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In den kommenden Tagen sorgt ein Hochdruckgebiet für die zweite große Hitzewelle dieses Sommers. Dabei könnte irgendwo die 40-Grad-Marke geknackt werden. Allerdings ist noch unsicher, ob das geschieht.

Ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa bestimmt in den kommenden Tagen unser Wetter. Dabei wird zunehmend sehr heiße Luft herangeführt, die aktuell noch über Spanien liegt. Bei ungehinderter Sonneneinstrahlung ist mit sehr hohen Temperaturen zu rechnen. Bezüglich der Details bestehen noch Unsicherheiten. In vielen Regionen Deutschlands wird voraussichtlich der Donnerstag am heißesten, es könnte aber auch der Freitag sein. Auch die exakte Region der höchsten Temperaturen ist noch unsicher. Es spricht einiges dafür, dass der höchste Messwert der anstehenden Hitzewelle in Nordrhein-Westfalen erzielt wird. Mit im Rennen liegen aber auch andere Regionen am Rhein und seinen Nebenflüssen. Der wärmste Ort könnte also auch in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen oder in Baden-Württemberg liegen. Dass der höchste Wert wieder überraschend aus dem Osten kommt, wie im Juni, ist unwahrscheinlich. Aber wer weiß? Die Wetterstation Bernburg (Saale) ist immer für eine Überraschung gut.

Zur Einschätzung, ob es für 40 Grad reichen könnte, haben wir zunächst einen Ort herausgesucht, der sicher ganz oben mit dabei sein wird, und fünf gängige Wettermodelle befragt. In Nörvenich soll der Donnerstag am heißesten werden. Die Modellergebnisse schwanken zwischen 38 und knapp 41 Grad. Mit diesem Ergebnis kann, wie erwartet, nicht beantwortet werden, ob die magische 40-Grad-Marke geknackt wird. 39 Grad wird es mit großer Sicherheit geben, wenn nicht in Nörvenich, dann irgendwo anders in den westlichen Niederungen. Die 40 ist wieder einmal möglich, unter Umständen könnte sogar der bisherige deutsche Hitzerekord von 40,3 Grad überboten werden.

Die Bewertung von solchen Hitzewellen ist sehr unterschiedlich. Im Netz findet man völlig konträre Aussagen. Dazu ist folgendes zu sagen: Wir werden in absehbarer Zeit nicht jeden Sommer Höchstwerte von 40 Grad bekommen. Was wir erleben ist aber auch nicht völlig normal, weder die bevorstehende Hitze, noch die Häufung von Hitzewellen in den vergangenen Jahren. Klar war es auch vor 50 Jahren in den Sommern immer mal wieder heiß. Trotzdem stieg die Temperatur selten über 36 Grad. Seit einigen Jahren reicht eine zwei bis drei Tage andauernde Lage mit Warmluftzufuhr, und es werden in den Niederungen verbreitet 37 oder 38 Grad erreicht. Die Änderung ist so signifikant, dass man sie auch nicht alleine auf Änderungen der Messtechnik zurückführen kann, zumindest nicht, wenn man um Objektivität bemüht ist.

Montag, 22. Juli 2019

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 22.07.2019 19:15 Uhr