waldbrandgefahrenindex

Vor allem im Südwesten ist bis Samstag die Waldbrandgefahr sehr hoch.

Durch die geringen Regenmengen der vergangenen Wochen sind die oberen Bodenschichten vor allem in der Mitte und im Westen Deutschlands bereits wieder sehr trocken. Die hohe Verdunstungsrate infolge des aktuellen Temperaturniveaus verschärft die Lage bis Samstag noch weiter.

Die Waldbrandgefahr wird, wie international üblich, in fünf Gefahrenstufen unterteilt und reicht von Stufe 1 (sehr gering) bis Stufe 5 (sehr hoch). Bei der Ermittlung der Gefahrenstufe werden die Höchsttemperatur, die relative Luftfeuchte, die Windgeschwindigkeit und natürlich die Niederschlagssumme berücksichtigt. Weiterhin spielt der Vegetationsstand eine bedeutende Rolle, weswegen anhand von sogenannten Zeigerpflanzen der Entwicklungsstand der Pflanzen abgeschätzt wird.

Die unterschiedlichen Baumarten werden hinsichtlich ihrer Zünd- und Brennfähigkeit in drei Klassen eingeteilt. Dadurch wird es möglich, die unterschiedlichen Waldlandschaften hinsichtlich ihres Baumbestandes zu bewerten und regionale Korrekturen der Gefährdungsstufen vorzunehmen. Der Deutsche Wetterdienst berechnet routinemäßig die Waldbrandgefahr in Deutschland und stellt täglich aktualisierte Gefahrenkarten im Internet bereit.

In den gefährdeten Regionen verbietet sich selbstredend offenes Feuer. Auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann bereits einen Brand auslösen. Selbst eine Glasscherbe oder die Abwärme eines Motors kann trockenes Gras entfachen. In der Folge stellt sich vorübergehend eine wechselhafte und kühlere Witterung ein, wodurch sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannt.

Freitag, 31. Juli 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 31.07.2020 19:15 Uhr