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zum Video Frag Glaeske - Medikamente: Unterschätzen wir die Nebenwirkungen?

Jeden Tag kommen tausende Menschen wegen gravierenden und mitunter lebensbedrohlichen Nebenwirkungen von Medikamenten in die Klinik. Wie groß ist das Risiko? Wir fragen nach beim Gesundheitsexperten Gerd Glaeske.

Früher war Wolfgang Fuchs Marathonläufer, heute sitzt er im Rollstuhl. Schuld an seinem Schicksal sind schwere Nebenwirkungen, weil er fünf Tabletten Antibiotikum einnahm: „Es war mir fast unmöglich überhaupt aufzustehen und die Belastung meines Körpergewichts zu tragen.“ Seither sitzt der 48 jährige im Rollstuhl und ist lebenslang arbeitsunfähig.

Gegen eine Prostataentzündung bekam er das Mittel Levofloxacin aus der Gruppe der Fluorchinolone. Mögliche Sehnenrisse stehen zwar im Beipackzettel, vom Arzt gewarnt wurde er nicht.

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BfArM: Datenbank über unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bietet einen öffentlichen Zugang zur Datenbank unerwünschter Arzneimittelwirkungen („UAW-Datenbank“). Dort können können Verdachtsfälle zu einzelnen Nebenwirkungsbegriffen, Wirkstoffen, Zeiträumen und Altersgruppen gesucht werden.
Den Zugang zur Datenbank finden Sie hier.

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„Ein kleines Verbrechen“

Wolfgang Fuchs ist wütend: „Wohlwollend ausgedrückt ist das Verhalten des Arztes unverantwortlich mir gegenüber als Patient, weil es um mein Leben, um meine Existenz geht, beziehungsweise um wesentliche Teile meines Lebens, die ich verloren habe dadurch. Nicht wohlwollend ausgedrückt ist es für mich ein kleines Verbrechen.“

Die gefährlichen Nebenwirkungen von Fluorchinolonen sind seit den 90ern bekannt. Eigentlich dienen sie nur als Reservemedikamente, werden aber immer noch millionenfach auch bei leichten Infektionen verschrieben. Trotz des Risikos.

Mehr über das Thema Wechselwirkungen von Medikamenten hat Mex hier für sie aufbereitet.

Im beigefügten Video erklärt Gerd Glaeske, ob Ärzte und Patienten die Nebenwirkungen zu oft unterschätzen.

Sendung: hr-fernsehen, "Mex", 20.09.2017, 20:15 Uhr