gefuehlte_temperatur

Am Wochenende bahnt sich eine besonders markante Wetterlage an. Der Norden Deutschlands wird von eisiger Polarluft dominiert, während im Süden beinahe Frühlingsgefühle aufkommen. Abgesehen von Schnee, Schneeverwehungen durch starken Wind und Glättegefahr bringt diese Lage am Montag aber noch eine andere Gefahr mit sich: Die gefühlte Temperatur liegt örtlich bei Werten unterhalb von -18 Grad Celsius am Montagmorgen.

Der menschliche Körper versucht stets seine Temperatur in etwa bei 36 Grad zu halten. Dabei sind wir oft den äußeren Umständen ausgesetzt und müssen uns dementsprechend kleiden. Die gefühlte Temperatur unterscheidet sich durch äußere Faktoren wie Windgeschwindigkeit oder Luftfeuchtigkeit unter Umständen erheblich von der tatsächlich gemessenen Temperatur. Je feuchter die Luft ist, desto geringer ist z.B. die Verdunstung von Schweiß bei warmen Temperaturen und der abkühlende Effekt wird verringert. So kommt uns schwüles Wetter erheblich wärmer vor als dieselbe Temperatur bei trockenerer Luft. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Windgeschwindigkeit, die für den sogenannten „Windchill“, also die Abkühlung durch Wind, sorgt. Bei höheren Windgeschwindigkeiten wird die isolierende Luftschicht über der Haut verwirbelt. Dadurch wird der Wärmeabfluss über die Haut gesteigert.

Im Sommer kann dieser Effekt durchaus angenehm sein, im Winter kühlt unser Körper dadurch nur noch schneller aus. Am Wochenende breitet sich die eisige Polarluft weiter nach bis in die Mitte aus und hinzu kommt ein mäßig bis frischer Wind aus Osten. Gebietsweise gibt es auch starke Böen. Das bedeutet Windgeschwindigkeiten von ca. 20 bis teilweise 50 km/h. Solche Windgeschwindigkeiten würden die gefühlte Temperatur schon bei 0 Grad auf etwa -5 bis -8 Grad sinken lassen. Montag morgen werden aber tatsächliche Temperaturen zwischen -5 bis -11 Grad erwartet und diese lassen die gefühlte Temperatur in Kombination mit den Windgeschwindigkeiten in der Nordhälfte auf verbreitet auf -10 bis -18 Grad sinken. Örtlich sogar noch etwas darunter. Vor allem bei langem Aufenthalt im Freien besteht bei nicht ausreichend schützender Kleidung akute Erfrierungsgefahr. Besonders die kälteexponierten Stellen wie die Nase oder die Ohren oder Finger und Zehen sind betroffen.

Die eisige Luft wird uns jedenfalls noch weit bis in die neue Woche begleiten und auch im Süden sinken die Temperaturen allmählich. Ganz so frostig wie in der Nordhälfte wird es jedoch nicht.

4. Februar 2021

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 03.02.2021 19:15 Uhr