gewittergefahr

Am Wochenende drohen schwere Gewitter. Wie kommt es dazu, was ist zu erwarten und wo ist die Gefahr besonders groß?

Wir liegen am Wochenende am Rand eines Hochdruckgebiets über Skandinavien. Dieses lenkt mit einer östlichen bis südöstlichen Strömung sehr warme und vor allem feuchte Luft in weite Teile der Republik. Zudem entwickelt sich über uns ein flaches langestrecktes Tief mit Schwerpunkt in einem Streifen, der vom Nordwesten bis in den Südosten und Osten des Landes reicht. Im Bereich dieses Tiefs strömt die Luft in der Horizontalen zusammen und wird damit zum Aufsteigen gezwungen. Im Endeffekt wird die Luft dadurch immer feuchter und labiler, was sehr gute Bedingungen für zahlreiche und heftige Gewitter schafft. Heftig dann insbesondere auch deswegen, weil die Strömung in größerer Höhe nur sehr schwach ist und einmal entstandene Gewitter somit kaum von Ort und Stelle kommen werden. So kann ein Platzregen entsprechend lange andauern und lokal mit Überflutungen verbunden sein. Daneben besteht die Gefahr von Hagelschlag und Sturmböen.

Wie es typisch ist für solche Gewitterlagen, wird aber nicht jeder von Unwettern betroffen sein. Am höchsten stellt sich die Gefahr eben in dem genannten Streifen dar, wie unsere Abbildung zeigt. Am wenigsten passiert wahrscheinlich in Ostseenähe, wo sich die Luft mit den fast schon tropischen Eigenschaften wegen des meist auflandigen Winds kaum wird durchsetzen können. Am Sonntag dürfte die Luft sogar im gesamten Nordosten ziemlich trocken sein. In Richtung Westen und Süden liegt das Gefahrenpotential überwiegend im moderaten Bereich, denn auch hier ist die einfließende Luft zumindest nicht ganz so feucht. Am Samstag, zum Abend hin, könnten aber auch ganz im Südwesten vermehrt schwere Gewitter auftreten, weil sich dann eventuell von der Schweiz her eine Störung nähert.        

Freitag, 12. Juni 2020

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 12.06.2020 19:15 Uhr