februarrueckblick

Abwechslungsreich ist das Stichwort für den Februar 2020 in Deutschland

Bei Temperaturen über 20 Grad im Südwesten den Grill anschmeißen, oder doch lieber bei turbulentem Wetter Graupelgewitter bestaunen, vieles war möglich in Sachen Wetter, denn dieser Februar hatte einiges zu bieten. Vor allem mild, nass und windig war es, nur vom Winter war in vielen Landesteilen wenig bis gar nichts zu sehen.

Viele starke Tiefdruckgebiete vom Atlantik streckten ihre Fühler nach Mitteleuropa aus. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Westwetterlage, die im Winter feuchte und milde Luft mit sich bringt. Besonders auffällig war dabei das konstante Strömungsmuster aus westlichen bis südwestlichen Richtungen. Schuld daran ist der Kältepol östlich von Kanada, der sich immer wieder regenerieren konnte. Dieser verursacht große Temperaturgegensätze auf dem Atlantik, wodurch sich kräftige Tiefdruckgebiete bilden, die dann immer wieder von West nach Ost über Mitteleuropa ziehen.

Insgesamt war der Februar rekordverdächtig mild. 4,9 Grad war es im Mittel zu warm. Der bisher mildeste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 wurde 1990 verzeichnet. Damals betrug die Abweichung sogar 5,7 Grad. Somit war dieser Februar der zweitwärmste seit Messbeginn. Am 16.02 wurde mit fast sommerlichen 21,5 Grad in Müllheim bei Freiburg bundesweit das höchste Temperaturmaximum in diesem Winter gemessen.

Nicht nur der zweitwärmste, sondern auch der zweitnasseste Februar seit Messbeginn kann festgestellt werden. An manchen Orten wurden über 400 % des Niederschlagssolls für einen Monat erreicht. Spitzenreiter ist dabei die Station Butjadingen-Burhave an der Nordsee. Dort kam mit 459 % fast viereinhalb mal so viel Regen runter wie üblich. Bemerkenswert ist auch, dass es so gut wie keine Station in Deutschland gibt, die nicht ihren Niederschlagssoll erreicht hat. Besonders nass war es dabei im Norden und Westen Deutschlands. Durchschnittlich konnte man in ganz Deutschland 239 % des üblichen Niederschlags verzeichnen.

Auch der Wind war ein großes Thema. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Orkantief Sabine, welches Windböen in Orkanstärke brachte. Zum Glück blieben die Schäden aber überschaubar. Besonders windig war es dabei auf den Bergen, der Feldberg im Schwarzwald verzeichnete dabei den Spitzenwert bei einer Orkanböe von 178 km/h und selbst im Flachland wie in Bad Harzburg-Burgberg im Harz erreichte eine Orkanböe 163 km/h.

Nachdem uns Frau Holle am gestrigen Donnerstag im Süden und in der Mitte dann doch noch einen kurzen Wintergruß abstattete, so wird es aber in den kommenden Tagen wieder nass und mild weitergehen.

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 28.02.2020 19:15 Uhr