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In den kommenden Tagen setzt sich das ruhige Wetter fort, aus Osten gelangt jedoch allmählich etwas kältere Luft nach Deutschland.

In diesem November ist es bisher etwa 4 bis 7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel üblich. In den kommenden Tagen kann nun schleichend Kaltluft aus Russland nach Mitteleuropa einsickern. Ein richtiger Wintereinbruch ist das zwar noch nicht, der könnte aber bis Ende des Monats noch folgen.

In den vergangenen Tagen gelangte zwischen einem Hoch über dem Balkan und einem Tief über den Britischen Inseln und Irland mit einer südwestlichen Strömung nochmals sehr milde Luft nach Deutschland. In Zwickau wurde am Montag mit Föhnunterstützung sogar nochmals die 21-Grad-Marke überschritten.

Aktuell liegt Deutschland mitten unter eine Hoch, so dass aktuell hierzulande wenig Luftbewegung zu verzeichnen ist. Doch in den kommenden Tagen kommt wieder mehr Bewegung in die Wetterküche, denn ein Hoch aus Osteuropa verlagert sich bis Montag nach Skandinavien und wird sich voraussichtlich über mehrere Tage dort einnisten.

Da Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn umströmt werden, gelangt dadurch nun Kaltluft kontinentalen Ursprungs aus Nordosteuropa nach Deutschland. Die Temperatur geht bis Wochenmitte Stück für Stück zurück. In Berlin beispielsweise werden am heutigen Donnerstag mit 10 Grad noch zweistellige Höchstwerte erwartet, am kommenden Dienstag werden es voraussichtlich nur noch etwa 3 Grad sein. Nachts kann es landesweit leichten Frost geben.

Die Kaltluft hat auch leichte Niederschläge im Gepäck, die dann bis in die Niederungen als Schnee fallen. Zwar bleibt dieser nicht überall liegen, trotzdem kann sich vorübergehend vor allem in der Osthälfte auch mal eine dünne geschlossene Schneedecke ausbilden. Das sind Bedingungen, die zu Beginn des Winters viele unvorbereitet trifft und gerne mal ein Verkehrschaos auslösen.

Im Norden Russlands wird es um diese Jahreszeit kaum noch hell, wodurch die Luft über den riesigen Landmassen nun von Tag zu Tag kälter wird. In Moskau steigt die Temperatur aktuell auch tagsüber nicht mehr über den Gefrierpunkt an und nachts wird in den nächsten Tagen dort Frost bis minus 10 Grad erwartet. In Oimjakon, nahe dem sibirischen Kältepol sackt die Temperatur in den kommenden Tagen bereits bis unter -35 Grad ab.

So strenger Frost ist hierzulande zum Glück weder in den kommenden Tagen, noch im Verlauf des bevorstehenden Winters zu erwarten. Jedoch deuten die Wettermodelle aktuell für Ende November einen weiteren Zustrom russischer Kaltluft an. Dann könnte es auch hierzulande schon für erste Eistage mit Höchstwerten unter dem Gefrierpunkten reichen. Es kann also nichts schaden, die Winterkleidung so langsam aus den hinteren Regionen des Kleiderschranks hervor zu holen.

Donnerstag, 15. November 2018

Tim Staeger

hr-Wettterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 15.11.2018 19:15 Uhr