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Am morgigen Mittwoch ist es soweit: Deutschland bestreitet sein drittes Gruppenspiel der 21. Fußballweltmeisterschaft. Dabei trifft unser Team auf Südkorea. Auf welches Wetter müssen sich die Spieler in Russland und die Zuschauer in Deutschland einstellen?

Das wichtige Spiel wird um 16 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angepfiffen. Austragungsort ist die russische Großstadt Kasan. Dort zeigen die Uhren zu Spielbeginn 17 Uhr Moskauer Zeit (MSK) an. Am Austragungsort herrscht hochsommerliche Hitze. Zu Spielbeginn sind es voraussichtlich 29 Grad, zu Beginn der zweiten Halbzeit 28 Grad und am Ende noch 27 oder 26 Grad. Die Temperatur im Stadion kann von diesen Werten abweichen, besonders falls es im Verlauf des Spiels heiß hergehen sollte. Dazu ist die Luft recht feucht, es ist schwül. Gewitter sind nicht ausgeschlossen, dennoch wäre es Pech, wenn das Spiel durch ein solches beeinträchtigt würde. Das Gewitterrisiko ist eher gering.

In Deutschland herrscht während des Spiels angenehmes Sommerwetter. Die Luft ist weniger feucht als in Kasan und mit Werten um 25 Grad ist es auch etwas weniger warm. Die Werte in unserer Grafik beziehen sich auch in der Deutschlandkarte auf den Beginn des Spiels. Da die Höchstwerte in Deutschland zwischen 16 und 17 MESZ erreicht werden, gibt es im Verlauf des Spiels keine großen Temperaturänderungen. Dazu zeigt sich das Wetter freundlich, nach Norden und Westen hin oft auch richtig sonnig. Die Wolken im Rest der Republik bleiben meist harmlos, vielleicht reicht es im Südosten und Osten mal für einen Schauer. Das Wetter ist also gut dazu geeignet, um das Spiel an einer öffentlichen Leinwand zu verfolgen, also beim sogenannten „Public Viewing“.

Für Spannung dürfte so oder so gesorgt sein, auch wenn es schwierig sein dürfte, die Dramatik des vergangenen deutschen Spiels zu überbieten. In der „Deutschlandgruppe“ F liegt die paradoxe Situation vor, dass selbst die vor den letzten beiden Spielen führenden Mexikaner noch ausschieden können, und dass die bisher punktlosen Südkoreaner theoretisch noch ins Achtelfinale einziehen können. Wahrscheinlich wird sich die aktuelle Tabelle der Gruppe F während der parallel stattfindenden Spiele Deutschland gegen Südkorea und Schweden gegen Mexiko mehrmals kurzfristig ändern. Und möglicherweise wird über ein Weiterkommen der deutschen Mannschaft erst wenige Sekunden vor Spielende entschieden. Bei einem Sieg mit mindestens 2 Toren Vorsprung wäre der Einzug ins Achtelfinale gesichert. Schießt die deutsche „nur“ ein Tor mehr als ihr Gegner, kann sie im ungünstigen Fall sogar bei einem Sieg noch ausscheiden. Dieser Fall kann eintreten, wenn Schweden ebenfalls mit einem Tor Vorsprung gewinnt. Dann hätten nämlich Deutschland, Schweden und Mexiko jeweils 6 Punkte und eine Tordifferenz von +1. Es käme dann auf die Anzahl der geschossenen Tore als allen Gruppenspielen an. Schweden darf also keinen torreicheren knappen Sieg einfahren als Deutschland. Sollten beide Mannschaften mit 1:0 gewinnen, ist auch die Anzahl der geschossenen Tore für die drei führenden Mannschaften identisch. Man würde nach den Punkten aus dem direkten Vergleich schauen, also gedanklich eine Tabelle ohne die Spiele von Nordkorea erstellen. Doch auch das würde kein eindeutiges Ergebnis liefern, so dass dann schließlich die in den Direktbegegnungen (also wieder unter Vernachlässigung der Spiele mit Südkorea) erzielten Tore entscheiden würden. Und da hätte Mexiko im genannten Beispiel das Nachsehen. Die Entscheidung über das Weiterkommen kann also in eine größere Rechnerei ausarten.

Eine Prognose über den Ausgang der beiden für das Weiterkommen der deutschen Mannschaft wichtigen Spiele erscheint zumindest mir als Meteorologen schwieriger als eine Wettervorhersage.

Dienstag, 26. Juni 2018

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 26.06.2018 19:15 Uhr