wurde, kam raus, dass es sich um eine Materialermüdung durch einen Konstruktionsfehler handelte.“

Das ist kein Einzelfall. Und auch die Bremsen sind oft nicht für jene hohen Belastungen ausgelegt, denen Elektrofahrräder ausgesetzt sind. Das hat gravierende Folgen, meinen Unfallforscher der Deutschen Versicherungswirtschaft. Gemeinsam mit der Dekra haben sie in einem Crashtest geprüft, was passiert, wenn die Bremsen zu schwach sind.

Gefährliche Verletzungen vermeiden

Bei einer Geschwindigkeit von rund 40 Km/h ließen sie einen Dummy auf ein Auto prallen. Unfallforscher Siegfried Brockmannn: "Er ist zunächst mit den Beinen gegen die Türe geschleudert worden, wird schwere Beinverletzungen haben. Und dann mit dem Kopf gegen die Dachkante. Und das ist in der Regel eine tödliche Verletzung.“

Vor allem illegal importierte Billigräder weisen immer wieder gravierende Mängel auf. Vor dem Kauf sollten Sie das Pedelec also genau unter die Lupe nehmen. Die Bremsen etwa. Und auch die stabilisierenden Rohre des Rahmens. Und ganz wichtig: Machen Sie vor dem Kauf immer eine Probefahrt.

Platz 12 – Tückische Funkverriegelung

Eine Autofahrt mit Kind und Kegel – in modernen Autos eigentlich angenehm und komfortabel. Muss man vor der Reise noch mal tanken, können beim Bezahlen die Kinder im Auto bleiben. Im abgeschlossenen Fahrzeug sind sie ja sicher, denkt man.

Doch die Funkverriegelung kann zur Falle werden. Die Tür lässt sich nämlich unter Umständen von Innen nicht mehr öffnen.

Geriete der Wagen nun in Brand - die Folgen wären kaum auszudenken. Bei mehreren Herstellern ist die Funkverriegelung so voreingestellt - mit voller Absicht. Es ist eine spezielle Diebstahlsicherung. Die kann man zwar abstellen. Das kann aber kompliziert sein und je nach Modell unterschiedlich funktionieren.


Mit der Funktionsweise vertraut machen

Hartmut Goder vom ADAC Hessen-Thüringen rät deshalb: "Man sollte sich genau über die Funktionsweise der Verriegelung und der Sicherheitseinrichtung informieren und das auch ruhig zu Hause mal ausprobieren, damit man sich mit der Funktionsweise vertraut macht." Im Ernstfall kann das vielleicht Leben retten.

Platz 11 – Spähende Drohnen

Sie sind klein und kaum zu hören: Drohnen. Sie kosten wenig und können eine Menge. Lassen sich einfach steuern, und machen dabei sogar brauchbare Foto- oder Filmaufnahmen.  Doch ist das eigentlich erlaubt? Kann uns jetzt jeder Drohnenbesitzer filmen? Fakt ist: Sinnvoll genutzt, bietet die zivile Drohnentechnik heutzutage viele gute Einsatzmöglichkeiten. Im Fernsehbereich etwa, für atemberaubende Bilder. Oder beim Inspizieren von Windrädern und Stromleitungen.

Doch Drohnen tauchen in letzter Zeit immer häufiger auch in ganz anderen Situationen auf. Manche Besitzer nutzen die Fluggeräte dazu, einen Blick in fremde Wohnungen zu werfen. Müssen wir uns das gefallen lassen?

Strafbare Verletzungen der Privatsphäre

Florian Wagenknecht beschäftigt sich als Jurist mit solchen Fällen: "Sobald ich in die Privatsphäre ganz konkret in einem Badezimmer hineinfilme, ist das sogar eine Strafhandlung. Ich muss da mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, das heißt ich bin nicht mehr nur zu einer Geldzahlung verpflichtet, ich kann dafür sogar ins Gefängnis gehen." Doch das wissen die meisten Drohnen-Besitzer gar nicht. Auch nicht,  dass das Hineinfliegen oder Überfliegen von Privatgrundstücken grundsätzlich verboten ist. Es ist ein Kinderspiel, mit den Fluggeräten unsere Privatsphäre ernsthaft zu verletzen. Immerhin: Dagegen können wir uns zur Wehr setzen – vorausgesetzt, wir bemerken die Drohnen überhaupt…

Platz 10 – Unsichere Passwörter

Immer mehr alltägliche Dinge erledigen wir online, im Internet. Oft geht es um Geld oder privateste Informationen. Informationen, die oft nur unzureichend gesichert sind. Ein gefundenes Fressen für Kriminelle. Dirk Reimers, Informatiker und IT-Sicherheits-Experte warnt: "Die Bedrohung für unsere ganzen Zugänge existiert auf jeden Fall im Netz. Es gibt ganz viele Programme, die automatisch Passworte raten. Und insofern ist es auf jeden Fall wichtig, sich ein gutes Passwort zu wählen."

Dramatische Folgen schwacher Passwörter

Sonst können die Folgen dramatisch sein: Das eigene E-Mail-Konto, das plötzlich hochpeinliche Botschaften versendet. Private Informationen oder Fotos, die in fremde Hände gelangen. Oder Betrüger, die in fremdem Namen für viel Geld im Internet einkaufen. Doch wann ist ein Passwort sicher? Und wie sorgt man dafür, dass es auch sicher bleibt? Passwörter zu knacken gehört zu Dirk Reimers’ Arbeitsalltag. Wir machen einen Test mit dem Informatiker. Aus einem Wörterbuch suchen wir ein kurzes Passwort aus: "Geheim". Kann Reimers es knacken?

Der Sicherheitsexperte lässt ein Hackerprogramm für sich arbeiten. Und schon nach einer Sekunde ist unser Passwort entschlüsselt. Auch eine etwas kompliziertere Version des Passworts – "GeheiM13" – findet Dirk Reimers Programm in wenigen Minuten heraus.

Groß und klein, Zahlen und Sonderzeichen

Deshalb erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad noch einmal: Zu unserem Passwort fügen wir Sonderzeichen und eine weitere Ziffer hinzu und mischen die mittlerweile zwölf Zeichen durch. Jetzt lautet unser Passwort: "!G1iM3#e0h+e". Kann dieses Passwort den Angriffen eines Hackers standhalten? Dirk Reimers: "Beim dritten Passwort haben Sie sich echt Mühe gegeben. Zwölf Zeichen, große Buchstaben, Sonderzeichen. Das ist in endlicher Zeit nicht zu schaffen, jedenfalls nicht in einer Zeit, die sich für einen Hacker auch lohnt.“ Doch wie soll man sich so ein kompliziertes Passwort merken?

Merksätze gegen das Vergessen

Mit einem Merksatz, etwa: "Passwörter merken wir uns mit Hilfe einer Eselsbrücke.“ Nun nehmen Sie jeweils die Anfangsbuchstaben. Aus dem w von "wir“ wird eine 4, das e von "einer" wird zur Eins. Dann noch Sonderzeichen an den Anfang und ans Ende. Und fertig ist ein sicheres Passwort: "!Pm4umH1E#"

Wichtig: Für unterschiedliche Anbieter sollten Sie Ihr Passwort jeweils leicht abändern. Am besten die Passwörter nur im Kopf merken und niemandem verraten. Auch regelmäßiges Passwort-Wechseln ist zu empfehlen. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, machen Sie Online-Kriminellen das Leben nicht unnötig leicht.

Platz 9 – Sturmschäden durch Bäume

Stämme, abgeknickt wie Streichhölzer, Bäume komplett entwurzelt. Bei Stürmen lauert auch im eigenen Garten Gefahr. Und bei Schäden durch Bäume haftet der Eigentümer – wenn der Baum vorgeschädigt war. Doch wie kann ein Eigentümer Schäden erkennen? Wir sehen nach in einem Innenhof in Frankfurt, dort steht eine über hundert Jahre alten Rosskastanie. Ist sie noch sturmsicher?

Vorschäden am Baum finden

Das klärt der Sachverständige Udo Riebold. Nach dem ersten Gesamteindruck erfolgt die Sichtkontrolle, immer vom Wurzelbereich über den Stamm zur Krone.

Udo Riebold: "Jetzt sehen wir hier im Stammfußbereich, dass wir abplatzende Rinde haben. Wenn ich entsprechende Defekte im Wurzelbereich feststelle, schaue ich dann gleich als Referenz in die Krone, wie die Krone auf diesen Defekt reagiert hat. Man sieht zum Beispiel hier am Kronenansatz zwei alte Astungswunden, wo eben Äste erst entfernt worden sind. Und an dem linkeren sehe ich schon, innen drinnen, eine beginnende Fäule.“ Dann noch ein Pilz und tote Äste! Beides muss entfernt werden, denn nur behandelt kann die Bruch- und Standfestigkeit erhalten bleiben. Ob krank oder gesund, alle Bäume sollten ein- bis zweimal pro Jahr kontrolliert werden. Dann können sie – mit der richtigen Pflege und Sorgfalt – den nächsten Sturm problemlos überstehen.

Platz 8 – Brandgefahren in der Küche

Eine gefährliche Sicherheitsfalle lauert in der Küche. Wenn wir beim Kochen die Zeit vergessen und der Herd unbeobachtet bleibt, kann das dramatische Folgen haben. Besonders gefährlich sind Fett und Öl. Vor allem dann, wenn man nicht dabei bleibt, während es heiß wird. Schon nach weniger als fünf Minuten sind die 350 Grad erreicht, bei denen sich Fett von selbst entzündet – und dann geht alles ganz schnell. Jede Küche ist voll mit Brandbeschleunigern. Und die Dunstabzugshaube ist getränkt mit alten Fetten, an denen die Flammen neue Nahrung finden. In wenigen Minuten wird so eine ganze Küchenzeile von den Flammen vernichtet.

Fettbrand nicht mit Wasser löschen!

Dr. Hans-Hermann Drews vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer empfiehlt: "Wenn es dann in der Küche tatsächlich mal zu einem Fettbrand kommt, ist es das Sicherste, Sie decken den Brand mit einem Deckel ab. Auf gar keinen Fall sollten Sie Wasser in das brennende Fett schütten. Es kommt dann schlagartig zu einer Explosion. Das Wasser verdampft, reißt brennendes Fett mit." Dieses Feuer bekommen Sie nicht mehr in den Griff. Rufen Sie in so einem Fall sofort die Feuerwehr! Doch am sichersten ist die Prävention: Benutzen Sie niemals das Kochfeld als Ablage. Und: Wenn Sie Essen kochen, verlassen Sie nie die Küche.

Platz 7 – Ungesichertes Gepäck

Selbst wenn man nur ein paar Tage unterwegs ist, muss meist doch einiges mitgenommen werden. Aber kein Problem: Der Kofferraum des neuen Autos ist groß und bietet genug Platz für das sperrige Gepäck. Doch wenn Sie das Gepäck locker und ohne Befestigung verstauen, kann das fatale Folgen haben – und zwar für alle, die mitfahren. Schon bei einer Vollbremsung oder einem Auffahrunfall mit geringer Geschwindigkeit werden aus den sorglos eingeladenen Gepäckstücken lebensgefährliche Geschosse. Wir fragen den Sicherheitsexperten Hartmut Goder, wie man es besser machen kann: "Beim Beladen muss darauf achten, dass keine Lücken entstehen, damit die Gepäckstücke erst gar nicht anfangen können zu verrutschen." Außerdem sollte das Gepäck niemals über die Rückenlehne hinausragen und stets mit Gurten gesichert werden.

Platz 6 – Gifte im Haushalt

In fast jedem Haushalt gibt es Gifte, die gefährlich, manchmal sogar tödlich sein können. Ein klarer Fall: Der Alkoholmissbrauch. Er spielt eine wichtige Rolle, besonders Jugendliche sind stark gefährdet, manche trinken oft hemmungslos. Und akute Alkoholvergiftungen können tödlich enden.

Medikamente, Zigaretten, Reinigungsmittel

Ältere Menschen dagegen erleiden eher eine Medikamentenvergiftung. Wer viele Tabletten einnehmen muss, kann sie leicht verwechseln oder auch falsch dosieren.

Zigaretten können für Kleinkinder lebensgefährlich werden – und das hochgiftige Nikotin sammelt sich auch in den Filtern. Und immer noch werden Reinigungsmittel zur tödlichen Falle, etwa durch die darin enthaltenen synthetischen Tenside.

Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus“: "Ganz wichtig ist, dass Reinigungsmittel so aufbewahrt werden, dass Kinder da nicht rankommen, das heißt zum Beispiel keine Reinigungsmittel in Saftflaschen aufbewahren. Denn die Kinder sehen den Apfelsaft, trinken daraus und erleiden eine Verätzung der Speiseröhre, das darf nicht sein. Genauso sind aber auch falsch aufbewahrte Reinigungsmittel eine Gefahr für Demenzkranke, die manchmal nicht mehr erkennen können, ob in der Flasche etwas Giftiges ist oder nicht. Und das teilweise auch nicht mehr schmecken, weil der Geschmackssinn eingeschränkt ist."

Giftige Schönheit im Garten

Und auch im Garten wachsen tödliche Gifte. Schön sieht er aus, der Blaue Eisenhut: Die giftigste Pflanze Europas. Eigentlich in Gebirgsregionen heimisch, wird er auch in hessischen Gärten angepflanzt. Das Gefährliche daran ist das in der gesamten Pflanze enthaltene Gift Aconitin. Es kann sogar über die Schleimhäute oder die unverletzte Haut aufgenommen werden. Bereits 3-6 Milligramm sind für einen Erwachsenen tödlich. Bei einer Vergiftung kommt es zu Lähmungen, Herzrhythmusstörungen, starken Schmerzen, Multiorganausfall. Und das Schlimme: Ein Gegenmittel gibt es nicht. Deshalb Finger weg vom Blauen Eisenhut!

Platz 5 – Lebensgefahr Blitzschlag

Manuela und Dietmar J. werden den 10. Juni 2000 nie vergessen. Es ist der Tag, der ihr Leben verändert. In Archfeld, einem kleinen Dorf an der hessisch-thüringischen Grenze, spielt  Dietmar J. zusammen  mit seinen Feuerwehr-Kameraden auf einem Fußball-Turnier. Er erinnert sich: "Hier stand ein Zelt und da haben wir uns reingesetzt auf eine Kirmesbank, überall im Zelt waren die verteilt.“

Dann verdunkelt sich plötzlich der Himmel. "Auf einmal hat es einen Riesenknall getan. Ich habe es so empfunden, dass es ein riesiger Feuerball war. Das Zelt war sehr heiß." Schnell ist klar: Der Blitz ist in das Zelt eingeschlagen. Dietmar J.: "Ich habe das nur vom Hörensagen, dass ich von dieser Kirmesbank fünf bis sechs Meter nach hinten geschleudert wurde."

Wie überlebt man einen Blitzschlag?

Zwischen 30 und 50 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland vom Blitz getroffen. Zum Glück  überleben 90 Prozent den Blitzschlag. Aber wie kann ein Mensch eine so hohe Belastung überhaupt überleben?

Das wollen wir wissen von Prof. Berthold Schalke, Arzt und Experte für Blitzschlagverletzungen: "Man kann das überleben, weil der Strom, der vom Blitz übertragen wird, in so kurzer Zeit über den Menschen hinweg fliegt, dass er gar nicht groß in den Körper eindringen kann. Die Störungen, die auftreten oder die Schäden, die erfolgen, sind überwiegend auf der Oberfläche der Haut und in oberflächlichen Nerven. Der Strom kann allerdings in den Körper eindringen und zwar an den natürlichen Öffnungen, also den Augen, den Ohren und dem Mund. Kann von dort aus dem Hirnstamm  schädigen. Und das kann dann dazu führen, dass es zu einem Herz- und Atemstillstand kommt."

Bei Dietmar J. setzt das Herz zum Glück nicht aus. Doch der Blitz hat Schäden im zentralen Nervensystem zurückgelassen: "Ich war wach und konnte meine Beine nicht mehr bewegen. Die waren taub. Ich habe dann gemerkt, dass die Leute mich angesprochen haben. Ich habe es aber nicht mehr richtig verstanden."

Glück im Unglück

Dietmar, Manuela und elf weitere Opfer werden in die Klinik ins nahe Eschwege gebracht. Die auffälligste Folge des Blitzschlags ist erst einmal die Lähmung der Beine. Auch bei Dietmar J. Er kommt zunächst auf die Intensivstation. Kurze Zeit später die Erleichterung: "Meine Beine konnte ich dann am zweiten Tag auf Normalstation wieder bewegen, hatte dann aber immer noch diese Ohrenprobleme, Innenohrschädigungen. Es war wohl ein Loch im Trommelfell. Ich habe einen Tinnitus behalten und kann diese ganze Sache immer noch schwer verarbeiten. Das gebe ich auch ganz offen und ehrlich zu." Seinen Beruf als Zimmermann musste Dietmar wegen der Innenohrschädigungen aufgeben. Er schulte zum Ergotherapeuten um. Noch Jahre nach dem Blitzschlag suchen die beiden nach einem Weg, mit den Extrem-Erlebnissen klarzukommen. Aber irgendwie muss das Leben ja weitergehen, sagen sie. "Und die Chance, nochmal vom Blitz getroffen zu werden, ist relativ gering.“

Platz 4 – Plötzliches Ersticken

Essen ist Genuss – und lebensnotwendig. Doch die leckere Mahlzeit kann – etwa dann, wenn man sie nicht richtig kaut – zum ernsten Problem werden. Ein hastig geschluckter Bissen kann den Kehldeckel und damit den Eingang zur Luftröhre blockieren. Die Luftzufuhr des Körpers ist abgeschnitten. Was kann ich als Außenstehender da noch tun? Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus": "Man kann auf jeden Fall helfen, in dem man so schnell es geht Hilfe holt, also 112 wählt, den Notruf. Man kann den Betreffenden bitten, sich vornüber zu beugen und auf den Rücken schlagen, in der Hoffnung, dass der Speiserest vorne wieder rausfliegt. Und auf alle Fälle Ruhe bewahren, nicht panisch werden. Derjenige, dem das passiert, ist schon panisch genug."

Und vor allem: Lassen Sie sich ausreichend Zeit beim Essen, damit es erst gar nicht zu Problemen kommt.

Platz 3 – Resistente Keime in Hähnchen

Hähnchen – sie sind die Leibspeise der Deutschen. Doch auf ihnen können schädliche Bakterien lauern, die auf andere Lebensmittel übergehen. Salmonellen etwa. Oder Bakterien. Die mögliche Folge: schwere Erkrankungen des Verdauungstrakts.

Besonders große Gefahr droht Kindern, Alten und immungeschwächten Personen. Die Keime werden von ihrem Immunsystem nur schwer bewältigt. Infizieren sie sich mit Bakterien von der Fleischoberfläche, kann das lebensbedrohlich werden. 

Da helfen oft nur noch Antibiotika. Doch immer häufiger wirken diese Mittel nicht mehr. Die Waffe ist stumpf geworden. Die Bakterien haben sich an die Gegenmittel gewöhnt und so genannte Resistenzen entwickelt. Und: Das Ausmaß dieser Resistenzbildung ist erschreckend.

Resistenzen nehmen zu

Das haben Forscher vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgestellt. Bei einem Drittel der Bakterien auf konventionell hergestelltem Hähnchenfleisch schlagen gleich mehrere Wirkstoffe nicht mehr an. Das kann dazu führen, dass Infektionen nicht mehr heilbar sind, Krankheitsverläufe länger und schwerer werden - und im Extremfall sogar tödlich enden.

Aber wie kommen resistente Bakterien überhaupt aufs Fleisch?  Die Haltungsbedingungen bei der konventionellen Hähnchenmast scheinen Probleme zu machen. Zehntausende Tiere leben dort zusammen. Die Folge: Krankheiten können sich schnell ausbreiten. Behandelt wird dann mit Antibiotika, das ist nicht nur erlaubt, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben. Doch es besteht der Verdacht, dass durch zu viel Antibiotika-Einsatz Resistenzen bei Bakterien gefördert werden.

Alternative Bio-Hähnchen?

In der Bio-Aufzucht ist das meist anders. Es leben in der Regel deutlich weniger Tiere zusammen. Und diese Tiere werden langsam gemästet. Sie sind zudem weniger krank. Antibiotika werden nur selten eingesetzt, also nur dann, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Wer Bio kauft, unterstützt Haltungsbedingungen, die die Ausbreitung von Resistenzen zumindest nicht zusätzlich fördern. Und ob Bio oder konventionell – in der Küche ist Hygiene wichtig. Kein rohes Fleisch mit Salat in Berührung bringen! Und das Fleisch gut durchgaren! Denn das tötet die Krankheitserreger mit großer Sicherheit ab.

Platz 2 – Tödliche Sturzgefahr

Sie sind eine weithin unterschätzte Gefahr, die jedes Jahr, besonders unter älteren Menschen tausende Todesopfer fordert: Stürze. Oft ist es einfach nur Nachlässigkeit. Die Leiter steht nicht richtig fest und man ist zu faul, sie an die richtige Stelle zu bugsieren. Und dann passiert es.

Im Zweifel etwas kürzer treten

Sollten wir viel vorsichtiger sein, vielleicht potentielle Sturzgefahren komplett vermeiden? Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus" sagt: Nicht unbedingt! "Wenn ich so eine agile 60-65-jährige Frau vor mir sehe, die eigentlich alles noch gut kann, dann soll sie das ruhig so weitermachen, aber eine gewisse Sensibilität haben. Und sich sagen: ‚Mensch, das ist auf der Leiter nicht mehr so toll wie früher, da sollte ich vielleicht ein bisschen kürzer treten.‘ Und sich mehr Zeit lassen bei der Arbeit. Die Fenster müssen ja nicht an einem Tag geputzt werden, das kann man sich entsprechend netter und entspannter gestalten. Und bei Betagteren, sagen wir mal eine 80-Jährige, da würde ich sagen, die hat auf einer Leiter nichts mehr zu suchen. Die kann sich ruhig Hilfe holen, sei es von den Kindern oder den Nachbarn und sich das auch eingestehen, da bricht keinem ein Zacken aus der Krone. Mein Motto: Sich lieber ein paar Dinge eingestehen, die man nicht mehr kann, als wochenlang im Krankenhaus zu liegen."

Platz 1 – Lebensgefahr Wohnungsbrand

Groß-Umstadt im November 2007: Eine Frau und ihr Sohn kommen bei einem Wohnungsbrand ums Leben.

Juli 2010: Auf einem Bauernhof in der Nähe von Limburg sterben sechs Menschen. Bei einem nächtlichen Feuer ersticken sie im Schlaf.

August 2012: Ein 80-jähriger Mann stirbt in seiner Wohnung in Frankfurt-Schwanheim. Er wird wahrscheinlich während eines Mittagsschlafs vom Feuer überrascht.

Hunderte Tote jedes Jahr

Es ist eine schreckliche Bilanz: Jährlich kommen in Deutschland hunderte Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben. Nicht nur das Feuer, vor allem der giftige Brandrauch führt zum Tode. Rauchmelder könnten viele Leben retten, indem sie die Bewohner  rechtzeitig warnen. Doch sie sind in vielen Wohnungen noch immer nicht angebracht. Viele denken: Im Brandfall wache ich durch den Geruch automatisch auf. Aber stimmt das überhaupt?

Test im Schlaflabor

Das wollen wir in einem Experiment in einem Kasseler Schlaflabor herausfinden. Unsere zwei Probanden, eine Frau und ein Mann, sind eingeschlafen. Das Experiment beginnt. Eine Kiste mit qualmendem Spezialpapier wird neben das Bett der männlichen Testperson gestellt. Der Rauch ist ungiftig, riecht aber sehr intensiv.

Schlafmediziner Prof. Martin Konermann beobachtet alles über einen Monitor: "Wir haben jetzt über zwei Minuten, die Bude ist ziemlich verqualmt, das sieht man. Zwei-Dreiviertel Minuten. Der Geruch kommt bis hierhin. Bei einem richtigen Feuer hätte man nach fünf Minuten keine Überlebenschance mehr. Wir haben jetzt fünf Minuten und fünfzehn Sekunden, wir brechen den Versuch jetzt ab, der Patient schläft immer noch.“ Auch nachdem wir das Zimmer betreten, wacht der Testschläfer nicht auf. Dabei ist der Brandgeruch deutlich wahrnehmbar und extrem unangenehm. Richtiger Brandrauch enthält Kohlenmonoxid. Davon wäre er im Ernstfall wahrscheinlich schon nach ein bis zwei Minuten bewusstlos geworden und gar nicht mehr aufgewacht. Zum Glück war alles nur ein Test.

Frauen werden leichter wach

Wie wird die Frau reagieren? Auch sie ist jetzt im Tiefschlaf, der Rauch wird an ihr Bett gebracht. Prof. Konermann: "Sie bewegt sich. Frauen haben ohnehin eine geringere Weckschwelle als Männer, das heißt, sie werden von äußeren Einflüssen leichter erweckt, und sie ist wach. Sie hat die Augen auf. Es hat 45 Sekunden gedauert. Sie ist wach!“ Im Brandfall hätte das ihr Leben gerettet.

Doch bei einem echten Brand sollte sich niemand im Schlaf auf seine Nase verlassen, sagen Brandexperten wie Joachim Gries, Einsatzleiter bei der Feuerwehr Kassel: "Wenn flächendeckend alle Wohnungen mit Brandrauchmeldern ausgestattet wären, wäre die Anzahl der Brandtoten wesentlich geringer.“

Wie funktioniert ein Rauchmelder?

Die meisten Rauchmelder funktionieren optisch. Eine Leuchtdiode sendet regelmäßig einen Lichtstrahl aus. Ist die Luft rein, geschieht nichts. Gelangen aber Rauchpartikel in das Gerät, wird das Licht gestreut und trifft auf eine Fotolinse. Das löst den Alarm aus. Ganz entscheidend ist vor allem der Ort, an dem Rauchmelder angebracht werden. Joachim Gries: "Wir von der Feuerwehr empfehlen, den Brandrauchmelder in der Mitte des Raumes anzubringen, mindestens 50 cm von der Wand. Natürlich unter der Decke, denn Brandrauch ist warm, warme Luft steigt nach oben, und somit würde der Rauchmelder den Rauch unter der Decke eben als erstes mitkriegen und würde Sie warnen.“

In welchen Raum muss welcher Rauchmelder?

Wichtig ist auch, die Rauchmelder in den richtigen Räumen zu platzieren. Dazu gehören in jedem Fall Schlaf- und Kinderzimmer. Außerdem der Flur, der den Fluchtweg zur Wohnungstür bildet. Und schließlich bietet sich ein Rauchmelder auch im Wohn- und Arbeitszimmer an, dort also, wo viele elektrische Geräte stehen.

In Bad und Küche ist dagegen die Gefahr von Fehlalarmen zu groß, weil Rauchmelder zum Beispiel auch bei Wasserdampf anschlagen. Joachim Gries: "In der Küche empfehlen wir entweder einen Rauchwarnmelder mit Stummschaltung, den kann man dann während des Kochens abschalten, dass er dann keinen Signalton von sich gibt. Oder einen Thermomelder, der reagiert bei Temperaturen ab 60 Grad und gibt dann ebenfalls einen Signalton von sich.“ Ein Signalton, der viele Menschenleben retten kann.

Zusammengestellt von: Carsten Schollmann

Sendung: hr-fernsehen, "Alles Wissen", 03.01.2018, 20:15 Uhr