saharastaub
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Am Mittwoch kann es ein gruseliges Wetterphänomen geben.

Ein Tief über dem Nordwesten Afrikas hat in den vergangenen Tagen Staub und feinen Sand über der Sahara aufgewirbelt. Mit einer südlichen Strömung ist dieser Saharastaub über das Mittelmeer bis nach Europa gelangt und wird nun hierzulande vor allem im Südwesten durch kräftige Schauer und Gewitter ausgewaschen.

Saharastaub gelangt bei entsprechenden Wetterlagen über das Mittelmeer nach Europa. Als günstig erweist sich Tiefdrucktätigkeit über Nordafrika, wodurch kräftige Winde den Wüstensand bis in mehrere hundert Meter Höhe aufwirbeln können. Wird dieser in der Folge von einer südlichen Strömung erfasst, so kann er, wie aktuell, über das Mittelmeer nach Europa gelangen. Häufig wird der Saharastaub auch nach Westen auf den Atlantik verfrachtet und erreicht unter Umständen sogar die südamerikanisch Küste.

Hierzulande macht er sich durch Trübungen bemerkbar, die farbenfrohe Sonnenuntergänge zur Folge haben. Auch die Wolkenbildung wird verstärkt, da die feinen Sandkörner als sogenannte Kondensationskeime fungieren, an denen sich Wasserdampf anlagert und so feine Regentropfen entstehen. Kommt es aber, wie am Mittwoch zeitgleich zu kräftigen Niederschlägen, so sind die Zutaten für Blutregen gegeben. Im Winter bzw. in den Bergen spricht man auch von Blutschnee.

Früher galten Blutregen bzw. Blutschnee als Vorboten herannahenden Unheils. Doch aus meteorologischer Sicht besteht dazu kein Anlass. Lediglich wer sein Auto oder die Dachfenster zuvor frisch geputzt hatte, mag sich ein wenig ärgern.

Mittwoch, 24. April 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 24.04.2019 19:15 Uhr