Im Oktober 1968 eröffnete die erste U-Bahnlinie Frankfurts, die "A1", so ihr ursprünglicher Name. Sie war die dritte U-Bahn in Deutschland überhaupt, nach Berlin und Hamburg, und ihre gut neun Kilometer lange Strecke verlief vom Frankfurter Verkehrsknotenpunkt Hauptwache bis zur heutigen Haltestelle Nordwestzentrum.

 Erlebnis Hessen: Frankfurts älteste U-Bahnlinie
Im Frankfurter Untergrund: U-Bahn auf der 1968 eröffneten Strecke. Bild © hr

Sie sollte die Innenstadt vom viel zu dichten Verkehr "erlösen" und die neue Großsiedlung Nordweststadt an das Stadtzentrum anschließen. Inzwischen führt die Linie weiter - vom Südbahnhof bis zum Frankfurter Stadtteil Ginnheim. Heute heißt sie "U1".

 Peter Bäuchle fährt seit über 36 Jahren in Frankfurt U-Bahnen.
Peter Bäuchle fährt seit über 36 Jahren in Frankfurt U-Bahnen. Bild © hr

Mit Peter Bäuchle, der seit über 36 Jahren in Frankfurt U-Bahnen fährt und das immer noch voller Leidenschaft, gehen wir auf Reise entlang der ursprünglichen Strecke: Wir lernen den Alltag und die Herausforderungen eines U-Bahn-Fahrers kennen. Wir blicken zurück in die Geschichte des Frankfurter U-Bahnbaus mit der festlichen Eröffnung der ersten Linie. Und wir halten an verschiedenen Stationen, um dort Menschen und Orte vorzustellen,  die auf besondere  Weise mit Frankfurts ältester U-Bahnlinie verbunden sind.

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Kontakt

Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH:
Kurt-Schumacher-Straße 8
60311 Frankfurt
E-Mail: info@vgf-ffm.de
Internet: www.vgf-ffm.de

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Streckenverlauf der A1

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Hauptwache

Mit dem Bau der U-Bahnstation an der Hauptwache vor rund 50 Jahren entstand die B-Ebene: eine unterirdische Shoppingmeile mit allem, was das Herz begehrt. Doch die Idee ging nie ganz auf. Viele Läden sind verschwunden, stattdessen: Kioske, Imbisse, "das Schnelle auf die Hand".

Gehalten hat sich die "Struwwelpeter Apotheke", eines der ersten Geschäfte hier.

Am Anfang bestand sie aus einem kleinen Verkaufsraum; heute ist sie fünf Mal so groß und verteilt auf zwei Ebenen. Schwerpunkte sind die Naturheilkunde sowie Präventions- und Hormonersatz-Medizin. Inzwischen werden auch eigene Arzneimittel produziert.

Zusammen mit seinem Sohn führt Peter Cornelius immer noch die Apotheke. Kurz nach seinem Studium hat er sie gegründet. "Die neue U-Bahn war eine Chance für ganz Frankfurt und damit auch eine Chance für mich", sagt er.

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Struwwelpeter-Apotheke:
Hauptwache/ U-Bahnhof B-Ebene
60313 Frankfurt am Main
Internet: http://www.struwwelpeter-online.de

Öffnungszeiten:
werktags  8:00 bis 20:00 Uhr
Samstag 9:00 bis 19:00 Uhr

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Eschenheimer Tor

Ihren Namen verdankt die U-Bahn-Station einem Turm aus dem 14. Jahrhundert. Einst war er ein mächtiges Stadttor, heute wirkt er wie ein Winzling zwischen Moderne und 50er Jahre Architektur. "Eschenheimer Tor" heißt aber auch der ganze Platz mit einer der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt. Zehn Straßen treffen hier aufeinander. Und mitten in diesem Chaos: eine Imbiss, der in Frankfurt eine kleine Revolution ausgelöst hat - "Hamburger am Turm".

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Rezept

frische Falafel

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Vor mehr als 25 Jahren hat Christina Diesy diesen Laden gemeinsam mit ihrem Mann übernommen. "Es war eine ganz böse Ecke", erinnert sie sich. "Meistens haben wir mehr Leute raus geschmissen als reingelassen. Das war sehr anstrengend. Wir haben dann die Kurve gekriegt, das Ding aufgebaut, geändert und dann war das so ein Lebenswerk, was dir honoriert wird." 2009 schien die Erfolgsgeschichte ein jähes Ende zu nehmen: Der Imbiss sollte abgerissen werden, Platz machen für städtisches Grün und Kunst. Die Stadtplaner hatten allerdings nicht mit der Reaktion der Frankfurter gerechnet. Ein Sturm der Entrüstung brach los, Redakteure des Satiremagazins "Titanic" ketteten sich aus Protest auf dem Dach der Imbissbude an. Mit Erfolg: Und so gibt es bei Christina Diesy auch heute noch frische Falafel, Burger und Pommes bis nachts um vier.

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Kontakt

Hamburger am Turm
Eschenheimer Anlage
60318 Frankfurt am Maibn
Internet: http://www.hamburgeramturm.de/
Telefonisch bestellen: 069-290202  oder im Internet auch via Deliveroo, Lieferando, Lieferheld und pizza.de

Öffnungzeiten:
Sonntag bis Donnerstag von 11.00 Uhr bis 04.00 Uhr früh
Freitag und Samstag von 11.00 Uhr bis 06.00 Uhr früh
An Sonn- und (gesetzlichen) Feiertagen grundsätzlich geöffnet

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Holzhausenstraße

Hier steigen viele Studenten aus. Denn ganz in der Nähe ist der Hauptstandort der Frankfurter Goethe Universität, der Campus Westend. Hier kann man im Denkmal studieren. Denn der Hauptbau des Campus Westend wurde 1928 als Zentrale der IG Farben errichtet - damals eines der größten Bürogebäude der Welt. Der fast unverändert erhaltene Bau wurde unter Denkmalschutz gestellt, aufwändig restauriert - und seit 2001 wird hier nun studiert.  

Miquel-/Adickesallee

Miquel-/Adickesallee ist die letzte unterirdische Station auf dem Weg der U1 in Richtung Nordwestzentrum. Einer ihrer Ausgänge führt zum größten Polizeipräsidium Hessens. Hier bietet der Polizeisportverein mehrmals im Jahr Selbstverteidigungskurse für Frauen an.

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Infos und Kontakt

Selbstverteidigungskurs: http://www.jujutsu-ffm.de/

Trainingsstätte:
Polizeipräsidium Frankfurt am Main
Adickesallee 70
60322 Frankfurt

Geschäftsstelle:
PSV Grünweiß e.V. Geschäftsstelle
Heidenstock 77
35578 Wetzlar
E-Mail: kontakt@jujutsu-ffm.de

Fragen zu Frauen Selbstverteidigung: Oliver Peter
E-Mail: frauensv@jujutsu-ffm.de

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Dornbusch

Nahe der Station Dornbusch liegt das Gelände des Hessischen Rundfunks. Hier ist unser Film entstanden: Der hr produziert sechs Radioprogramme, das hr-fernsehen und liefert Sendungen für arte und das Erste. Hier befindet sich auch das Sendezentrum der ARD.

Wer schon einmal ein Konzert des hr-Sinfonie Orchesters im Sendesaal besucht oder an einer Führung teilgenommen hat, kennt den Rundbau, durch den Besucher das Gelände betreten.  Er sollte nach dem zweiten Weltkrieg Sitz des ersten deutschen Bundestags werden - Frankfurt wollte Hauptstadt sein. Doch überraschend fiel die Wahl auf Bonn. Ein Regierungssitz auf Zeit, ein Provisorium – dafür schien die Provinzstadt am Rhein geeigneter. Und so wurde aus dem halbfertigen Parlamentsgebäude das "Funkhaus am Dornbusch" der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks.

Weitere Informationen

Kontakt

Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Telefon Besucherführungen:  069 1553119
Internet: Führungen im hr

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Hügelstraße und Lindenbaum

Zwischen den Stationen Hügelstraße und Lindenbaum führt Oliver Kannemann in dritter Generation ein Geschäft für Zeichenbedarf.  Sein Vater erinnert sich noch an die Anfangszeit des Ladens direkt an der U-Bahn. "Die Eröffnung des Geschäfts war taggleich mit der Eröffnung der U-Bahn. Das war sensationell." Heute ist hier hin und wieder der berühmte Mentalmagier Nicolai Friedrich anzutreffen. Er kauft bei Kannemann Material für seine Auftritte.

Weitere Informationen

Kontakt

Kannemann Zeichenbedarf GmbH                    
Am Schwalbenschwanz 1
60431 Frankfurt am Main
Telefon: 069 9521780
E-Mail: wunschbox@kannemann.net
Internet: http://www.kannemann.net

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr

Nicolai Friedrich: http://www.nicolai-friedrich.de

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Heddernheim

Hier liegt der Betriebshof der VGF, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, nur wenige Meter von der Haltestelle entfernt. Seit 1910 werden auf dem Gelände unterschiedliche Schienenfahrzeuge abgestellt und gewartet, früher Straßenbahnen, seit 1968 die U-Bahnen der wichtigen Nord-Südachse. Der Betriebshof ist nur einer von mehreren Werkstätten der VGF.  Rund um die Uhr nehmen 3- 4 Handwerker pro Schicht die U-Bahnen unter die Lupe.

Nordwestzentrum

Als die "A1" ihren Betrieb aufnahm, hieß die Station noch "Nordweststadt".  Denn dieses neue Wohngebiet war der Grund für die Streckenführung der ersten Frankfurter U-Bahn. Die Nordweststadt galt damals als Schulbeispiel für moderne Städteplanung. Einfamilienhäuser neben Hochhäusern in einem großen Park. Hier sollten sich die sozialen Schichten mischen. Doch die Pläne einer idyllischen Musterstadt gingen nicht so recht auf. In die Nordweststadt zogen vor allem die, die sonst keine Wohnung fanden. Der Ausländeranteil: 70 Prozent. Eine soziale Mischung? Fehlanzeige. Das kleine Zentrum mit Läden für den täglichen Bedarf – Post, Haushaltswaren, Metzger – hat auch nie wirklich funktioniert.  Nicht leicht, hier aufzuwachsen.  Doch in diesem Umfeld entwickelte sich eine besondere Jungendkultur: "Nordi Rap". Die Wortwahl derb, die Texte nicht immer jugendfrei - erzählen oft vom Leben in der Nordweststadt. Azad gilt als ein Wegbereiter des deutschen Rap und hat sogar eine goldene Schallplatte. Einige Jungs aus seinem Viertel hat er aufgebaut und gefördert. Auch Jeyz.  Für ihn war die Musik der Weg raus aus dem Milieu. In seinen Liedern verarbeitet Jeyz viel von dem, was er erlebt hat.  Gerade ist sein neues Album erschienen.

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Infos

Jeyz
Neues Album: “SO MACHEN WIR DAS HIER“ 
Internet: https://jeyz.lnk.to/SoMachenWirDasHier

Beitrag in Hauptsache Kultur im hr-fernsehen:
Nordi-Rap - Musik aus der Nordweststadt

Jeyz auf YouTube:
MEINE SEELE feat: CALO ( Prod. von DENNIS KÖR & ARIBEATZ): http://bit.ly/2Et16gi
VIEL ZU VIELE ( Prod. von DENNIS KÖR & ARIBEATZ): http://bit.ly/2ANGYn0

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Sendung: hr-fernsehen, "Erlebnis Hessen", 16.01.2018, 20:15 Uhr