hitzetag

Subtropische Warmluft erreicht Deutschland. Aber reicht das auch für den ersten Hitzetag des Jahres?

Wärme kündigt sich im Laufe der Woche für weite Teile Deutschlands an. Ausflügler erwartet am Donnerstag häufig sonniges und warmes Wetter, mitunter könnte man sogar ganz schön ins Schwitzen kommen. Am Freitag könnte das Thermometer die 30-Grad-Marke knacken, das würde den ersten Hitzetag des Jahres bedeuten. Doch wie wahrscheinlich ist der Eintritt dieses Ereignisses und was lässt sich sonst noch so zu den Hitzetagen berichten?

Hoch "Quirinius" hat seit dem Muttertag am 10. Mai Einfluss auf unser Wetter in Deutschland. Es platziert sich im Wochenverlauf über Mitteleuropa. Tiefdruckgebiete werden so zunächst von Deutschland ferngehalten. Die Strömung dreht von Nord über Ost auf Süd und bringt an der Südwestflanke des Hochs milde Luftmassen subtropischen Ursprungs nach Mitteleuropa mit. Da durch das Tief „Erna“ noch recht kühle Luft aus Norden eingeflossen ist, dauert es bis Donnerstag bis sich die milde Luft aus Südwesten allmählich im gesamten Land durchsetzen kann. Mit Unterstützung der Sonneneinstrahlung steigen die Temperaturen am Donnerstag und Freitag kräftig an.

Im vergangenen Jahr wurde der erste Hitzetag am 2. Juni mit 33,2 Grad in Potsdam in Brandenburg erreicht. Im Mai dieses Jahres wurden zwar schon sommerliche Temperaturen mit bis zu 29 Grad in Ihringen oder 28,9 Grad in Breisach am Rhein gemessen, der erste Hitzetag blieb aber bisher aus. Am meisten Hitzetage gab es im Mai 1953, damals konnte verbreitet bis zu sieben Tage verbucht werden.

Durch den Klimawandel gibt es einen eindeutigen Trend zu mehr Hitzetagen im Jahr. 2018, 2003 und 2015 waren, gemittelt über die gesamte Fläche von Deutschland, die Jahre mit der höchsten Anzahl an Hitzetagen. 2018 ist momentan der Spitzenreiter mit bis zu 20 Hitzetagen im deutschen Gebietsmittel, gefolgt von 2019 mit 17 Hitzetagen. Einen Trend, den man nicht unterschätzen darf, denn steigende Temperaturen können sich nachteilig auf die Gesundheit der Menschen auswirken. In Bodennähe steigt die Ozonbelastung, die Verunreinigung der Luft nimmt ebenfalls zu. Daraus können zunehmend Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine zusätzliche Belastung der Atemwege erfolgen.

Ob wir den ersten Hitzetag am Freitag erleben werden, kann man noch nicht genau sagen, die Temperaturprognosen reichen bis knapp zu der 30-Grad-Marke. Es scheint also eine knappe Kiste zu werden. Am wahrscheinlichsten ist der Eintritt dieses Ereignisses in den Flusstälern im Südwesten von Deutschland. Ab Samstag droht mit einer Kaltfront dann deutliche Abkühlung. Erst zum Wochenbeginn sind mit einem neuen Hoch wärmere Temperaturen möglich. Die Prognosen sind sich aber diesbezüglich heute noch ziemlich uneinig.

Dienstag, 19.05.2020

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion