wetterlage

In dieser Woche liegt ein Hochdruckgebiet über dem östlichen Mitteleuropa und rührt sich kaum vom Fleck. Atlantische Tiefs haben dagegen wenig Chancen, sie erreichen bestenfalls mal die Nordwesthälfte Deutschlands in abgeschwächter Form.

Unsere Abbildung zeigt die prognostizierte Regenmenge für diese Woche. Wie festgefahren die aktuelle Wetterlage ist, sieht man gut an der erwarteten Verteilung des Regens bis einschließlich Sonntag. Regengebiete ziehen immer wieder über dieselben Regionen, während andernorts die ganze Zeit kein Tropfen ankommt. So bleibt es von der Südosthälfte Deutschlands über den Balkan bis nach Osteuropa weitgehend trocken. Mehr als vereinzelter Nieselregen in Gebieten mit Nebel ist nicht drin. Anders sieht es in Irland und Schottland aus, wo mancherorts 50 bis 100 l/m² fallen werden. Würden sich die beteiligten Druckgebilde verlagern, käme es zu einer sehr viel gleichmäßigeren Verteilung des Regens. Statische Wetterlagen wie jetzt haben sich in den letzten Jahren auffallend gehäuft. Was bedeutet diese Druckverteilung für unser Wetter in Deutschland?

Diese Woche wird der Einfluss des Hochs überwiegen. Dazu erreicht uns milde Luft aus Südwesten. Im Zeitraum von März bis Oktober hätten wir mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen zu rechnen. Doch inzwischen ist es November geworden. In den langen Nächten geht mehr Energie verloren als die flache Novembersonne am Tage wieder zuführen kann. Die Luft kühlt sich ab und es bildet sich Nebel, der sich am Tage oftmals nicht mehr auflöst. Daher bleibt es vielerorts den ganzen Tag trüb durch Nebel oder Hochnebel. Mit Glück lichtet sich der Nebel und macht der Sonne Platz. Die besten Chancen bestehen hierfür auf der dem Wind abgewandten Seite einiger Mittelgebirge. Da der Wind in dieser Woche meistens aus Süden weht, liegen die Regionen mit erhöhten Sonnenchancen in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und in Alpennähe. Einige höhere Berglagen liegen ohnehin oberhalb der Nebelschicht im Sonnenschein. In der Nordwesthälfte kann man hoffen, dass ein Tiefausläufer am Donnerstag etwas Bewegung in die Atmosphäre bringt. Bei auflebendem Wind regnet es dann gebietsweise etwas, dafür wird der Nebel weggeräumt. Auch in den Tagen danach, also in Richtung nächstes Wochenende, besteht bei einem etwas lebhafteren Wind in der Nordwesthälfte die Chance, dass Nebel kein Thema ist. Neben Wolken gäbe es dann zeitweise Sonnenschein. Sehr zäh wird der Nebel in den Niederungen Bayerns bleiben, vor allem im Umfeld der Donau. Hier ist der Wind höchstwahrscheinlich zu schwach, um ihn fortzublasen.

Die Temperaturen hängen entscheidend davon ab, ob man im Nebel sitzt oder in sonnigen Regionen. Bei Dauernebel an der Donau verharren die Höchstwerte diese Woche im unteren einstelligen Bereich. Am mildesten wird es mit Werten um 15 Grad bei Sonnenschein in Nordrhein-Westfalen, im Schwarzwald und an den Alpen.

Montag, 9. November 2020

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 09.11.2020 19:15 Uhr