jupiter

Haben Sie am klaren Nachthimmel schon den Jupiter entdeckt? Zur Zeit kann man den Jupiter besonders gut sehen, wenn dieser im Südosten nach Sonnenuntergang am Horizont erscheint. In Kombination mit Saturn, der in etwa zur selben Zeit etwas weiter östlich am Nachthimmel auftaucht, ist dieses Duo der beiden größten Planeten unseres Sonnensystems selbst mit bloßem Auge sehr gut zu erkennen.

Mit einem Durchmesser von etwa 143.000 km ist Jupiter der größte Planet unseres Sonnensystems und zählt zu den Gasplaneten. Jupiter besitzt neben seinen vier bekanntesten Monden Ganymed, Kallisto, Io und Europa noch 75 weitere Monde, die bisher entdeckt wurden. Jupiter hat eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn und benötigt knapp 12 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden.

Im Juli dieses Jahr befindet sich Jupiter in der sogenannten Opposition. Das bedeutet, dass Jupiter der Sonne genau gegenübersteht mit uns auf der Erde in der Mitte. Steht z.B. der Mond in der Opposition, dann haben wir Vollmond. Bei freier Sicht auf den Sternenhimmel lohnt es sich, ein Teleskop auszupacken. Schon mit relativ einfachen Teleskopen lassen sich die Strukturen von Jupiter erkennen und vor allem der große Rote Fleck ist deutlich zu sehen. Dieser große Rote Fleck ist ein riesiger Sturm, der vom Durchmesser her etwa so groß ist wie eineinhalb Erden und sich antizyklonal, sprich im Uhrzeigersinn, dreht. Dieser Sturm ist sehr langlebig und ist schon seit 1830 sichtbar. Im Vergleich dazu: Stürme auf der Erde zerfallen meist nach mehreren Tagen wieder.

Neben dem großen Roten Fleck sind auch verschiedenfarbige Wolkenbänder und andere Wirbel sichtbar. Die Bänder bewegen sich unterschiedlich schnell nach Osten oder Westen. An Bändern mit sehr hoher Geschwindigkeit entstehen auch immer wieder Turbulenzen und Wirbelstürme. Der gesamte Jupiter ist demnach von mehreren Stürmen bedeckt, die unter anderem auch Blitze ausbilden können. Blitze auf dem Jupiter können tausend Mal so stark sein, wie die Blitze bei uns auf der Erde.

Der Jupiter wird weiterhin erforscht und z.B. werden mit dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA (Nationale Aeronautik- und Raumfahrtbehörde) und ESA (Europäische Weltraumorganisation) immer wieder neue Bilder von Planeten aufgenommen, um die Anzahl der größten Wirbelstürme auf dem Jupiter zu analysieren und zu überwachen. Viele Fragen bleiben dennoch weiterhin offen und bieten Raum für weitere Forschungsmissionen.

Zumindest von der Erde aus kann man die Konstellation von Jupiter und Saturn noch in der Nacht bis weit in den Herbst hinein beobachten. Die Planeten gehen nur immer früher wieder im Südwesten unter, je später es im Jahr wird. So sind sie z.B. Mitte Oktober schon ab etwa halb 11 abends nicht mehr zu sehen.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 16.07.2020 19:15 Uhr