rueckblick

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war es hierzulande nur 2018 wärmer.

Mit 10,4 Grad lag die bundesweite Mitteltemperatur in 2020 um 2,2 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, der aktuell noch gültigen Klimanormalperiode. Damit wird 2020 vor 2014 als zweitwärmstes Jahr in Deutschland in die Annalen eingehen.

Der Abstand zum Wert aus 2018 ist aber recht knapp. Es besteht also noch eine kleine Chance, dass nach Auswertungen weiterer Messungen in den kommenden Tagen, 2020 sogar noch das wärmste Jahr wird. Die fünf wärmsten Jahre traten in Deutschland somit alle nach 2013 auf, das letzte kühle Jahr mit einer Abweichung von minus 0,4 Grad war 2010.

Lediglich der Mai war etwas zu kühl und wies mit minus 0,2 Grad eine negative Abweichung auf. Sonst lagen alle Monatsmittel über dem Durchschnitte. Sowohl der Februar (plus 4,9 Grad), als auch der August (plus 3,4 Grad) waren jeweils die zweitwärmsten Monate seit 1881.

Insgesamt fielen deutschlandweit etwa 88 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, jedoch war es nach einem sehr niederschlagsreichen Februar (257 Prozent) vor allem im April (28 Prozent), im Mai (54 Prozent) und im Juli (68 Prozent) sehr trocken. Auch im November war es mit lediglich 32 Prozent erneut sehr trocken. Somit konnte das Wasserdefizit in den tieferen Bodenschichten nach den trockenen Vorjahren 2018 und 2019 noch nicht ausgeglichen werden.

Mit etwa 1870 Stunden schien die Sonne 20 Prozent länger als im Klimamittel. Damit war 2020 ein sonniges Jahr, reicht aber noch nicht an den Rekord von 2021 Stunden bzw. einem Überschuss von 34 Prozent aus dem Jahr 2003 heran. Besonders sonnig waren der März (plus 57 Prozent) sowie der sonst so trübe November (plus 58 Prozent), welcher der drittsonnigste seit Messbeginn im Jahr 1951 war.

Dienstag, 29. Dezember 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 29.12.2020 19:15 Uhr