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Buschbrände, Dürreperioden, Überflutungen… Ereignisse wie diese konnten in den letzten Jahren oftmals mit Australien in Verbindung gebracht werden – so auch in diesen Wochen, wo Waldbrände bereits auf einer Fläche von mehr als 10,7 Mio. Hektar gewütet haben. Dies entspricht einer Fläche etwa so groß wie Niedersachen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen!

Das katastrophale Ausmaß der diesjährigen Buschfeuer in Australien kommt jedoch nicht sehr überraschend, denn Australien leidet in den letzten Jahren unter Dürre und insbesondere unter großer Hitze. Letzteres zeigt die obige Abbildung - nämlich, dass sämtliche Jahre seit der Jahrtausendwende zu warm waren. Dabei schießt das Jahr 2019 den Vogel ab und wird als Rekordjahr in die Klimahistorie eingehen. Noch nie zuvor war es so heiß in Australien: Die gemessenen Temperaturen lagen im landesweiten Schnitt um 1,52 Grad Celsius über dem klimatologischen Mittel, womit der bisherige Rekordhalter (2013) um knapp 0,2 Grad überschritten wurde. Zudem kommt: Die 6 heißesten Tage (landesweites Temperaturmittel), die jemals registriert wurden, fallen alle in den Dezember 2019. An keinem einzigen Tag im vergangenen Jahrhundert war es also wärmer als an einem dieser Tage (Sie dürfen erstaunt sein).

Da es für Wald- und Buschbrände nicht nur Hitze sondern auch Trockenheit braucht, wenden wir uns doch mal den beobachteten Niederschlägen zu. Und auch dort bricht das vergangene Jahr alle Rekorde. Nie zuvor gab es in Australien so wenig Niederschlag wie in 2019. Die erreichten Niederschlagssummen lagen landesweit 40 Prozent unter dem Durchschnitt. Das bisher gültige Minimum von 1902 wurde noch einmal um 11 Prozent unterschritten. Die herrschende Trockenheit sorgte schließlich entscheidend und verbreitet für ein hohes Waldbrandrisiko.

Um das Ganze mal einzuordnen: Selbstverständlich unterliegt auch das Wetter in Australien natürlichen Schwankungen. Diese sind begründet in periodischen Veränderungen der Meeresoberflächentemperaturen vom Südpolarmeer, dem Pazifik und dem Indischen Ozean. Somit sind von Jahr zu Jahr variierende Niederschlagswerte und Temperaturen üblich. Nicht normal ist aber der seit Jahrzehnten steigende Trend, die globale Erwärmung, welche sich alleine durch natürliche Ursachen nicht erklären lässt.

ARD Wetterredaktion

Konstantin Krüger

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 09.01.2020 19:15 Uhr