hitzewellen

Der Deutsche Wetterdienst hat die Zunahme von Hitzewellen in deutschen Großstädten untersucht.

Im Zuge des Klimawandels ist es im Mittel hierzulande seit 1881, dem Beginn flächendeckender Temperaturmessungen, um etwa 1,2 Grad wärmer geworden. Dadurch nehmen auch hochsommerliche Hitzewellen systemaisch zu, die vor allem in Großstädten zu starken Hitzebelastungen führen.

Um Hitzewellen zu erfassen wurden die täglichen Höchstwerte der Lufttemperatur seit 1950 in ausgewählten Großstädten herangezogen. Lag das 14-tägige Mittel dieser Maxima über 30 Grad, so wurde eine Hitzewelle identifiziert. Am Beispiel von Hamburg, Frankfurt und München sind Jahre, in denen Hitzewellen auftraten sowie deren Intensität dargestellt.

In Hamburg trat ein solches Ereignis vor 1994 noch gar nicht auf, hier herrscht aufgrund der küstennahen Lage ein milderes Klima vor, als beispielsweise in Frankfurt am Main, wo eine systematische Zunahme solcher Hitzewellen seit 1990 deutlich zu Tage tritt. Auch in München, wo aufgrund der Höhenlage das Temperaturniveau entsprechend niedriger angesiedelt ist, als beispielsweise an Rhein und Main, ist nach der ersten Hitzewelle in 1983 eine Zunahme in den vergangenen Jahrzehnten sichtbar.

Eine der intensivsten Hitzewelle wurde verbreitet in 2003 beobachtet, dem bisher heißesten Sommer hierzulande. In Frankfurt am Main lag das 14-tägige Mittel der Höchsttemperatur damals im August bei 35,8 Grad, in Mannheim wurde dieser Extremwert mit 36,5 Grad sogar noch übertroffen. In Nord- und Ostdeutschland wirkte sich dieser Rekord-Sommer nicht so stark aus. Hier stammt der Rekord häufig aus dem Jahr 1994, als beispielsweise in Dresden ein mittleres 14-tägiges Maximum von 32,7 Grad registriert wurde. Auf Platz zwei der heißesten Sommer steht 2018, als von Ende Juli bis Anfang August in Frankfurt am Main an 18 Tagen in Folge die 30-Grad-Marke überschritten wurde.

Eine weitere markante Hitzewelle gab es vom 5. Bis 7. August 2015, dem bis dato drittwärmsten Sommer in Deutschland. Damals wurde in Kitzingen am Main mit 40,3 Grad ein neuer deutscher Hitzerekord aufgestellt. Dieser Wert wurde jedoch während der extremen Hitzewelle vom 24. bis 26. Juli 2019 gleich an 14 Stationen übertroffen. Der damals höchste registrierte Wert von 42,6 Grad steht zwar wegen des Standortes der Station in Lingen in der Kritik, was aber nicht das extreme Ausmaß dieser Hitzewelle schmälern kann.

Hitzewellen belasten den Organismus sehr stark. Vor allem ältere und kranke Menschen sowie Kleinkinder sind besonders gefährdet. In 2003 verstarben infolge des Hitzesommers nach mehreren Schätzungen europaweit etwa 70.000 Menschen vorzeitig.

 Mittwoch, 5. August 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 05.08.2020 19:15 Uhr