sonnewe

Frühlingshafte Temperaturen erlebten wir im vergangenen Winter, der keiner war, immer wieder. Ist es dann überhaupt etwas Besonderes, wenn sich nun Frühlingswetter durchsetzt? Was wird anders sein, als in den extrem milden Phasen der letzten Wochen?

An milden Wintertagen ist es fast immer windig. Damit es im Winter mild wird und bleibt, darf der Zustrom milder Luft nicht abreißen. Schläft der Wind ein, kühlt sich die Luft innerhalb weniger Tage ab. Für die Warmluftzufuhr braucht es kräftige Tiefdruckgebiete, wie wir sie seit Ende Januar immer wieder hatten. Oftmals sind milde Wintertage somit auch durch viele Wolken gekennzeichnet. Eine Ausnahme stellen hierbei die Regionen dar, in denen es warme Föhnwinde gibt. Dort sind milde und zugleich sonnige Wintertage häufiger. Ähnlich sieht es auch auf den Berggipfeln aus. Diese liegen bei Hochdrucklagen mitunter oberhalb einer Inversionsschicht in sehr milder Luft.

Mitte März ist die Sonne nun so stark, dass es auch im Flachland bei windschwachem Hochdruckwetter sehr mild werden kann. Eine Temperatur von 15 Grad fühlt sich sehr unterschiedlich an, je nachdem ob es dabei eben wolkig und windig, oder sonnig ist. Und selbst wenn man einen sonnigen Tag mit 15 Grad im Januar, der nicht unmöglich ist, mit einem ähnlichen Tag im März vergleicht, fühlt es sich verschieden an. Jetzt im März ist die Sonneneinstrahlung sehr viele stärker als im Hochwinter. Wir empfangen bei gleicher Lufttemperatur jetzt sehr viel mehr Energie durch die direkte Sonnenstrahlung. Doch wie wird nun das Wochenendwetter?

Am Samstag baut sich über Deutschland ein Hochdruckgebiet auf. Da hinter einem Tiefausläufer zuvor noch trockene Kaltluft in den Nordosten fließt, wird der Samstag dort schon sonnig. Bei noch sehr verhaltenen Temperaturen von 5 bis 9 Grad scheint die Sonne dort für 10 bis 11 Stunden. Im übrigen Land ist die Luft durch die vorangegangenen Tiefs noch feucht, so dass es die Sonne vor allem im Süden schwer hat. Am Rhein werden bis zu 13 Grad gemessen.

Deutlich frühlingshafter verläuft dann der Sonntag. Die Feuchtigkeit im Süden und in der Mitte ist durch den Hochdruckeinfluss bis dahin weggetrocknet, so dass sich die Sonne dort dann 10 bis 11 Stunden zeigt. Wolkiger ist es durch einen Tiefausläufer im Nordwesten Deutschlands. Es wird deutlich milder mit verbreitet 10 bis 15 Grad. Im östlichen Bergland bleibt es kälter, am Oberrhein werden es bis zu 18 Grad. Das fühlt sich ohne Zweifel frühlingshaft an. In der kommenden Woche wird es weiterhin längere sonnige Abschnitte geben. Unsicher ist dabei noch das Temperaturniveau.

Montag, 11. März 2020

Dr. Ingo Bertram

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 12.03.2020 19:15 Uhr