Zwei Franziskaner-Nonnen verlassen Mitte der neunziger Jahre ihr Kloster im frommen Münsterland und gehen in die Hauptstadt Berlin, um Aids-Kranke beim Sterben zu begleiten. Damals beherrschte das Virus die Schlagzeilen, heute ist Aids beinahe in Vergessenheit geraten. Doch noch immer sterben allein in Berlin jede Woche zwei Menschen an der Immunschwäche-Krankheit. Die beiden Nonnen Juvenalis, 71 Jahre alt, und Hannelore, 48 Jahre alt, haben inzwischen einen Hospiz-Dienst gegründet. In ihrem Büro hängen an einem großen goldenen Vorhang unzählige Kärtchen, auf denen ein Name, das Alter und das Todesdatum stehen. Ein Stockwerk über dem Büro haben die beiden Nonnen sich ihr kleines Kloster eingerichtet, in das sie sich zurückziehen können, um zu beten. Paul und Marc werden von Beginn an von den beiden Franziskaner-Nonnen betreut. Paul ist 61 Jahre alt und seit über 22 Jahren HIV-positiv. Jeden Tag nimmt er riesige Mengen Medikamente zu sich, inzwischen fällt ihm das Sprechen immer schwerer. Auch sein Partner Marc ist infiziert, wiewohl die Krankheit bei ihm noch nicht ausgebrochen ist. Seit bei Paul im Frühjahr dieses Jahres die Nieren versagt haben, muss er dreimal in der Woche in die Dialyse.