atmosphaere

5270 Billionen Tonnen – so viel wiegt die Luft der Erdatmosphäre. Glücklicherweise verteilt sich diese unvorstellbar große Masse gleichmäßig über der gesamten Erdoberfläche, sodass der menschliche Körper nur etwa 1 kg pro Quadratzentimeter aushalten muss. Die Erdatmosphäre wird anhand ihres Temperaturprofils in verschiedene Luftschichten eingeteilt, welchen jeweils eine besondere Bedeutung zukommt.

Von der Erdoberfläche bis in etwa 11 Kilometer Höhe (Polargebiete 7-8 km, Tropen 17 km) erstreckt sich die Troposphäre, in welcher das Wettergeschehen hauptsächlich abläuft. Der überwiegende Teil des atmosphärischen Wasserdampfs befindet sich in dieser Schicht, weshalb die meisten Wolkenarten und sämtliche Niederschlagsformen hier produziert werden. In der Troposphäre nimmt die Temperatur durchschnittlich um 6,5 Grad pro Kilometer Höhe kontinuierlich ab, sodass auf 11 km nur noch ca. -57 Grad Celsius erreicht werden. Sie wird schließlich durch die Tropopause begrenzt, eine Übergangsschicht, in der die Temperatur mehr oder weniger konstant ist.

In der Stratosphäre zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Dort nimmt die Temperatur wiederum zu, denn hier befindet sich die Ozonschicht, die Sonnenlicht absorbiert und einen Teil davon als Wärme an die umgebende Luft abgibt. In 50 km (an der Stratopause) sind so Temperaturen um 0 Grad keine Seltenheit. Gleichwohl der Stratosphäre wettertechnisch eine untergeordnete Rolle zukommt lässt sich doch ein seltener Wolkentyp in ihr finden, sog. Polare Stratosphärenwolken. Diese bilden sich ausschließlich in der Wintersaison in Polargebieten - sorgen dort aber für spektakuläre Wettererscheinungen.

In der Mesosphäre, einer Schicht die bis etwa 80 km hochreicht, ist kaum noch Ozon vorhanden. Dementsprechend sinkt die Temperatur wiederum mit zunehmender Höhe, sodass in dieser Höhe die weltweit kältesten Temperaturen von zum Teil unter -100 Grad Celsius erreicht werden. Trotz des Mangels an Feuchte bilden sich auch hier saisonal Wolken, die Leuchtenden Nachtwolken. Diese silbrigen Eiswolken bilden sich in den Sommermonaten und sind erst kurz nach Sonnenuntergang sichtbar, wenn die Sonne die Eiskristalle noch anstrahlt, der Himmel aber schon ausreichend dunkel geworden ist. Die Mesopause deutet dann wiederum eine Umkehr der Temperaturverhältnisse an. Über ihr liegt die Thermosphäre.

In dieser Schicht ist die einfallende Sonnenstrahlung so energiereich und hoch, dass sich die wenigen noch vorhandenen Luftmoleküle rapide erwärmen, sodass die Temperatur 100 Grad und mehr erreicht. In der Thermosphäre gibt es zwar keine Wolken, jedoch tauchen dort die beeindruckenden Polarlichter auf, die im Winter entlang des Polarkreises zu beobachten sind.

Konstantin Krüger

ARD - Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 06.01.2020 19:15 Uhr