„Die Seele bleibt“, sagt der Tenor Rolando Villazón. Mit einem Bauhelm auf dem Kopf stapft er lachend über die Noch-Baustelle der Staatsoper Unter den Linden. Er betritt den Bühnenraum, schmettert eine erste Arie und testet auf diese Weise den Klang im frisch sanierten Gebäude. „Ich laufe hier immer vorbei und denke, wann, wann, wann wird hier endlich eröffnet!“ Nach sieben Jahren Sanierungszeit ist es so weit. Das Opernhaus wurde entkernt bis auf die Mauern. Weitergespielt wurde im Schillertheater. Nach drei Jahren sollte das Haus in neuem Glanz erstrahlen - doch alles verzögerte sich. „Wenn das Schillertheater nicht gewesen wäre, hätten wir in Südamerika, im Dschungel eine Oper eröffnet“, erklärt Intendant Jürgen Flimm. In der traditionsreichen Geschichte des Hauses ist die Sanierungszeit sicherlich nur ein Wimpernschlag, für die Opernfamilie war es eine lange Leidenszeit. Über all die Jahre hinweg hat die Filmautorin Anne Osterloh die Oper und vor allem die Menschen, die dort arbeiten, begleitet. Manche von ihnen kehren zur Wiedereröffnung nicht mehr zurück, sind in Rente oder bereits gestorben. 2010, vor dem Auszug, fiel einigen der Abschied von dem legendären Haus schwer. Musiker, Ankleiderin, Schneiderin, Bühnenreiniger und all die anderen liebten den alten, „abgewohnten und abgearbeiteten“ Bau. Die Arbeit an der Oper war hier weit mehr als ein Beruf: Leidenschaft, Leben, Heimat. Auch davon erzählt „Umzug in drei Akten“: ein Film über den Zauber der Musik, das Lebenselixier Kunst, Menschen an der Oper, eine 275-jährige Tradition und den neusten Eisernen Vorhang, über Villazón und den Wischmop auf der Bühne; über eine Baustelle, mit der sich Hoffnungen und Sehnsüchte verbinden. Es ist eine Hommage an die schönen Künste.