Notarzt

12 Stunden im Einsatz mit Rettungskräften in ganz Hessen. Unsere Reporter begleiten Rettungsassistenten, Notfallsanitäter, Piloten und Ärzte. Einige der Portagonisten stellen sich hier vor.

Michael Michalowicz, 35, Rettungssanitäter, Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Fulda e.V.

Ich bin Rettungssanitäter, weil… der Beruf einem sehr viel zurück gibt.

Ein Einsatz lief super, wenn… ich einem Menschen helfen konnte und man ein nettes Danke hört.

Ein Einsatz lief nicht gut, wenn… einem Menschen nicht geholfen werden konnte.

Gefährlich wird es, wenn… man in Routine verfällt.

Lieber Tag- oder Nachtschicht? Kann ich direkt nicht beantworten, beides hat sicherlich Vor- und Nachteile.

Rettungssanitäter ist mein Traumjob, weil… es nie langweilig wird, man sehr viel über sich selbst lernt und die eigene Gesundheit zu schätzen weiß.

Mein Herz schlägt außerdem für… das Ehrenamt und den FC Bayern München.

In meiner Freizeit… reise ich gerne mit meinem Wohnmobil.

So wird man Rettungssanitäter: (Ausbildung)

  • 160 Stunden Theorielehrgang
  • 160 Stunden Klinikpraktikum
  • 160 Stunden Lehrrettungswachenpraktikum
  • 40 Stunden Abschlusslehrgang / Prüfung

- Außerdem braucht man dafür… Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit, Lernbereitschaft, körperliche und geistige Belastbarkeit.

Rettungssanitäter Michael Michalowicz

Wer sollte was anderes machen? Jemand, der kein Blut sehen kann.

Sven Henrich, Brandoberinspektor, Berufsfeuerwehr Gießen

Ich bin Feuerwehrmann, weil… ich gerne mit Menschen zusammenarbeite und weil es mir Spaß macht bei der Feuerwehr zu sein.

Ein Einsatz lief super, wenn… kein Mensch zu Schaden gekommen ist und die Mannschaft gesund und vollständig zurückkommt. Auch sind dankbare Gesichter ein gutes Gefühl.

Ein Einsatz lief nicht gut, wenn… jemand zu Schaden gekommen ist oder wir an unsere Grenzen geraten sind. Auch sind Schaulustige ein steigendes Problem.

Gefährlich wird es, wenn… man die Gedanken nicht beisammen hat und nicht aufpasst. Oder uns ein Dritter in die Quere kommt und uns zusätzlich behindert, das ist unberechenbar.

Lieber Tag- oder Nachtschicht? Wir vereinen es in einem 24 Stunden Dienst.

Feuerwehrmann ist mein Traumjob, weil… ich mir nichts anderes mehr vorstellen kann und es riesig viel Spaß macht.

Mein Herz schlägt außerdem für… meine Familie.

In meiner Freizeit…
bin ich für die Familie da und gehe gerne zum 2. Bundesliga Handball des TV Hüttenberg.

So wird man Feuerwehrmann/frau: Einfach nach erfolgtem Schulabschluss und/oder einer Ausbildung bei einer Berufsfeuerwehr bewerben. Dann erfolgt die Ausbildung nach Vorgaben.

Außerdem braucht man dafür… eine gute Portion Mut. Man muss sich auf Neues einlassen können.

Wer sollte etwas anderes machen? Das kann man so pauschal nicht sagen. Schwindelfrei muss man sein, Platzangst darf man nicht haben und generell sollte man keine Angst vor Neuem haben.

Sven Henrich, Brandoberinspektor, Berufsfeuerwehr Gießen

Sven Jansen, Oberarzt Notaufname, Internist, Intensiv- und Notfallmediziner

Ich bin Notarzt, weil… man auf diese Weise neben dem Klinikalltag auch vor der Einlieferung in ein Krankenhaus Weichen stellen kann und es eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit ist.

Ein Einsatz lief super, wenn… alle Beteiligten den Eindruck haben, das Richtige getan oder erfahren zu haben.

Ein Einsatz lief nicht gut, wenn… man nicht helfen kann. Aber das gehört genauso zum Job wie Erfolgserlebnisse.

Gefährlich wird es, wenn… äußere Umstände wie fehlende Rettungsgasse oder aggressive Zeugen (oder auch aggressive Patienten selbst) das Rettungsteam davon abhalten, dem Patienten die Hilfe zukommen zu lassen, die er braucht. Das kommt leider öfter vor, als man denkt. In anderen Ländern gibt es für solche Umstände teilweise drakonische Strafen, in Deutschland leider (noch) nicht.

Lieber Tag- oder Nachtschicht? Definitiv Tagschicht. Begründung: ich bin kein Nachtmensch.

Notarzt ist mein Traumjob, weil… er, genauso wie alle anderen Retter (ob nun Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr, Pflegekräfte und viele andere) dafür sorgt, dass unser Leben ein bisschen sicherer wird.

Mein Herz schlägt außerdem für… Reisen, meine Freunde und Familie sowie für meinen Kater. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit meinen Freunden, verreise gerne, und ja, ich bilde mich auch fort.

So wird man Notarzt: Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Hessen muss man nach dem Medizinstudium für mindestens zwei Jahre ärztlich tätig sein (hiervon ein signifikanter Anteil auf Intensivstationen oder in einer Notaufnahme). Einem 80stündigen theoretischen und praktischen Notarztkurs schließen sich 50 Fahrten als Praktikant zusammen mit einem Notarzt an. In vielen Bundesländern ist dann zum Abschluss noch eine Prüfung in der Landesärztekammer zu bestehen – seit 1. Juli auch bei uns in Hessen. Aber vorher muss man eben zwei Jahre klinische Tätigkeit absolvieren, mit Patientenkontakten und davon eben 6 Monate auf der Intensivstation, in der Notaufnahme oder in der Anästhesie.

Für den Job benötigt man… manchmal starke Nerven, Empathie, Flexibilität und Entscheidungskraft sowie Improvisationsvermögen (man hat halt keine Klinik dabei, sondern nur das Nötigste).

Wer keine Überraschungen mag… sollte was anderes machen.

Sven Jansen, Oberarzt Notaufname, Internist, Intensiv- und Notfallmediziner

Laura Peter, Notfallsanitäterin, DRK Fulda

Ich bin Notfallsanitäterin, weil… ich etwas machen möchte, mit dem ich Menschen helfen kann und mich Medizin interessiert.

Ein Einsatz lief super, wenn… man dem Patienten helfen konnte und die Kommunikation im Team gut lief.

Ein Einsatz lief nicht gut, wenn… einer der Beteiligten unzufrieden ist.

Gefährlich wird es, wenn… man aufhört, mitzudenken oder keinen Ausgleich zur Arbeit hat.

Lieber Tag- oder Nachtschicht? Lieber Tagdienste, da diese sich besser mit dem sozialen Umfeld vereinbaren lassen.

Notfallsanitäterin ist mein Traumjob, weil… er so abwechslungsreich ist!

Mein Herz schlägt außerdem für…
Amerika, Schnee und Schokolade.

In meiner Freizeit…
schwimme, lese und reise ich gerne.

So wird man Notfallsanitäterin: Man bewirbt sich bei einer Hilfsorganisation, kämpft sich durch das Auswahlverfahren und kann dann die dreijährige Ausbildung, mit Schul-, Klinik- und Rettungsdienst-Praxisanteilen starten. Motivation und Lernbereitschaft sind hier definitiv hilfreich.

Außerdem braucht man dafür… Spaß an der Arbeit mit Menschen und Teamfähigkeit!

Wer sollte etwas anderes machen? Derjenige, der Berührungsängste hat oder Wert auf geregelte Arbeitszeiten legt.

Laura Peter, Notfallsanitäterin, DRK Fulda

Carmi Pici, in der Ausbildung zur Notfallsanitäterin

Ein Portät über Carmi Pici, sie ist 21 und gerade im 3. Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Notfallsanitäterin bei den Johannitern in Wiesbaden. Das könntet Ihr noch zu den Steckbriefen packen.

Videobeitrag

Video

zum Video Steckbrief Carmi Pici

Carmi Pici
Ende des Videobeitrags

Sina Schneider, Rettungsassistentin beim DRK Rettungsdienst Kassel

Sina Schneider

Ich bin Rettungsassistentin,…weil ein großer Teil meiner Verwandtschaft in medizinischen Berufen arbeitet und dadurch schon früh mein Interesse für Gesundheit und Krankheit geweckt wurde. Die Kombination von medizinischen Komponenten, technischer Rettung, Zusammenarbeit mit anderen (Notärzte/Feuerwehr/Polizei/andere Hilfsorganisationen/Pflegeeinrichtungen /Krankenhäuser) und der Umgang mit Patienten und Angehörigen hat einen großen Reiz.

Ein Einsatz lief super,…wenn im Idealfall der Patient profitiert und wir als Team mit unserer Leistung zufrieden sind.

Ein Einsatz lief nicht gut,… wenn es hinterher unterschiedliche Meinungen über die Einsatzsituation gibt und Unzufriedenheit aufkommt.

Gefährlich wird es,…wenn der Einsatz eine Gefahr für den eigenen Leib und die Seele darstellt

Lieber Tag- oder Nachtschicht? Beides. Jede Schicht hat ihren eigenen Reiz. Tagsüber ist man häufiger unterwegs, trifft viele Kollegen, isst evtl. gemeinsam, tauscht sich aus. Nachts weniger, dafür sind die Straße frei, die Notaufnahmen leerer und die Stimmung ist anders. Außerdem variieren von Schicht zu Schicht die Einsätze. (Notruf aus der Kneipe eher Freitagnacht als Mittwochmorgen.)

Rettungsassistentin ist mein Traumjob,…weil jeder Tag anders ist. Auch wenn natürlich eine gewisse Routine einkehrt, ist jeder Mensch/Patient anders und bietet andere Hintergründe und Reaktionen in der Notfallsituation, aber auch im Krankentransport.

Mein Herz schlägt außerdem für…meine Familie und Freunde.

In meiner Freizeit mache ich… gerne Yoga und lese. Momentan verwende ich viel Zeit darauf, mit meinem Freund unsere neue Wohnung zu renovieren.

So wird man Rettungsassistentin: Der Beruf des/der Rettungsassistent/in wird so nicht mehr ausgebildet. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter umfasst 3 Jahre in denen sich Schulblöcke sowie Rettungswachen und Krankenhaus-Praktika abwechseln. Am Ende stehen schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen an.

Das Anforderungsprofil für NotSans und Rettungssanitäter umfasst Engagement, Bereitschaft im Schichtdienst zu arbeiten, Freude am Umgang mit Menschen. Eine Begeisterung für Physiologie und Pathophysiologie des menschlichen Körpers ist hilfreich.

Wer sollte etwas anderes machen? Wer Menschen überhaupt nicht leiden kann, lieber allein arbeitet, sich vor allem, was der Körper ausscheidet über die Maßen ekelt, kein Mitgefühl / Verständnis / Empathie mitbringt (Ausnahmesituationen bringen teils außergewöhnliche Reaktionen mit sich) sollte etwas anderes machen.