hundstage
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Was hat die heißeste Zeit im Jahr mit Hunden zu tun?

Vergangenen Dienstag begannen die sog. Hundstage, die bis zum 23. August andauern und in unseren Breiten typischerweise die heißeste Zeit des Jahres umfassen. Jedoch hat der Name nichts mit Hunden zu tun, denen die Zunge bei tierischer Hitze vor lauter Hecheln aus dem Halse hängen mag.

Der Ursprung der Namensgebung liegt Jahrtausende zurück. Denn in der Antike fiel der Aufgang des Sternbildes Großer Hund (lat. Canis Major) und damit auch der seines hellsten Sternes Sirius in der Morgendämmerung in dieses Zeitfenster. Mittlerweile hat sich dieses astronomische Ereignis durch die Eigenbewegung des Sternbildes und das als Präzession bezeichnete Torkeln der Erdachse um etwa 5 Wochen nach hinten verschoben. Der Name ist jedoch geblieben und so heißen beispielsweise die Sommerferien in Russland in Anlehnung an den Großen Hund auch heute noch Kanikuly.

Für die alten Griechen verursachte das Zusammenwirken der Sonne und des Sirius erst die große Sommerhitze und arabische Astronomen erkannten im Hitzeflimmern gar den herabtropfenden Speichel des großen Hundssterns.

Tatsächlich hat der Lauf der Sterne natürlich nichts mit dem Verlauf der Jahreszeiten in der irdischen Atmosphäre zu tun. Vielmehr liegt der zeitliche Versatz zwischen dem Sonnenhöchstsand am 21. Juni und er größten Hitze im Juli und August in der Trägheit der Ozeane begründet, welche sich über den Sommer erst langsam erwärmen und diese Wärme dann  wiederum an unteren Luftschichten abgeben. Aus diesem Grund kann es bis in den September hinein noch sommerlich warm sein, wogegen sich der Spätwinter infolge langsam ausgekühlter Meere noch bis Anfang April hinziehen kann.

Montag, 29. Juli 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 29.07.2019 19:15 Uhr