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Seit dem kalendarischen Herbstanfang zeigt sich das Wetter wechselhaft und oftmals relativ kühl. Pünktlich zum Wochenende ändert sich das für viele von uns. Zumindest in Teilen Deutschlands ist mit Sonnenschein und Wärme zu rechnen.

In den vergangenen beiden Wochen zogen immer wieder Tiefdruckgebiete vom Atlantik über Mitteleuropa hinweg ostwärts. Es herrschte eine sogenannte „zyklonale Westwetterlage“, wie sie eigentlich typisch für unser Klima ist. Die Tiefs sorgten für wechselhaftes Wetter mit vielen Wolken und immer wieder regnete es. Dabei wurde mal mäßig warme, mal kühle Meeresluft zu uns gesteuert. Am Wochenende dreht die Strömung nun mehr auf Südwest, so dass subtropische Warmluft heran gelenkt wird. Während der Norden weiterhin von Tiefausläufern beeinflusst wird, setzt sich weiter südlich ein Hochdruckgebiet mit Zentrum über Südosteuropa durch. Diese Ungleichverteilung macht sich in der Sonnenscheindauer bemerkbar.

Am Samstag ist der Himmel im Norden und Nordwesten wolkenverhangen und mitunter fällt etwas Regen. Dementsprechend zeigt sich die Sonne zum Teil gar nicht. Im Küstenumfeld sind 2 bis 3 Sonnenstunden zu erwarten. Mit jedem Kilometer Richtung Südosten wird es freundlicher. In der Mitte kommt die Sonne neben einigen Wolken zum Teil länger zum Vorschein. In Baden-Württemberg und Bayern scheint sie sogar nahezu ungestört. Mehr als 11 Stunden Sonnenschein sind Mitte Oktober nicht mehr möglich. Die Tage sind nun wieder kürzer als die Nächte. Am Sonntag bleibt der Himmel an der Nordsee meist bedeckt und es sind einzelne Schauer oder Gewitter zu erwarten. In den anderen Gebieten der Nordwesthälfte wird der Sonntag mit verbreitet 4 bis 6 Sonnenstunden der freundlichere Tag des Wochenendes. Die Südosthälfte liegt weiterhin auf der Sonnenseite. Dort gibt es ein paar mehr Wolken als am Samstag. Nebel spielt dank des spürbaren Südwestwinds eine untergeordnete Rolle. Einzelne Nebelfelder lösen sich meist schnell auf, an der Donau kann es länger dauern.

Am Samstag liegen die Höchstwerte im stark bewölkten Norden und Nordwesten um 15 Grad, während bei Sonnenschein 20 bis 25 Grad erreicht werden. Der Sonntag legt noch ein paar Grad drauf. Unter Wolken an der Nordsee sind 17 Grad zu erwarten, sonst aber 22 bis 27 Grad. Am wärmsten wird es dabei am südlichen Oberrhein, an den Alpen und im Lee einiger Mittelgebirge. Die Luftmasse in 1500 Metern Höhe über Süddeutschland ist am Sonntag so warm, dass auch Maxima über 27 Grad denkbar sind. Dazu müsste sich die Wärme aus der Höhe vollständig bis zum Boden durchsetzen. Im Sommerhalbjahr reicht hierfür die intensive Sonneneinstrahlung. Mitte Oktober muss der Wind mitspielen. Es wird in Teilen Deutschlands also für die Jahreszeit ungewöhnlich warm. Rekorde sind möglich, die Messlatte liegt allerdings sehr hoch. Die Wärmerekorde vieler Stationen für Mitte Oktober sind gerade erst ein Jahr alt. Am 12. und 13 Oktober 2018 stieg die Quecksilbersäule in vielen Regionen Deutschlands auf 27 bis 28 Grad.

Der Montag verspricht nochmals ähnlich zu werden wie der Sonntag. In den Tagen danach wird es kühler und zumindest vorübergehend im ganzen Land wieder wechselhafter.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 10.10.2019 19:15 Uhr