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Was bedeuten die Begriffe in den Wettervorhersagen?

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was der Unterschied zwischen strichweisem und örtlichem Regen ist? Im Wetterbericht finden Begriffe aus dem allgemeinen Sprachgebrauch Verwendung, deren meteorologische Bedeutung und Abgrenzung nur wenigen genau bekannt ist. Die folgenden Erläuterungen sollen hier etwas Licht ins Dunkel bringen.

Die Textprognosen beziehen sich auf unterschiedliche Wetterelemente, wie Bewölkung, Niederschlag, Wind oder Temperatur. Beginnen wir zunächst mit der Bewölkung. In der Meteorologie wird der Bedeckungsgrad des Himmels in Achtel eingeteilt. Zudem werden tiefe Wolken, die bis in einer Höhe von etwa zwei Kilometer reichen von mittleren Wolken unterschieden, die sich zwischen zwei und fünf Kilometeren befinden. Bis in eine Höhe von etwa 10 Kilometer gibt es darüber noch die hohen Wolken. In Wetterberichten orientiert man sich nun an folgenden begrifflichen Abgrenzungen:

heiter: bis zwei Achtel tiefe oder mittelhohe Wolken, bis acht Achtel hohe Wolken

leicht bewölkt: zwei Achtel bis drei Achtel tiefe oder mittelhohe Wolken

wolkig: drei Achtel bis fünf Achtel tiefe oder mittelhohe Wolken

stark bewölkt: sechs Achtel bis sieben Achtel tiefe oder mittelhohe Wolken

bedeckt: acht Achtel tiefe oder mittelhohe Wolken

wechselnd bewölkt: Unregelmäßige und rasche Änderung im Bedeckungsgrad mit tiefen und mittelhohen Wolken.

Zur Beschreibung der Intensität des Niederschlags finden folgende Begriffe Verwendung:

trocken: es ist kein Niederschlag zu erwarten

leicht: 0,3 bis 2 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden

mäßig: 2 bis 5 Liter in 12 Stunden

stark: über 5 Liter in 12 Stunden

Die Niederschlagsverbreitung wird folgendermaßen beschrieben:

vereinzelt, örtlich: Niederschlag gibt es nur in sehr kleinen Teilen des Vorhersagegebietes

strichweise, gebietsweise: Niederschlag auf Flächen der Größe von Regierungsbezirken

vielfach: an vielen Orten, aber nicht unbedingt zusammenhängend (typisches Schauerwetter)

verbreitet: an mehr als der Hälfte aller Orte

Auch die Beschreibung der Niederschlagsdauer ist begrifflich festgelegt:

gelegentlich: einzelne Niederschläge in einem größeren zeitlichen Abstand

zeitweise: in einem oder mehreren Zeitabschnitten

wiederholt: mehrere aufeinanderfolgende Ereignisse

länger anhaltend: über mehrere Stunden

Die Umschreibung der Höchsttemperatur hängt von der Jahreszeit ab:

Dezember bis Februar sind Höchstwerte unter 0 Grad kalt, unter 2 Grad ziemlich kalt, um 3 Grad normal, 3 bis 8 mild, 8 bis 12 sehr mild und über 12 ungewöhnlich mild.

Im März und November gelten Höchstwerte unter 2 Grad als kalt, 2 bis 6 als ziemlich kalt, 6 bis 10 als normal, 8 bis 12 als mild, 12 bis 16 als sehr mild und über 16 Grad als warm.

Im April und Oktober ist es bei Höchstwerten unter 4 Grad kalt, bei 4 bis 6 ziemlich kalt, bei 6 bis 10 kühl, bei 10 bis 12 normal, bei 12 bis 16 mild, bei 16 bis 20 sehr mild und über 20 Grad warm.

Und schließlich werden Höchstwerte von Mai bis September folgendermaßen bezeichnet: unter 8 Grad ist es kalt, bei 9 bis 13 ist es sehr kühl, bei 13 bis 17 kühl, 17 bis 21 ist mäßig warm, 21 bis 25 ist warm, 20 bis 25 gilt als normal, 25 bis 28 als sehr warm und über 28 Grad ist es heiß.

Für einen Sommertag muss die Höchsttemperatur über 25 Grad ansteigen, werden 30 Grad oder mehrt erreicht, spricht man von einem Hitzetag, steigt sie hingegen nicht über den Gefrierpunkt, von einem Eistag.

Sinkt lediglich die Tiefsttemperatur unter 0 Grad ab, hat man es mit einem Frosttag zu tun. Dabei spricht man bei Tiefstwerten bis -2 Grad von leichtem Frost, bis -5 von mäßigem, bis -10 von mäßigem und bei Tiefstwerten unter -10 Grad von strengem Frost. Sinkt die Temperatur in sternklaren Winternächten unter -15 Grad ab gibt es sehr strengen Frost. Aktuell etwas greifbarer sind Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad (plus) absinkt.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 10.07.2019 19:15 Uhr