bodenfeuchte

Viel Niederschlag im Februar. Sind die tieferen Bodenschichten schon durchfeuchtet?

Für viele ist im letzten Monat der Regenschirm ein ständiger Begleiter gewesen. Einige wünschen sich nun endlich ein Frühlingshoch herbei. Doch ist genug Regen gefallen, um die Negativbilanz der letzten Monate auszugleichen? Wie sieht es in Sachen Bodenfeuchte aus? Haben die Pflanzen genug Wasser um zu wachsen?

Insgesamt betrachtet fielen im Deutschlandmittel diesen Winter 225 l/, das entspricht etwa 123 % des üblichen Niederschlags. Am meisten regnete es im Schwarzwald mit rund 810 l/, die Station Baiersbronn-Ruhestein meldete dort auch die höchste Tagessumme von 105,5 l/. Der Februar war dabei mit über 250 % im Mittel ausschlaggebend für die überdurchschnittliche Regenmenge. Im Dezember und Januar war es bundesweit mit etwa 80 % und 70 % zu trocken.

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zeigt, dass der überdurchschnittlich viele Regen im Februar sehr willkommen für die Böden in Deutschland ist. Momentan sind die oberen 25 cm, der sogenannte Oberboden, sehr gut mit Wasser gesättigt, teilweise sogar übersättigt. Flachwurzelnde Pflanzen haben nun gute Bedingungen um zu wachsen. Allerdings kann der Boden in  1,8 m durchaus noch mehr Regen gebrauchen, das zeigt die Abbildung. Vor allem in der Nordosthälfte Deutschlands herrscht noch immer eine extreme Dürre. Wie ist das nach all den Regentagen der vergangenen Wochen zu erklären?

Der Dezember und der Januar war vor allem in Ostdeutschland wie zum Beispiel in Brandenburg mit rund 66 % und 86% noch trockener als im Rest des Landes. Die extreme Trockenheit wie in der Abbildung gezeigt, ist vor allem aber auch in der Altlast zu ergründen. Der Sommer 2019 zeigt ein deutliches Regendefizit, besonders im Osten des Landes. Der Herbst 2019 war zwar besonders im Oktober regenreich, dennoch konnte die Negativbilanz nur abgemildert werden.

Jedoch ist die Trockenheit momentan auf dem Rückzug, denn in den letzten 14 Tagen ist viel Regen gefallen, der dann erst mal in tiefere Schichten einsickern muss, bevor dieser dann in die Statistik aufgenommen werden kann. Ist der Boden bereits gesättigt, so fließt neuer Regen erst mal über die Oberfläche ab. Deshalb ist für den Boden Regen über einen längeren Zeitraum nützlicher als hohe Niederschlagssummen in kurzer Zeit. Da aber die niederschlagsreichen Tage vorerst kein Ende finden sollen, besteht die Hoffnung auf ein Ende der Trockenheit in tieferen Bodenschichten.

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 04.03.2020 19:15 Uhr