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Der April 2020 war hierzulande der sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Das hat es seit Beginn der flächendeckenden Messungen der Sonnenscheindauer im Jahr 1951 noch nicht gegeben. Zudem war es der dritttrockenste und siebtwärmste April. Verursacht wurden diese Witterungsanomalien von kräftigen Hochdruckgebieten über Mitteleuropa. Doch der April 2020 hatten noch mehr zu bieten. Besonders ungewöhnlich waren auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die zahlreichen Waldbrände aufgrund der Trockenheit.

Mit 10,5 Grad Celsius lag im April 2020 der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 3,1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961 - 1990. Seit Messbeginn 1881 ist der April somit der siebtwärmste. Außergewöhnlich war auch das Nord-Süd-Gefälle. Am 17. April gab es eine Temperaturdifferenz von 17,3 Grad zwischen Wangerland-Hooksiel, nördlich von Wilhelmshaven und Waghäusel-Kirrlach bei Karlsruhe. Dort wurde auch die bundesweit höchste Temperatur für diesen Monat von 26,5 Grad gemessen. Nachts ist es ordentlich kalt gewesen. Kältester Ort war Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -12,0 °C. Viele wolkenlose Tage und sehr klare Luft sorgten häufig auch für außergewöhnliche Temperaturunterschiede von bis zu 25 Grad zwischen Tag und Nacht. Zudem sind die Sommertage und die Frostnächte erwähnenswert. Während es nämlich in Sohland an der Spree 23 Frostnächte gab, meldete Waghäusel-Kirrlach bereits acht Sommertage von mehr als 25 C°.

Während sich viele über das freundliche Wetter freuen konnten, so haben Landwirte, Allergiker, Tiere und Pflanzen wenig zu lachen gehabt, denn es war viel zu trocken. Durch das Hochdruckwetter war es sehr niederschlagsarm und das landesweit. Im Flächenmittel gab es in Deutschland nur etwa 17 mm Regen, normal wären 58 mm. Der April ist somit der dritttrockenste seit Messbeginn. Das ergeben aktuelle Informationen des Deutschen Wetterdienstes. In viele Regionen von Deutschland fiel bis zum 27. April fast kein Regen. Meiningen in Thüringen meldete lediglich 0,4 mm Regen. Da Mitte bis Ende März ebenfalls wenig Regen fiel, sind die Auswirkungen der Trockenheit teils dramatisch. Allergiker mussten sich, da die Luft nicht vom Regen ausgewaschen werden konnte, mit einer starken Pollenbelastung herumschlagen, die trockenen Böden machten es besonders Landwirte schwer und die Waldbrandgefahr stieg zum Teil auf die höchste Stufe.

Besonders in Erinnerung bleibt dieser April aber wegen seiner außergewöhnlich hohen Anzahl an Sonnenstunden. Seit Messbeginn 1951 wurden nie mehr Sonnenstunden im Flächenmittel gemessen. Die Anzahl summiert sich auf 294 Stunden, normal wären 154 Stunden. Am sonnigsten war es nördlich von München mit 310 Stunden. Nimmt man die letzte Hälfte des März noch dazu, erhält man eine beachtliche Summe von rund 500 Sonnenstunden seit dem 13. März.

Die sonnenreichen Tage haben mit der Umstellung der Wetterlage Ende April ihr Ende gefunden. Im Mai wird es vorerst mit dem wechselhaften Wetter weitergehen.

Donnerstag, 30. April 2020

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion