wetterkonferenz

Wetter und Klima wird schon in den kommenden 10 Jahren extremer- eine kurze Zusammenfassung.

Der Deutsche Wetterdienst hat seine neusten Ergebnisse bezüglich des Klimawandels in der jährlichen Klima-Pressekonferenz vorgestellt. Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident der Weltorganisation für Meteorologie erklärte, dass unsere Generation zum ersten Mal die Folgen des menschengemachten Klimawandels messen, beobachten und wissenschaftlich analysieren können. Gleichzeitig warnte er davor, so weiter zu machen wie bisher, da momentan alle wichtigen Stellschrauben sich unverändert in die falsche Richtung drehen würden. Dabei seien vor allem die Emissionen von Treibhausgasen gemeint, die im vergangenen Jahr gestiegen sind. Die Veränderungen im Klima sind bereits sichtbar, nicht nur beim Temperaturanstieg. Der Deutsche Wetterdienst berechnete erstmals Klimavorhersagen für die kommenden 10 Jahre mit einer klaren Tendenz.

Es wird weltweit und in Deutschland deutlich wärmer werden, die Prognosen berechnen in allen deutschen Regionen ein Anstieg des Temperaturmittels von 1,5 bis 2 C° im Vergleich zum 30-jährigen Bezugszeitraum 1981 – 2010. Im Jahr 2020 werden bereits 1 bis 1,5 Grad erreicht.

Zu den Ergebnissen des Deutschen Wetterdienstes gehören nicht nur Temperaturprognosen, sondern erstmals wurde auch flächendeckend Starkregen betrachtet. In der Abbildung sind die Anzahl der Starkniederschlagsereignisse in Deutschland im Zeitraum 2001-2018 mit den Häufigkeiten für jeden Monat aufgeführt. Es wird bei dieser Statistik keine Unterscheidung der Andauer des Ereignisses getroffen. Die helleren Farben signalisieren eine geringe Anzahl der beobachteten Starkregenereignisse. Am häufigsten sind sie im Jahr 2016 aufgetreten. Interessant ist ebenfalls, dass im Jahr 2018 überdurchschnittlich viele Ereignisse gemessen worden sind, obwohl es einen trockenen Sommer gegeben hat. Diese Auswertung passt gut zu den Erwartungen der Klimaforscher. Deutschland bekommt es im Sommer häufiger mit extremen Niederschlägen zu tun, gefolgt von Phasen längerer Trockenheit.

Die Zeitspanne von 18 Jahren ist zu kurz, um einen eindeutigen Trend abzulesen, aber tendenziell wird das Wetter in Deutschland extremer, sowohl für trockene wie für nasse Tage.

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 18.03.2020 19:15 Uhr