Erster Schnee im Mittel

Verbreitet gab es am Dienstag bis in die Niederungen den ersten Schnee.

Jedoch wird die weiße Pracht nicht von langer Dauer sein, denn zum einen sind die Böden um diese Jahreszeit noch zu warm und zum anderen steigt die Schneefallgrenze wieder an. Damit der Schnee auch liegen bleibt muss aber die Null-Grad-Grenze ebenfalls weit genug abgesunken sein. Sie ist die Höhe, oberhalb derer die Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt.

Die Schneeflocken müssen beim Schmelzen vom festen in den flüssigen Aggregatszustand übergehen. Dafür bedarf es Energie, der sogenannten Schmelzwärme. Diese ist beim Wasser recht hoch und beträgt 334 kJ/kg (Kilojoule pro Kilogramm), bei Quecksilber beispielsweise sind es nur 11,3 kJ/kg.

Die zum Schmelzen der Schneeflocken benötige Energiemenge wird der umgebenden Luft entzogen. Die Lufthülle um die Flocke kühlt sich dadurch ab und verlangsamt dadurch den Schmelzvorgang. Bis sich das filigrane Sechseck in einen Regentropfen verwandelt, kann es also recht tief in wärmere Luftschichten fallen. Typischerweise liegt dadurch die Schneefallgrenze etwa 200 Meter unterhalb der Null-Grad-Grenze.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 01.12.2020 19:15 Uhr