Hurrikansaison2020

Während bei uns in Deutschland überwiegend durchschnittliches Herbstwetter zu finden ist, braut sich über dem Nordatlantik wahrscheinlich ein neuer Rekord zusammen. Diese Saison ist auf dem besten Weg, die bisher aktivste Hurrikansaison 2005 mit 28 benannten tropischen Stürmen zu übertrumpfen.

Noch knapp 2 Monate bleiben dem Nordatlantik in der andauernden Hurrikansaison, die offiziell vom 1. Juni bis 30. November geht, um drei weitere benannte Sturmsysteme hervorzubringen und somit die Hurrikansaison 2005 von ihrem Thron zu stoßen. Genau wie wir in Deutschland unsere Stürme benennen, so bekommen auch die tropischen Wirbelstürme einen Namen. Diese Namen sind im Voraus schon festgelegt und nachdem die meisten Buchstaben aus dem Alphabet (für Q, U, X, Y, Z gab es keine Namen) benutzt wurden, wird auf das griechische Alphabet zurückgegriffen. Das die Liste der 21 Namen für eine Saison nicht ausreicht, ist allerdings sehr selten. Bisher war das genauer gesagt erst zweimal der Fall, im Jahr 2005 und eben dieses Jahr.

Momentan liegt der tropische Sturm Gamma (Nr. 25) vor Yukatan und Hurrikan Delta (Nr. 26) im Karibischen Meer. Da der Oktober erst angefangen hat, sind die Chancen groß, dass sich noch weitere tropische Stürme ausbilden. Am häufigsten entstehen tropische Wirbelstürme aus einem ostwärts wandernden Regengebiet, das in einem 30- bis 60-tägigen Rhythmus immer wieder um den Äquator herum auftaucht und im Nordatlantik eine der größten Entstehungsquellen von tropischen Stürmen ist. In diesem Gebiet findet man nicht nur erhöhte Konvektion, sondern auch geringere Windscherung. All das begünstigt die Entstehung der tropischen Wirbelstürme. Gleichzeitig ist die Energiequelle der Stürme, der Nordatlantik, warm genug, um den Stürmen genügend Energie zum Wachsen bereitzustellen.

Der Oktober ist immerhin noch der drittaktivste Monat in der Hurrikansaison und bringt durchschnittlich zwei benannte Stürme hervor, der nachfolgende November im Schnitt einen. Die Chancen stehen also gut, den zahlenmäßigen Rekord von 2005 zu knacken. Vergleicht man aber die beiden Saisons, so kann man sehr schnell erkennen, dass sie zwar von der Anzahl der benannten Stürme ähnlich aktiv waren, die Saison 2005 aber weitaus stärkere Stürme hervorgebracht hat als die jetzige.

Hat ein tropischer Sturm eine mittlere Windgeschwindigkeit von 118 km/h erreicht, wird er als Hurrikan eingestuft. Diese werden dann nochmals in fünf Kategorien eingeteilt. Je höher die Windgeschwindigkeit, desto höher die Kategorie. Ab 178 km/h erreicht der Hurrikan Kategorie 3 und wird als schwerer Hurrikan bezeichnen. In 2020 gab es bisher 9 Hurrikans, davon waren nur zwei schwer. Hurrikan Laura hatte Kategorie 4 und traf am 27. August auf die Küste von Texas und Louisiana und hinterließ schwere Schäden. Hurrikan Teddy hatte ebenfalls Kategorie 4, dieser Sturm traf aber nicht mehr als Hurrikan auf Land. Erst als außertropisches Tief erreichte er am 23. September die kanadische Provinz Nova Scotia.

Zum Vergleich brachte die Saison 2005 15 Hurrikans hervor, wobei sieben davon als schwer eingestuft wurden. Unter ihnen waren vier Hurrikans der höchsten Stufe 5. An ihre Namen Emily, Katrina, Rita und Wilma werden sich vermutlich noch einige erinnern können, da sie alle verheerende Schäden in der Karibik, Mexiko und den USA hinterließen.

Ob die Saison 2020 den alten Rekord von 2005 brechen wird, wissen wir mit Sicherheit erst in den kommenden Wochen. Es bleibt also spannend.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion