Hurrikan Delta

Hurrikan Delta liegt momentan im Golf von Mexiko und wird sich in den kommenden Stunden, bevor er dann gegen 13 Uhr Ortszeit am Freitag Mittag auf die Küste Louisianas trifft, noch verstärken. Zuvor ist er schon über Yukatan gezogen und Teile Mexikos gezogen und hat dort bereits große Schäden angerichtet.

Tropische Stürme werden anhand ihrer mittleren Spitzengeschwindigkeit verschiedenen Kategorien (1-5) zugeordnet. Bis zu einer Windgeschwindigkeit von 118 km/h gelten sie als einfacher tropischer Sturm. Ab 119 km/h werden sie erstmals in die Kategorie 1 eingestuft. Zum Vergleich: Bei uns gilt jeder Sturm ab 118 km/h als Orkan und bekommt auf der Beaufortskala die höchste Stufe 12. Ab einer Windgeschwindigkeit von 178 km/h wird ein Hurrikan in der Kategorie 3 als schwerer Hurrikan eingestuft.

Zur Zeit wird Hurrikan Delta der Kategorie zwei zugeordnet. In seiner Zugbahn war er aber auch schon um einiges stärker. Am 4. Oktober hatte das National Hurrican Center (NHC) mit Hauptsitz in Miami den werden Sturm schon im Blick und am 5. Oktober bekam der tropische Sturm seinen Namen Delta. Er ist der 25. benannte Sturm der Hurrikansaison 2020 und hat damit den Rekord des frühesten 25. Sturms um 41 Tage unterschritten. Innerhalb von nur 24 Stunden intensivierte sich von Delta von Windgeschwindigkeiten von nur 55 km/h auf 215 km/h und wurde damit in Kategorie 4 eingestuft. Das war die schnellste Intensivierung im Atlantik seit Hurrikan Wilma im Jahr 2005. Hurrikan Delta ist auch der stärkste Hurrikan im Atlantik, der jemals einen griechischen Namen erhielt. Normalerweise werden 21 Namen für jede Hurrikansaison festgelegt. Entstehen mehr Stürme, greift das NHC auf das griechische Alphabet zur Benennung zurück.

Nach der rapiden Intensivierung auf Kategorie 4, schwächte sich Hurrikan Delta kurzzeitig wieder auf Kategorie zwei ab, bevor er auf Mexiko und Yukatan traf. Der Grund dafür war eine verstärkte Windscherung, also eine Windrichtungs- und Windgeschwindigkeitsänderung mit der Höhe. Wird das Sturmzentrum durch so eine Windscherung gekippt, kann die in sich sehr effiziente Zirkulation des Sturms nicht mehr so gut aufrechterhalten werden und der Sturm schwächt sich ab. Mittlerweile befindet sich Delta aber wieder in einem Gebiet niedriger Windscherung und weiterhin über warmen Gewässern im Golf von Mexiko, sodass eine Reintensivierung des Sturms in den nächsten 24 Stunden stattfinden kann. Es wird erwartet, dass Delta mindestens wieder die Kategorie 3 als schwerer Hurrikan erreicht und sich erst kurz vor dem Landgang an der Südküste der USA wieder abschwächt. Über dem Land wird sich der Sturm dann sehr schnell abschwächen, da ihm die Energiezufuhr abgeschnitten wird und Land zu viel Reibung erzeugt. In den Küstengebieten wird zunächst jedoch vor markanten Überschwemmungen und Schäden durch die hohen Windgeschwindigkeiten gewarnt. Die Überreste des Hurrikans werden bis Anfang nächster Woche in Richtung Nordwesten ziehen und für starke Regenfälle im Landesinneren sorgen.

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion