Die Erkältung nimmt ihren Lauf, ob mit oder ohne Medikamente, so wird es oft gesagt. Ist das wirklich so? Zwei bis drei Mal pro Jahr sind Erwachsene statistisch gesehen erkältet, Kinder sogar bis zu acht Mal.

Betroffene greifen zu den verschiedensten Arzneimitteln, in der Hoffnung, ihre Beschwerden zu lindern oder am besten ganz frei davon zu werden. Allein von den zehn meistverkauften Erkältungsmedikamenten gehen jedes Jahr über 50 Millionen Packungen über den Tresen - ein gigantisches Geschäft. Aber wirken diese Mittel überhaupt? Der Umsatz mit Erkältungspräparaten ist hoch. Über sechs Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für rezeptfreie Medikamente aus - Tendenz steigend. Ein Viertel dieses Umsatzes entfällt auf Präparate gegen Erkältungskrankheiten, gefolgt von Schmerzmitteln, die ebenfalls oft von Schnupfenpatienten genutzt werden. Aber halten die nicht verschreibungspflichtigen Medikamente tatsächlich, was Werbung, Arzt und Apotheker versprechen?

Die Sendung geht auf Spurensuche: Wie gut ist die Beratung in Praxen und Apotheken? Wie werden Medikamente überprüft: Ist alles, was zugelassen ist, automatisch wirksam? Welche Alternativen gibt es? Und wie schützt die Politik vor Geschäftemacherei mit der Sehnsucht nach Gesundheit? Die Filmautorin Katarina Schickling sucht unabhängige Experten aus dem Bereich der Medizin und der Forschung auf, konfrontiert die Pharmaindustrie mit Kritik an den Medikamenten und untersucht, welche Rolle der viel beschworene Placebo-Effekt, also der bloße Glaube an die Wirkung von Arzneien, beim Gesundwerden spielt. Die Dokumentation beleuchtet aktuelle Themen gesellschaftlicher Relevanz, die ein breites Publikum ansprechen. Recherchewege werden offengelegt, und es wird thematisiert, warum gerade dieser Experte zu Wort kommt und ein anderer nicht. Auch Recherche-Pfade, die ins Leere laufen, können Teil des Films sein.

Ein Film von Katarina Schickling