Die Zuschauer des hr-fernsehens haben abgestimmt über ihr ganz persönliches Traumhaus in Hessen. Die 20 schönsten werden in der Sendung vorgestellt. Sie zeigt, wie es sich in solch außergewöhnlichem Ambiente lebt und wie viel Kraft und Nerven die Bewohner für ihren Lebenstraum investiert haben.

Für manche Hessen ist es eine Lebensaufgabe, den Traum vom individuellen Wohnen zu verwirklichen. Beim Traumhaus haben sie ganz eigene Vorstellungen: Ein unverwechselbares Architektenhaus, eine Eigentumswohnung in einem ehemaligen Schlachthof, ein Blockhaus, das in Kanada ab- und in einer hessischen Kleinstadt wieder aufgebaut wurde, ein Hausboot, Wohnungen, in denen es keine geraden Linien und keine rechten Winkel gibt, ein Haus, das sich mit der Sonne dreht, ein mittelalterlicher Wach- und Speicherturm, ein alter Bahnhof, ein Jagdschlösschen und sogar ein Baumhaus - hier haben Hessen ihre ganz persönlichen Wohnträume wahr gemacht.

Hier eine Übersicht der vorgestellten 20 Häuser

Das Höhlenhaus - Solms-Oberndorf

Hermann Heinz hat sich mit seinem Höhlenhaus einen Kindheitstraum verwirklicht. Gemeinsam mit seiner Frau bewohnt er eine ungewöhnliche Maßanfertigung: Die Fassade ist oval, der Hauskörper ein Tunnel, lediglich an den beiden Enden hat das Haus Fenster. Entgegen der Annahme aller, die das Haus von außen sehen, ist es taghell im Inneren. Das hat seinen Grund: Die Südfassade hat Fenster über die gesamte Höhe von sechs Metern, und im Inneren sind etwa zwei Drittel der Röhre nur ein einziger Raum, der geschickt durch eine zweite Ebene sowie Wandansätze aufgeteilt ist. Beheizt wird das Haus mit Geothermik.

Die Rohbauzeit betrug eine Woche, für Ausbau und Außenanlagen ließ sich das Ehepaar Heinz viel Zeit. Die Baukosten betrugen circa 2.000 Euro pro Quadratmeter, nicht eben gerade wenig. Aber ein Wohntraum ist damit wahr geworden.

Das Lehmhaus – Kassel

Gernot Minke ist freier Architekt und emeritierter Architektur-Professor in Kassel. Er publiziert und lehrt zu den Themen "Bauen mit Lehm", Strohballenbau und Gründächern. Besonders der Lehm hat es ihm angetan, denn er sorgt für ein ausgeglichenes Raumklima. Die Feuchtigkeitsaufnahme, sowie die Wärmespeicherfähigkeit und der geringe ökologische Fußabdruck (die minimale Umweltbelastung) machen den Baustoff Lehm gerade heute wieder interessant.

Sein Haus hat der Lehmbau-Professor aus ungebrannten Lehmsteinen mit nebeneinander stehenden Kuppeln konzipiert, mit einer mit Gras bewachsenen Erdschicht darüber. Selbst im heißesten Sommer steigt hier die Temperatur in den Innenräumen nie höher als 25 Grad. Sogar ein Waschbecken aus Lehm, lediglich mit etwas Wachs behandelt, tut im Badezimmer seinen Dienst. Lehm ist also keineswegs der alte Baustoff von früher, sondern zukunftsfähig, für jedermann leicht zu verarbeiten und frei von Schadstoffen. Ein optimales ökologisches Baumaterial.

Das drehbare Rundhaus – Heuchelheim

Heinrich Rinn ist 85 Jahre alt, Zimmerer-Meister und arbeitet noch immer in seinem Familienunternehmen. In den 1970er Jahren zu Zeiten der ersten Ölkrise und der verwaisten Autobahnen träumte er bereits davon, ein Haus zu bauen, das möglichst wenig Energie braucht. Die Idee schaute er sich bei der Sonnenblume ab und entwickelte ein Haus, das sich mit dem Sonnenstand drehen kann, alle halbe Stunde um 7,5 Grad.

Das Prinzip ist einfach: eine Säule in der Mitte "trägt" das Haus wie ein Zelt. In dieser Säule ist das Treppenhaus untergebracht, von hier aus ist das Haus vom Obergeschoss bis zum Keller begehbar. Dort unten ist die Säule auf einem Drehkranz gelagert und läuft, damit es nicht wackelt, außen auf einer Betonmauer auf Rollen. Das Ganze dreht sich normalerweise per Motor, allerding kann Heinrich Rinn es auch mit seinem Heimtrainer ohne großen Kraftaufwand bewegen, was er immer wieder tut, wenn er draußen witterungsbedingt nicht Fahrrad fährt.

Der alte Bahnhof - Dornburg-Wilsenroth

Züge halten noch immer im kleinen Bahnhof von Wilsenroth. Eine kleine Nebenbahn Richtung Westerwald, idyllisch gelegen, fern der großen Eisenbahnstrecken. Im Stellwerk steht der Bahnbeamte Dirk Enders und stellt die Weichen, wenn es seine hauptberuflichen Verpflichtungen zulassen. Alles mit Muskelkraft. Ist seine Schicht zu Ende, hat er es nur wenige Schritte bis nach Hause, denn der Bahnhof gehört ihm! Mit dem Kauf des Gebäudes hat sich Dirk Enders einen Kindheitstraum erfüllt.

Fünf Jahre, unendliche Renovierungsstunden und manche Überraschung später kann der Bahnbeamte, der hauptberuflich in der Zentrale der DB-Netz AG in Frankfurt arbeitet, vom Wohnzimmer auf die Gleise gucken. Als Belohnung für den Aufwand gab es 2005 sogar den hessischen Denkmalschutzpreis!

Dass Dirk Enders bereits in dritter Generation aus einer Eisenbahnerfamilie stammt, kann er nicht leugnen: skurril anmutende Maschinen wie ein elektrischer AEG Tischdrucker, mit dem einst auf kleinen Bahnhöfen die sogenannten Edmonson'schen Pappfahrkarten bedruckt wurden, ein alter Weichenhebel von 1908 oder auch die Sammlung alter Bahnvorschriften - all dies soll irgendwann ins Enders'sche Museum wandern, das  er im alten Güterschuppen sowie in den derzeit noch dienstlich von der Bahn genutzten Diensträumen einrichten möchte.

Das "Rabennest" - Flörsheim am Main

Es gibt ein Haus in Flörsheim am Main, da thronen Raben über dem Tor. Fast so, als wollten sie sagen "schaut her, hier ist unser Nest!" Und tatsächlich, das ist es auch. Seit fast 30 Jahren "brütet" Tommy Reinelt, freischaffender bildender Künstler, hier schon seine Raben aus. Raben überall, ob auf Papier oder aus Bronze, sogar das gläserne Dach des Treppenturms stellt einen Rabenkopf dar.

Als Rosi und Tommy Reinelt das alte Gehöft aus dem 17. Jahrhundert vor vielen Jahren kauften, war es alles andere als ein Traumhaus. Viele Arbeiten, wie Putz abschlagen oder Mörtel mischen, haben sie selbst gemacht. Auf einer Seite des Gehöfts ist das Atelier, auf der anderen Seite das Wohnhaus eingerichtet.

Bei der Entrümpelung des Kellers trat auch noch ganz Erstaunliches zu Tage - eine Mikwe, ein jüdisches Ritualbad - wahrscheinlich noch aus dem Mittelalter. Tommy Reinelt fühlt sich seitdem ein wenig wie der Entdecker Schliemann.

Das Haus der sieben Laster – Limburg

Für das magische "Haus der sieben Laster" in Limburg hat Vildan Hillenbrand einst ihre Wahlheimat Schweden verlassen und das Fachwerkhaus kurzerhand gekauft. Zwar altehrwürdig, aber heruntergekommen. Es hat Jahre gedauert, bis das erste Stockwerk so authentisch wie möglich und komfortabel wie nötig wieder hergestellt war.

Das Haus wurde im Mittelalter von und für Menschen gebaut, denen es wichtig war, sich mit Gott gut zu stellen. Auf dem Weg zum Markt musste jeder daran vorbei. Und konnte so auch jeder ins grässliche Antlitz seiner eigenen Sünden schauen: Unmäßigkeit, Neid und Geiz, Unkeuschheit, Hoffart, Trägheit und Zorn - dargestellt als Gesichter in der Fassade, unverwechselbar. Gegen diese sieben Todsünden kann man im "Haus der sieben Laster" sogar "Ablassbriefe" erwerben und sich damit freikaufen.

Die Untere Mühle im Wattertal – Freienhagen

Hätte ein engagierter Städter sich dieser Mühle nicht angenommen, wäre sie wohl verkommen. Werner Liebchen aus Frankfurt hat sich sofort für die "Untere Mühle" im nordhessischen Wattertal und ihre landschaftlich reizvolle Lage begeistert. Er hat das Bauwerk vor dem Verfall gerettet, es restauriert und eigenhändig, gemeinsam mit einem Freund, ein neues Mühlrad gebaut.

Noch 2001 wurde die Mühle von Gertrud Groß bewohnt, die hier wie in Vorkriegszeiten lebte. Sie hatte nur einen Generator, der Strom für eine Glühbirne und ein Radio erzeugte. Für eine Waschmaschine oder Ähnliches reichte es nicht.

In den Räumen der Mühle befinden sich heute in Ferienwohnungen, in einer wohnt Werner Liebchen selbst. 2008 bekam er für seine Traumwohnung und die Mühle den Denkmalschutzpreis verliehen.

Das Jagdschlösschen – Fulda

Als Frauke Schaaf die Tür des sanierungsbedürftigen Jagdschlösschen berührte, war es um sie geschehen. Dieses Haus sollte es sein und kein anderes. Aber wie kommt bitte ein Jagdschlösschen nach Fulda-Horas? Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen hatte es sich 1875 im sogenannten "Schweizer Stil" mitten im Wald im heutigen Nonnenröder Forst errichten lassen. 1910 wurde das Haus verkauft, abgebaut und am jetzigen Standort neu errichtet.

Das Ehepaar Schaaf hat es 1995 in einer Zeitungsanzeige gefunden. "Altes Schlösschen zu verkaufen" stand da - und für beide war klar: Das ist es! Ein Haus mit Vergangenheit wollte das Lehrer-Ehepaar haben. Mit viel Sinn für Historisches und Liebe zum Detail haben die beiden ihr Traumhaus eingerichtet. Frauke Schaaf hat selbst die Türen abgeschliffen, gebeizt und gestrichen, die Wandverkleidung wieder hergerichtet und sogar einige Möbel selbst restauriert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat diesen Einsatz seinerzeit mit 10.000 DM Projektförderung belohnt.

Das Haus in der Scheune - Groß-Bieberau

Ein Haus in einer Scheune, auf drei verschiedenen Ebenen, wie aus Kisten aufeinandergestapelt und äußerst modern. Große Fenster, Lichtschächte im Inneren und einige Lichtbänder im Dach bringen viel Helligkeit ins Haus, vor allem in die Galerie, in der Hausbesitzer Frank Schönberger am liebsten sitzt.

Als Frank Schönberger die Scheune erbte, machte er aus der Not eine Tugend – denn er durfte die Scheune äußerlich nicht verändern und auch kein Haus daneben setzen. Also entwickelte er die Idee, ein modernes Haus in die Scheune hinein zubauen. Die Darmstädter Architektin Chris Dähne war davon angetan und entwickelte für ihn das Konzept einer "Stapellandschaft" - für ein "Haus im Haus".

Zwei Jahre lang baute Frank Schönberger daran. Die Scheune musste entkernt werden, das Gebälk gesichert, - für den Rohbau verwendete er Porenbeton. Der energetische Vorteil: das neue Haus benötigt keine besondere Isolation, die dicke Scheunenmauer dient als Klimapuffer und Schutzhülle.

Der Neutra-Bungalow - Mörfelden-Waldorf

Marco Sacchi und Markus Mehrfeld haben in Mörfelden-Waldorf ihr Traumhaus gefunden. Obwohl es zunächst gar nicht so traumhaft aussah. 2005 kauften der Designer und der Architekt einen nach einem Brandschaden baufälligen Bungalow - niemand geringeres als der Weltklasse-Architekt Richard Neutra hatte ihn für die Wohnsiedlung entworfen. Mit großem Aufwand und viel Mut, so originalgetreu wie möglich zu bleiben, sanierten sie den kleinen Neutra-Bungalow für das Doppelte des Kaufpreises.

Große Glasflächen heben die Trennung zwischen innen und außen auf. Selbst einen "Reflecting Pool" gibt es im Garten - eigentlich gehörte diese Art von Wasserbassin nur zu den großen Villen, die Neutra vor allem in Amerika baute, beeinflusst vom schlichten deutschen Bauhausstil und vom amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright.

Im Deutschland der 1960 Jahre galten die Häuser des Wieners Richard Neutra als revolutionär, so viel Glas hatte man bis dahin in der Architektur kaum gesehen. Dazu Stahl, Beton und Holz, so dass die Architektur niemals kalt wirkt. Modernes Wohnen auf kleinem Raum, entworfen von einem Star-Architekten, begeistert Marco Sacchi und Markus Mehrfeld jeden Tag aufs Neue.

Das Industriedenkmal – Offenbach

Auch in Offenbach lässt es sich außergewöhnlich wohnen. Zum Beispiel in einem Industriedenkmal, dem Alten Schlachthof. Bis Ende der 1980er Jahre wurde hier geschlachtet bis sich die Hygienevorschriften verschärften. Die Stadt beschloss, den Betrieb aufzugeben und ein modernes Wohn- und Gewerbezentrum entstehen zu lassen. Dabei war man lange stolz auf den eigenen Schlachthof: 1914 wurde er eröffnet, mit modernster Technik und damals höchstem Hygienestandard.

Wo einst die Innereien verarbeitet wurden, in der Kuddelei, residiert heute eine Bürogemeinschaft und mitten drin der Architekt Hans Mathis, der das kleine Backsteinhaus mit seiner Frau gekauft und umgebaut hat. Und es blieb auch nicht bei dem einen Gebäude. Zusammen mit seinen Söhnen, inzwischen auch Architekten, machte er sich 2004 an die ehemalige Schweineschlachthalle. Sie stand lange leer.

Jetzt sind hier neun Eigentumswohnungen und ein Büro untergebracht mit einem mediterranen Innenhof in der Mitte. Die alte Struktur der Halle mit den Gusssäulen und der stählernen Dachkonstruktion ist erhalten geblieben und gefällt auch dem städtischen Denkmalschutz.

Das Hausboot - Wiesbaden/Mainz-Kastell

"Wenn ich gefragt werde, wieso kann man auf einem Hausboot wohnen, sage ich immer, ja Gegenfrage, wie kann man auf dem Land leben? Ich habe keine Ahnung." Für Rolf Gersch kommt nur ein Leben auf schwankenden Böden in Frage. Ohne Wasser geht es nicht, von Kindesbeinen an. 1948 erblickte er auf dem elterlichen Hausboot in Wiesbaden-Schierstein das Licht der Welt. Sein Vater war Bootsbauer, also wurde der Sohn Bootsbauer. Die Eltern lebten in einem schwimmenden Zuhause auf dem Rhein, folgerichtig musste die Auserwählte des Sohnes diese Wohnform mit ihm teilen.

Mit dem eigenen Hausboot fuhr Petra Gersch sozusagen in den Hafen der Ehe ein. Über 40 Jahre leben die beiden auf 85 Quadratmetern im eigenen Hausboot in Mainz-Kastel. Das Wohnzimmer sieht nicht anders aus als das in einer Reihenhaussiedlung, vom leichten Schwanken der Lampen einmal abgesehen. Sogar einen eigenen Kamin haben die Gerschs! Der wiegt immerhin 1,5 Tonnen. Stabil bleibt das Boot, weil Rolf Gersch 30 Tonnen Ballast im Rumpf geladen hat.

Der Wohnturm - Nidderau-Wickstadt

"Ich kann hier von des Turmes Spitze aus Freiheit mir erträumen, Offenheit, Weite, den Überblick behalten und das ist für mich ein großes Glücks- und Zufriedenheitsmoment." Schon als Kind war Harald Fischer begeistert von Türmen. Im alten Wickstadter Wach- und Speicherturm aus der Zeit um 1400 hat er seinen Wohntraum verwirklicht.

1977 haben Bärbel und Harald Fischer den "Dornröschenturm" von einem Bekannten übernommen. Der Turm ist einer der letzten, die in Deutschland erhalten sind. Verwunschen sah er damals aus, aber auch völlig heruntergekommen. 20 Jahre hat der Umbau letztlich gedauert, Wände wurden herausgenommen, Balken freigelegt, Fenster eingefügt. Fünf Stockwerke haben die Fischers umgebaut und als Wohnräume eingerichtet.

Das Hundertwasser-Haus – Darmstadt

Eine Fassade, die keinem Raster folgt, keine gerade Linie, keine rechten Winkel. Fenster, die aus der Reihe tanzen, 1.048 Stück, jedes anders. Bäume, die aus der Hausfassade herauswachsen, sogenannte "Baummieter", ein begrüntes Dach, ein Bach, als natürliche Grenze für außen stehende Betrachter: Wer in der Waldspirale in Darmstadt wohnt, lebt in einem Kunstwerk.

So wie Familie Schneider, die durch Zufall das Hundertwasser-Haus entdeckte. Es war sozusagen "Liebe auf den ersten Blick". Die Einrichtung der Wohnung, die nun mal keine geraden Wände hat, verlangt Flexibilität. Auch, dass man die Abstellkammer nur über ein bodentiefes Fenster über die Terrasse erreichen kann, nehmen Schneiders sportlich.

Friedensreich Hundertwasser, der ein Gegner der Geometrisierung des Menschen in Form der üblichen rationalen, sterilen Architektur war, hätte sicher seine Freude an dieser Haltung gehabt. Krumme Linien und Spiralen waren für ihn mehr als nur Spielerei. Sie waren künstlerischer Ausdruck für den endlosen, immer weitergehenden Kreislauf der Natur und des Lebens.

Das Blockhaus – Linsengericht

Seit seiner Kindheit liebt Oliver Schattat aus Linsengericht im Main-Kinzigtal den Wald - Holz und Bäume haben ihn schon immer fasziniert. Mit 23 entdeckte er in einer Zeitschrift eine Anzeige für kanadische Naturstammhäuser. Ab da war klar: ein solches Haus soll es mal sein. Gut, dass seine Frau Simone diesen Traum teilte. Zehn Jahre später stand ihr Haus aus kanadischer Rot-Zeder mit Blick über das Kinzigtal.

100 Kubikmeter Holz sind im Haus der Schattats verbaut, was etwa 60-80 Zedern entspricht. Dabei wurde das komplette Haus einmal in Kanada aufgebaut. Stamm für Stamm wurde ausgewählt, zugeschnitten und verbaut. Alles reine Handarbeit. Anschließend wurde jeder Stamm nummeriert, das Haus wieder demontiert und in Einzelteilen nach Deutschland verschifft. Innerhalb von drei Tagen stand es dann. Oliver Schattat lebt mittlerweile nicht nur in einem Blockhaus, er baut auch welche für andere.

Das Kunstwerkhaus "Living Room" – Gelnhausen

In der Kuhgasse in Gelnhausen haben sich die Architekten Gabriela Seifert und Götz Stöckmann einen Wohnort zum Träumen gebaut. Mitten in die Altstadt haben sie ein Haus gestellt, das einerseits an den Fachwerkbau erinnert, der vorher hier stand; andererseits ist das Haus voll von Symbolik und Kreativität. Das wohnliche Erleben findet auf drei Ebenen statt und erfindet sich mit jeder Ebene neu.

Das Herzstück bildet ein Steinquader im Erdgeschoss, auf dem sie direkt leben. 40 Tonnen Stein drücken Erdverbundenheit aus. Im Gegensatz dazu ist man im Obergeschoss dem Himmel und den Sternen ganz nah. Höhepunkt ist das Schlafzimmer im Brückengeschoss. Ein Großteil des Stockwerkes mit samt dem Bett kann aus dem Haus heraus fahren wie eine überdimensionale Schublade. "Living Room" drückt Offenheit aus gibt doch durch die Vielzahl an Rückzugsmöglichkeiten genügend Raum für Privates.

Ein Haus wie eine Seilbahnstation - Bad König

Die Idee brachten sie aus der italienischen Schweiz mit: ein Haus am Hang mit unverbaubarem Blick und ein moderner Baukörper im Kontrast zur umliegenden Natur. Peter Beckenhaub ist Architekt und endlich baute er für sich selbst - ohne Kompromisse. Ein Haus über 27 Meter - langgestreckt und markant. Das rechteckige Haus bekam bald den Spitznamen "Seilbahnstation" vom Volksmund in Bad König.

Innen alles modern und klar, in Kontrast mit natürlichen Materialien wie Holz und Naturstein. Das Küchenreich der Hausherrin hat ihr Mann, der Architekt, selbst entworfen. So schnörkellos wie die Architektur selbst. Türen und Schubladen ohne störende Griffe. Im Vorhof des Hauses lässt sich abgeschirmt von Rollgittern die Sonne genießen oder die Aussicht ins Tal. Italienisches Flair, das sich die Familie durch ihr Traumhaus nach Hessen geholt hat.

Das Baumhaus – Hofgeismar

Im Winter gut sichtbar, im Sommer versteckt unter'm Blätterdach schwebt das zweistöckige Holzhaus zwischen zwei großen dicken Eichen, gestützt von kräftigen Holzstelen und erreichbar über 117 Treppenstufen; wer es bequemer mag kann auch den Lift nehmen. Bernhard Sander war es wichtig, dass sein "Baumhaus" wirklich ein Haus und nicht nur eine Hütte wird und den gleichen Komfort hat wie ein "bodenständiges".

Und so bietet sein zweistöckiges Wochenendhaus mit gut 55 Quadratmetern Wohnfläche so ziemlich alles, was das zivilisierte Herz begehrt: einwandfreie Wärmedämmung, Heizung, Strom- und Wassernetz mit mehreren Terrassen und Plattformen für Hängematten, 360-Grad-Panorama inklusive.

Innen: eine große gemütliche Wohnstube mit Schlafkojen Richtung Osten, "damit die Sonne morgens hineinscheint", sowie Bad und Kochnische, oben eine Spieletage mit mehreren Schlafmöglichkeiten für die Enkel. Alles lichtdurchflutet und mit originellen Details eingerichtet. Zwei Jahre lang hat der 65-jährige Zimmermannsmeister an der Planung getüftelt, der Bau ging dann recht schnell. Einen Kindheitstraum hat sich Bernhard Sander damit erfüllt.

Das energieeffiziente Architektenhaus – Pohlheim-Watzenborn-Steinberg

Das Wohnhaus in Pohlheim, Ortsteil Watzenborn-Steinberg, liegt eingebettet in eine naturnahe Umgebung, angrenzend an Streuobstwiesen. Architektin Katja Hartmann hat es in hochgedämmter Holzrahmenbauweise als "KFW 60"–Haus entworfen und errichten lassen. Das Haus erreicht diesen Standard ohne besondere finanzielle Aufwendungen. Der Hauptbaukörper mit den Wohnräumen wird durch einen nordwestlichen Nebenbaukörper im Obergeschoss mit den Schlafräumen optisch unterbrochen. Der südliche, offene Wohnbereich ist hausbreit, durch die raumhohen Eckfenster fällt zu jeder Tageszeit genügend Licht, von der Galerie aus kann der Blick in die Natur schweifen. Der offene Grundriss gibt dem Innenraum Großzügigkeit, die sich in der Gestaltung der Außenanlage fortsetzt.

Im Innenraum verwendeten die Bauherren vorwiegend naturnahe Materialien, beispielsweise Holz- und Schieferböden. Durch eine kurze Bauzeit von Juli bis Dezember 2008 konnten Katja Hartmann und Martin Wolni schnell in die 170 Quadratmeter einziehen.

Das Architektenhaus in Pohlheim unterscheidet sich in Ausrichtung, Formensprache und Materialwahl von seiner Umgebung und signalisiert eine moderne, wertbeständige Form des Wohnens.

Das historische Landgut - Lich-Eberstadt

"Es ist so, dass ich mich mit dem Haus zusammen entwickelt habe, über die Jahre sind immer wieder neue Impulse, neue Ideen gekommen und so sind wir zusammen gewachsen. Und das Haus trägt jetzt mein Gesicht."

Am nördlichen Rand der Wetterau in Lich-Eberstadt liegt ein historisches Landgut, das von der Malerin Annette Habicht umgestaltet wurde. Den ehemaligen Heuboden unter dem Dach hat sie in ihr Atelier verwandelt. Geerbt hat sie das Landgut von ihrem Großvater und hat seinen Umbau als Studentin durch ihre Kunst finanziert.

Ihr Urgroßvater ließ das Landgut einst bauen. Jetzt steht es unter Denkmalschutz und im verwinkelten Garten finden sich viele Pflanzen und Accessoires aus Mallorca, die sie von ihren Malreisen mitgebracht hat: Hibiskus, Agaven, Steinmauern oder Geländer wie bei einer Finca.

Sendung: hr-fernsehen, "Erlebnis Hessen", 13.01.2018, 16:45 Uhr