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zum Video Warzen und Schlupflider behandeln

In manchen Fällen lassen sich mit dem Plasma unschöne Hautveränderungen wie Falten, Schlupflider, Narben oder auch Warzen beseitigen. Und das ganz ohne OP! Zum Einsatz kommt hier der sog. Plasma-Pen – eine Art Stift, mit dessen Hilfe die entsprechenden Stellen bestrahlt werden.

Visitenkarte für den ersten Eindruck

Eine schöne, ebenmäßige Haut gilt als Zeichen äußerer Schönheit. Dabei vergessen wir, dass die Haut auch ganz wichtige Körperfunktionen erfüllt. Und wir muten ihr einiges zu: enorme Temperaturschwankungen und schädliche Sonnenstrahlen, wir pflegen sie oft nachlässig oder setzen sie unzähligen Duft- und Reizstoffen aus. Die Haut gilt als Spiegel unserer Seele. Stress, zu wenig Schlaf oder falsche Ernährung verursachen Irritationen in Form von Rötungen oder schuppenden und juckenden Flecken. Wenn wir älter werden, kommen neben Falten und Schwellungen dann auch oft noch Warzen oder braune Hautstellen hinzu. Wenn die nicht verschwinden, muss geklärt werden, ob dahinter vielleicht sogar bösartige Zellveränderungen stecken, also Hautkrebs. Meist aber sind solche altersbedingten Hautveränderungen störend und unschön, aber gutartig.

Unschön und ansteckend – echte Warzen

In beinahe jedem Märchen kann man die böse Hexe schon an der unübersehbaren Warze erkennen – bei ihr handelt es sich um eine gutartige Bindegewebswucherung und nicht um eine >echte< Warze. Die nämlich wird durch Viren ausgelöst und durch direkten Hautkontakt oder durch abgeschilferte Hautschuppen übertragen. Ein feucht-warmes Klima begünstigt das Wachstum echter Warzen, deshalb steckt man sich in Schwimmbädern und Saunen besonders leicht an. Sind die Warzen klein, kann man sie selbst behandeln, beispielsweise mit ätzenden oder säurehaltigen Mitteln, die es in der Apotheke zu kaufen gibt. Hier ist aber Geduld gefragt, denn es dauert meist einige Wochen bis die Warzen verschwinden. Ganz wichtig ist es, die gesunde Haut in der Umgebung zu schützen, damit sich die Viren nicht weiter ausbreiten können. Bei großen Warzen, oder wenn die Warzen sich bereits ausgebreitet haben, ist ein Arztbesuch ratsam. Das gilt auch für Dornwarzen, die vor allem an den Füßen entstehen und meist einen dicken Hornhautwall mit roten und schwarzen Punkten aufweisen. Da Dornwarzen nach innen wachsen, verursachen sie mit zunehmender Größe oft starke Schmerzen.

Falten und Flecken im Laufe der Jahre

Ähnlich wie Muttermale oder Sommersprossen zählen auch Altersflecken und Alterswarzen zu den gutartigen Pigmentablagerungen der Haut. Je häufiger über Jahre die Haut ungeschützt den UV-Strahlen ausgesetzt war, umso eher bekommt man die braunen Altersflecken. Sie sehen tatsächlich aus wie Sommersprossen und liegen im Hautniveau, sind aber nicht so punktförmig, sondern sehen eher aus wie kleine Kaffeeflecken in der Haut. Dagegen liegen Alterswarzen (medizinisch: seborrhoische Keratosen) leicht über dem Hautniveau, haben eine unterschiedlich braune Färbung und man tastet eine verhornende, aber weiche, etwas zerklüftete Oberfläche. Bei ihnen handelt es sich um Hornhautwucherungen mit eingelagertem Melanin. Alterswarzen werden mit der Zeit größer. Durch scheuernde Kleidungsstücke können sie bluten und sich sogar entzünden. Da sie großflächig sind, verursacht eine Entfernung mit dem Skalpell in der Regel eine Narbe. Bisher kam hierfür dann der Laser zur Anwendung. Der Laser reagiert auf die Farbe der Hautveränderung, also bei Feuermalen oder Blutschwämmchen auf die rote Farbe des Blutes oder bei dunklen Altersflecken auf das Pigment (Melanin). Deshalb lässt sich die Prozedur gut steuern. Der Laser zerstört durch Hitze die Zellen. Zurück bleibt eine Hautwunde, die verschorft und dann narbenlos abheilt.

Neue Therapiemöglichkeit: Plasma

Immer mehr Verbreitung findet seit einigen Jahren eine neue Methode, bei der Hautveränderungen mit Plasma entfernt werden. Plasma ist ein gasförmiges Teilchengemisch aus elektrisch geladenen Ionen und Elektronen. Der Plasmazustand gilt nach den klassischen Aggregatzuständen fest-flüssig-gasförmig als vierter Aggregatzustand, den ein Stoff annehmen kann. Mittels Energiezufuhr, beispielsweise Strom oder Wärme werden Moleküle in negativ geladene Elektronen und positiv geladene Ionen aufgespalten, also ionisiert. Blitze, die bei Gewittern entstehen oder die Sonne selbst sind nichts anderes als viele Millionen Grad heiße Plasmen. In der Medizin werden heiße Plasmen seit den 1960iger Jahren in der Sterilisation von OP-Instrumenten eingesetzt: Ausgangsstoffe sind die Gase Argon oder Helium. Durch Energiezufuhr entstehen reaktive Stickstoff- und Sauerstoffradikale sowie UV-Strahlung, die Mikroorganismen abtöten können.

Berührungslose Entfernung

Dank technischer Weiterentwicklung lassen sich seit knapp zehn Jahren Plasmen herstellen, die zunehmend in der Medizin Anwendung finden. Da gibt es zum Einen den handlichen „Plasma-Pen“, der wie ein dickerer Schreibstift aussieht. Das Gerät erzeugt einen Plasmafluss, der bei einer geringen Eindringtiefe von nur wenigen Millimetern in der Haut zu einer Hitzeentladung führt, durch die beispielsweise Warzen, Altersflecken oder auch erweiterte Äderchen entfernt werden können. Zunächst wird eine Betäubungssalbe aufgetragen, um die Haut gegen die Hitze unempfindlicher zu machen. Der Plasma-Pen arbeitet mit ca. 70 Grad Celsius. Da es immer nur ganz kurze Blitze sind, die abgegeben werden, ist das aber gut auszuhalten. Durch die Behandlung können Warzen, Narben und andere Hautunebenheiten entfernt werden. Im Anschluss bildet sich auf der behandelten Hautstelle Schorf, der dann nach etwa einer Woche von selbst abfällt. Während dieser Zeit soll die behandelte Stelle möglichst in Ruhe gelassen werden. Spezielle Cremes sind nicht nötig. Nachdem der Schorf abgefallen ist, zeigt sich eine neue, zartrosa Hautschicht, die sehr lichtempfindlich ist. Deshalb sollte nach der Plasma-Behandlung für ein halbes Jahr die Haut mit einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor geschützt werden.

Gegen Falten und Schlupflider

Mit dieser Plasmatherapie können auch kleine Fältchen, Krähenfüße oder überschüssiges Gewebe an den Lidern aufgerichtet und gestrafft werden. Anders als bei operativen Lidstraffungen wird keine Haut entfernt und müssen keine Nähte gesetzt werden, allerdings ist der Effekt auch deutlich geringer. Die Plasmabehandlung bietet sich deshalb im Anfangsstadium des Alterungsprozesses an. Nicht selten muss die Behandlung auch mehrmals wiederholt werden. Ob Warzen oder Schlupflider… Solche Behandlungen gelten als kosmetische Eingriffe und müssen von den Betroffenen aus eigener Tasche bezahlt werden. Manche privaten Krankenkassen zahlen sie. Die Preise pro Therapiesitzung sind sehr unterschiedlich. Bei Warzenentfernungen liegen sie zwischen 25 und 50 Euro je Sitzung. Bei der Lidstraffung bei 350 bis 800 Euro. Sind größere Eingriffe geplant, lohnt sich unter Umständen der Vergleich. Wichtig ist jedoch auch die Erfahrung des Behandlers, um ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.

Weitere Informationen

Buchtipps

Suna Heyan
Das 1x1 der Haut: Anti-Aging Tipps und Tricks für eine gesunde und schöne Haut
Verlag Independently published 2017
ISBN-10: 1520976674
ISBN-13: 978-1520976679
Preis: 5,99 Euro
Auch als Kindle Edition
Dateigröße: 1577.0 KB; ASIN: B078P5155Y
Preis: 2,99 Euro

Yael Adler
Haut nah: Alles über unser größtes Organ
Verlag Droemer HC; überarbeitete Neuauflage September 2016
ISBN-10: 3426276992
ISBN-13: 978-3426276990
Preis: 16,99 Euro

Maria Treben
Probleme mit der Haut: Vorbeugen - erkennen – heilen
Ennsthaler Verlag, 3. Auflage 2017
ISBN-10: 3850688119
ISBN-13: 978-3850688116
Preis: 14,90 Euro

Susanne Kehrbusch
Alles klar mit Haut & Haar
emu-Verlags- und Vertriebsgesellschaft Ernährung-Medizin-Umwelt; 11. Auflage 2017
ISBN-10: 3891890834
ISBN-13: 978-3891890837
Preis: 16,80 Euro

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Autorin: Eva Maria Siefert

Sendung: hr-fernsehen, "service: gesundheit", 25.01.2018 18:50 Uhr