stadtklima

Innenstädte heizen sich während Hitzewellen besonders stark auf.

In Städten herrschen andere klimatische Bedingungen als im Umland. Am bekanntesten ist die städtische Wärmeinsel, die Temperaturerhöhung gegenüber dem Umland. Es gibt aber auch noch andere Klimafaktoren, die in Ballungsräumen verändert sind. So ist beispielsweise die Luftfeuchtigkeit in Städten verringert, es gibt weniger Nebeltage und möglicherweise mehr Niederschlag.

Durch die geringe Wärmekapazität des Baumaterials heizt sich dieses besonders im Sommer an sonnigen Tagen sehr stark auf. Nachts kühlt es in Innenstädten weniger stark aus als im Umland, da Pflanzen fehlen, die durch Verdunstung ihrer Umgebung viel Energie entziehen und dadurch lokal zur Abkühlung beitragen. Im Winter erwärmen die Heizungen die dicht besiedelten Gebiete und vor allem während Inversionslagen verhindert eine Dunstglocke die Wärmeabstrahlung über den Städten.

Die Erwärmung ist umso ausgeprägter, desto näher man sich am Stadtzentrum befindet und natürlich desto größer die Stadt ist. In kleineren Siedlungen unter zehntausend Einwohnern beträgt der maximale Temperaturunterschied zwischen Innenstadt und Umland etwa 2 bis 5 Grad, bei Städten bis hunderttausend Einwohnern kann diese Differenz schon bis 8 Grad betragen und in großen Metropolen wie Berlin wurden sogar schon maximale Unterschiede von fast 14 Grad gemessen! Das sind natürlich Spitzenwerte, die vor allem in Sommernächten auftreten, nachdem sich die Innenstädte nach einer Hitzewelle bereits mehrere Tage aufheizen konnten.

Donnerstag, 6. August 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 06.08.2020 19:15 Uhr