gewittergefahr

Kaum erreichen die Temperaturen ein sommerliches Niveau, treten bereits wieder Gewitter auf den Plan. Wir blicken darauf, wie diese sich in den nächsten Tagen über Deutschland verteilen.

Am Mittwoch ist zum einen im Norden und Osten, zum anderen im Südwesten mit einzelnen Gewittern zu rechnen, wie unsere Abbildung zeigt. Sie bemisst das Gewitterpotential qualitativ von klein über mittel bis hoch, wobei sich darin sowohl Stärke als auch Anzahl der Gewitter in einer Region widerspiegeln. Dem Südwesten nähert sich im Lauf des Tages ein Tief von Westeuropa her zusammen mit feucht-warmer Mittelmeerluft. Für lokale Gewitter reicht es hier meist nur über dem Bergland. Im Norden und Osten zeigt sich ein sogenannter Kaltlufttropfen für die Gewitter verantwortlich, der knapp nördlich der Republik von der Ost- zur Nordsee wandert. Dabei handelt es sich um ein Tiefdruckgebiet in größerer Höhe, das mit kalter Luft angefüllt und auf den Bodenwetterkarten nicht zu erkennen ist.

Am Donnerstag verliert der Kaltlufttropfen rasch an Einfluss. Dafür greift ausgehend von dem genannten westeuropäischen Tief ein Ausläufer von Frankreich und den BeNeLux-Staaten auf die westlichen Landesteile über. Gleichzeitig gewinnt dort die einfließende feucht-warme Luft weiter an Raum. Damit ist am Donnerstag häufiger mit Schauern und Gewittern zu rechnen, die stellenweise unwetterartig ausfallen können - insbesondere durch Platzregen. Im Bereich hohen Luftdrucks und trockener Luft sind nach Osten hin Gewitter kein Thema.

Für den Freitag ist keine wesentliche Änderung zu erwarten. Ruhig verläuft der Tag im Nordosten, während vor allem nach Westen hin, zumindest lokal, weiterhin mit heftigen Gewittern gerechnet werden muss.

Dienstag, 1. Juni 2021

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 01.06.2021 19:15 Uhr