regenmengen

Das frühlingshafte trockene Wetter findet vorerst sein Ende.

In vielen Regionen Deutschlands ist es seit Wochen trocken. Während sich viele über das freundliche Wetter freuen, so haben Landwirte, Allergiker, Tiere und Pflanzen momentan wenig zu lachen, denn sie benötigen dringend Regen. Ab Dienstag leiten Tiefs über Mitteleuropa eine wechselhafte Wetterphase ein. Doch wie viel Regen wird fallen und wer bekommt am meisten Regen ab?

Dieser April war auf dem Weg noch trockener zu werden als der April 2007. Dieser ist der trockenste und wärmste April seit Messbeginn. Im Jahr 2020 war es ab Mitte bis Ende März zusätzlich trocken. Die Auswirkungen sind teilweise dramatisch.

Seit Wochen müssen sich Allergiker mit einer hohen Pollenbelastung herumschlagen, da die Luft vom Regen nicht ausgewaschen werden kann. Die Landwirte befürchten Ernteausfälle aufgrund des trockenen Bodens. Nach dem Dürremonitor des Helmholtz-Instituts für Umweltforschung leidet der gesamte Oberboden bis 25 cm Tiefe unter einer moderaten bis außergewöhnlichen Dürre. Da die Pflanzen ihr Wasser aus dem Oberboden beziehen, leiden sie momentan unter erheblichen Trockenstress. Betroffen sind vor allem Sommergetreide, Raps und Mais. Zudem besteht eine hohe Waldbrandgefahr.

Ab Dienstag verspricht zunehmender Tiefdruckeinfluss über Mitteleuropa für eine Linderung der Trockenheit und deren damit verbundenen Auswirkungen. Deutschland gelangt auf die Vorderseite eines Tiefs über Frankreich. Dabei wird feuchte Luftmassen aus Südwesten herangeführt. Zudem ist die Luftmasse leicht labil geschichtet. Das führt zur Entwicklung schauerartiger verstärkter Niederschläge, vereinzelt sind dann auch Gewitter möglich. Am Mittwoch schiebt sich ein flacher Hochdruckkeil über Deutschland und lässt die Schauer vorübergehend abklingen. Ab Donnerstag befinden wir uns aber erneut an der Vorderseite eines neuen Tiefs über Frankreich, deshalb werden weitere Niederschläge erwartet.

Wie an der akkumulierten Niederschlagsmenge des ECWMF-Modells bis Freitag zu erkennen ist, kommt fast ganz Deutschland in den Genuss von Niederschlägen, allerdings werden die Niederschlagsmengen unterschiedlich simuliert. Tendenziell wird es im Alpenvorland am meisten regnen, dort sind bis zu 60 l/m2 zu erwarten. Auch im Nordwesten gibt es einiges an Regen, simuliert werden Niederschlagsmengen zwischen 15 l/m2 und 30 l/m2, örtlich auch bis zu 35 l/m2. In Teilen von Ost- und Süddeutschland werden nur um die 10 l/m2 vorhergesagt. Dort wird die Trockenheit allenfalls nur abgemildert.

Im Vergleich zu anderen Modellen gibt es bei der Niederschlagsverteilung noch eine gewisse Unsicherheit. Das GFS Modell simuliert im aktuellen Modelllauf etwas mehr Niederschlag im Südosten und Nordwesten, das ICON Modell ist im Nordwesten etwas verhaltender. Ob die wechselhafte Wetterlage im Mai noch weitergeht, bleibt aus heutiger Sicht abzuwarten.

Montag, 27.04.2020

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion