Hurrikan

Die Hurrikansaison im Atlantik beginnt zwar erst am 1. Juni und geht bis zum 30. November. Anfang April werden jedoch schon einmal Prognosen für die kommende Saison abgegeben. Diese Information kann unter Umständen die Planung des Sommerurlaubs beeinflussen.

Die Gebiete an der Südküste der USA, Mexiko und die Karibischen Inseln sind besonders von Hurrikans betroffen.  Schon die niedrigste Kategorie kann erhebliche Schäden an der Infrastruktur hinterlassen und das Leben der Menschen in den Küstenregionen gefährden.

Tropische Wirbelstürme, die im Nordatlantik bzw. Nordostpazifik auftreten und eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h erreichen, werden Hurrikans genannt. Hurrikans werden nach der Saffir-Simpsons Skala in die Kategorien 1 bis 5 eingeteilt. Kategorie 1 ist die Schwächste mit Geschwindigkeiten von 118-152 km/h. Ein Kategorie 5 Hurrikan erreicht Windgeschwindigkeiten von mindestens 252 km/h, ohne Grenze nach oben. Zum Vergleich, Stürme in Deutschland mit Orkanstärke 12 erreichen gerade so die erste Hurrikan-Kategorie.

Treten die tropischen Wirbelstürme im Westpazifik auf nennt man sie Taifune. Zyklone werden sie genannt, wenn sie im indischen Ozean oder Südpazifik entstehen. Die Charakteristik der Stürme ist jedoch auf der ganzen Welt gleich.

Im Durschnitt der Jahre 1981-2010 entstehen in einer Hurrikan Saison 12.1 tropische Stürme, davon erreichen 6.4 mindestens Kategorie 1 und 2.7 erreichen sogar die Kategorie 3 (mindestens 178 km/h) oder höher. Die Colorado State University gibt jedes Jahr die erste Vorhersage heraus. Für die Saison 2019 verläuft sie nur ganz knapp unterhalb des Durchschnitts. Von Juni bis November sollen demnach 13 tropische Stürme entstehen und davon sollen 5 Hurrikan-Stärke erreichen.    

Eine Hurrikan-Vorhersage wird anhand verschiedener Parameter, wie z.B. der Meeresoberflächentemperatur im südlichen Teil des Nordatlantiks, verfasst. Ist das Meer dort wärmer als der Durchschnitt, bietet es potenziell mehr Energie für die Entstehung dieser Sturmsysteme.  Zurzeit liegen die Temperaturen leicht unter dem Durchschnitt und das spiegelt sich auch in der Hurrikan Vorhersage wider.

Hurrikans entstehen über dem Wasser als Gewittersysteme und verstärken sich nach und nach. Man kann die Entwicklung und Zugbahnen auf eindrucksvollen Satellitenbildern verfolgen und die Bevölkerung wird frühzeitig vom Nationalen Hurrikan Center (NHC) der USA informiert und gewarnt.

Jeder tropische Sturm bekommt einen Namen. Es gibt 6 Listen mit je 21 Namen, die alphabetisch vergeben werden und sich wiederholen. Weibliche und männliche Namen wechseln sich dabei ab. In Deutschland werden für die Tiefdruckgebiete in einem Jahr entweder nur weibliche oder nur männliche Namen verwendet. Verursacht ein Hurrikan erhebliche Schäden oder Opferzahlen, kann die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) diesen Namen streichen lassen und er wird durch einen neuen ersetzt. 2005 war das aktivste Hurrikan Jahr seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen. Es gab 28 tropische Stürme, davon erreichten 15 Hurrikan-Stärke und 7 waren stärker als Kategorie 3. Es ist also kein Wunder, dass 5 Namen in diesem Jahr aus der Liste gestrichen wurden. Darunter war auch Hurrikan Katrina, der 1836 Menschen das Leben kostete.  

Dienstag, 16. April 2019

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 16.04.2019 19:15 Uhr