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In Hessen dürfen gastronomische Betriebe wieder öffnen

Die Lust auf Gastronomie ist zurück! Es scheint, als sei Corona vorbei, zumindest wenn man sich die Besucherzahlen am Wochenende anschaut. Wir rechnen nach, wie es den Gastronomonen mit den neuen Öffnungs-Regeln geht und fragen, wie die Stimmung bei Gastwirten und Kunden ist.

So sah es am Pfingstmontag auf der Wasserkuppe aus, Hessens höchstem Berg: schieben und drängeln. Ein erster Lichtblick für Boris Kiauka, Wirt vom Restaurant Peterchens Mondfahrt. Denn der Umsatzverlust in den letzten 7 Wochen beträgt 80.000 Euro. Jetzt ist wieder Betrieb, aber wegen der Abstandsregelung von 1,5 Meter gibt es statt 250 Sitzplätzen nur noch 140.

Maskenpflicht gibt es nur bei den Kellnern. Der Wirt hat 5000 Euro in Hygienemaßnahmen investiert. Zum Beispiel in Einwegkarten: "Jede Karte wird nach dem Gast weggeworfen und eine neue hingelegt, damit wir das Desinfizieren von Karten vermeiden."

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Ein Blick auf die Gästefrequenz und den Umsatz: Vor Corona kamen durchschnittlich 700 Gäste, Durchschnittsbon 13 Euro macht 9100 Euro Umsatz. Und vor 2 Tagen: mehr als die Hälfte weniger Gäste, 3900 Euro Umsatz . Plus 1800 Euro an der Currywurstbude .To go ist dann doch vielen Ausflüglern immer noch lieber.

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Große Wolken im Herbst

18.000 Gastronomie und Hotelbetrieb hat Hessen. Deren Verband Dehoga schätzt, durch die Coronakrise werden 20 Prozent nicht überleben. Und das Kneipensterben wird weiter gehen, meint Gerald Kink, Dehoga Hessen: "Dann kommt eine sehr lange Durststrecke in den Herbst hinein mit wenig internationalen Gästen und wenig Städtereisen. Da sehen ich leider leider noch große Wolken auf uns zukommen und noch mal 20 Prozent der Mitgliedsbetriebe im Herbst verlieren."

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An der Glasscheibe eines Cafés steht neben den verkürzten Öffnungszeiten die Stelle bezeichnet, an der man etwas "to go" bestellen können.
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Besonders schwer haben es vor allem kleinere Gastonomiebetriebe. So wie das "Butta la Pasta" in Wiesbaden von Rosa Bertram. Obwohl die Fünf-Quadratmeter Regel aufgehoben ist, musste sie reduzieren, von insgesamt 28 Plätzen auf gerade mal 10. Die Abstandsregel hat hier also immense wirtschaftliche Folgen, die richtig ins Geld gehen: In der Corona-Zeit hat sie sich mit einem to-go-Angebot über Wasser gehalten, und damit sogar mehr verdient, als jetzt mit den Gästen vor Ort.

Besserung für die Wirte soll jetzt auch eine Steuererleichterung bringen. Ab 1. Juli sol die Mehrwertsteuer für 1 Jahr von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden. Eine Art Hilfe auf Zeit. Aber das gilt nur für Speisen, nicht für Getränke. Immerhin: Das schöne Wetter könnte helfen, die wirtschaftliche Folgen abzumildern. Es ist also los gegangen in der Gastronomie. Aber die Rückkehr zur Normalität ist längst nicht in Sicht.

Autorin: Barbara Berner