Es ist ein schockierendes Bild: Mustafa K., ein junger Deutscher, hält in einer syrischen Ortschaft grinsend den abgeschlagenen Kopf eines gefallenen Gegners in die Kamera. Mustafa K. ist kein Einzelfall: Etwa 300 fanatisierte junge Deutsche kämpfen nach offiziellen Angaben derzeit im syrischen Bürgerkrieg auf Seiten islamistischer Terrorgruppen. In einigen deutschen Städten gibt es eine Szene gewaltbereiter und radikalisierter Muslime, die diesen Kampf unterstützen und selbst bereit sind, für ihre Form des Glaubens in den Tod zu ziehen. Was bringt diese jungen Frauen und Männer dazu, in einem fremden Land für Allah sterben zu wollen? Der Film gibt exklusive Einblicke in diese Szene und zeigt die Schwierigkeit der deutschen Gesellschaft im Umgang mit diesem Phänomen. Frankfurt, 7. September 2013. Mit dem Vorwand, er wolle auf die Hochzeit eines Freundes, verlässt der 16-jährige Enes das Haus. Am nächsten Tag schickt er seiner Mutter eine SMS: Er sei auf dem Weg nach Syrien, um an der Seite seiner muslimischen Brüder und Schwestern zu kämpfen. Keine drei Monate später stirbt Enes in Syrien. Er ist bisher das jüngste deutsche Opfer. Wie konnte es dazu kommen, dass ein ganz normaler Deutscher zu einem sogenannten Gotteskrieger wurde? Anhand der Geschichte von Enes zeigt der Film den Weg der Radikalisierung junger Deutscher nach, zeigt das Umfeld, in dem sich die jungen Muslime radikalisieren. Aber auch verzweifelte Angehörige kommen zu Wort, die nicht verstehen können, wie ihre Kinder in die Fänge der Gotteskrieger geraten konnten. Doch was treibt die Jugendlichen überhaupt in die Arme der Islamisten? Es ist vor allem das Gefühl der Perspektivlosigkeit, dass sie als Muslime nicht anerkannt werden in unserer Gesellschaft. Das mache anfällig für die Rattenfänger, die einfache Antworten geben, meinen Soziologen. Was hat die fanatische Auslegung des Islam, die von den Gotteskriegern gelehrt wird, überhaupt noch mit Religion zu tun? „Sehr wenig“, so die Meinung des islamischen Theologen Mouhanad Khorchide. Die Ideologie der Gotteskrieger sei eher eine Melange aus religiösen Versatzstücken und politischer Agitation. In der deutschen Öffentlichkeit wird das Problem der Gotteskrieger jedoch meist als eines der muslimischen Gemeinden gesehen. Die sind mit dem Problem überfordert, haben sich muslimische Gemeinden doch jahrelang um Integration bemüht. Nun stehen die Gemeindevertreter vor den Trümmern ihrer Arbeit, müssen hilflos zusehen, wie sich die eigenen Söhne und Töchter radikalisieren. Der Film „Sterben für Allah?“ gibt erschreckende Einblicke in die Denkweise der Radikalen, zeigt die Verführungsmechanismen und sucht nach Antworten, wie unsere Gesellschaft auf diese Herausforderung reagieren soll.