waldbrandgefahr
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Eine Schattenseite des warmen und trockenen Sommerwetters ist die Waldbrandgefahr. Wie lässt sich diese meteorologisch bewerten und wie stellt sich die momentane Situation dar?

Zur Einschätzung der potentiellen Gefährdung durch Waldbrände aus meteorologischer Sicht gibt der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex heraus. Seine aktuelle Verteilung in Deutschland zeigt die Abbildung. Mit den von 1 bis 5 reichenden Stufen (sehr gering bis sehr hoch) wächst die lokale Waldbrandgefahr.

Welche der Stufen errechnet wird, hängt prinzipiell davon ab, wie wahrscheinlich ein Entzünden der Bodenauflage (gefallenes Laub, Nadeln etc.) ist, wie viel an brennbarer Biomasse im Wald vorliegt und wie schnell sich ein einmal entstandenes Feuer ausbreiten würde. In die Ermittlung des Index fließen die Werte der Lufttemperatur, der relativen Feuchte, der Niederschlagsmenge, der Windgeschwindigkeit, der Bodenfeuchte und weiterer Größen ein.

In den vergangenen Tagen und Wochen gab es hauptsächlich Hochdruckwetterlagen. So blieben flächendeckende Niederschläge in vielen Landesteilen aus. Dies spiegelt auch der Waldbrandgefahrenindex aktuell wider. Verbreitet liegt dieser im mittleren bis hohen Bereich. Insbesondere für Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Niedersachsens, Bayerns und Hessens gilt die höchste Gefahrenstufe 5. Weitaus weniger dramatisch präsentiert sich die Lage ganz im Süden und Südwesten. Dort hat es im Gegensatz zum Rest der Republik doch immer wieder mal geregnet. Auch heute bringt in diesen Regionen feuchtere Luft, Wolken sowie Schauer und Gewitter.

In den nächsten Tagen dürften sich die Gebiete mit sehr hoher Waldbrandgefahr wegen ausbleibender Tiefdrucklagen insbesondere in den nördlichen Landesteilen weiter ausdehnen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr/ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 04.07.2018 19:15 Uhr