Über den Dächern der verwinkelten Altstadt kreist ein Zeppelin, in der überfüllten Kaiserstraße bejubel Zehntausende die Sportler der Internationalen Arbeiterolympiade, vor der Stadt fällen Arbeiter die ersten Bäume für den neuen Flughafen, in den engen Gassen zwischen Dom und Römer vertreiben sich die Kinder der ärmeren Leute die Zeit - Bilder aus einer Stadt, die im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs fast vollständig unterging. Mit neuem, lange verschollenem Filmmaterial aus Archiven und Privatbesitz lässt der Film das alte Frankfurt wieder erstehen: eine Zeitreise in eine versunkene Stadt, zu Gassen und Plätzen, die nur noch wenige Menschen mit eigenen Augen gesehen haben.

Einige von ihnen, damals noch Kinder, berichten in der Dokumentation von Jörg Adrian Huber, wie das Leben dort wirklich war: Ihre Erinnerungen lassen die schwarz-weißen Szenen farbig werden, hauchen den Straßen und Häusern neues Leben ein. Wo aber standen die schönen Gebäude, welche Straßen sind zu sehen? Immer wieder kehrt der Film aus der Vergangenheit für einen kurzen Moment zurück in die Gegenwart und umgekehrt. Die Straßenzüge verwandeln sich, nur einzelne Gebäude bleiben unverändert: historische Bezugspunkte, die den Wandel der Zeiten überdauert haben. Der Betrachter kann sich plötzlich in einer Stadt orientieren, die es so schon lange nicht mehr gibt.

Ein Film von Jörg-Adrian Huber