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Am Freitag endet das wechselhafte Intermezzo. Der Sommer kehrt zu seiner seit vielen Wochen eingeschlagenen Linie mit Wärme und Sonnenschein zurück. Dort, wo es jetzt nicht ausreichend geregnet hat, wird sich die Trockenheit verschärfen.

Die Regenausbeute durch das Höhentief dieser Woche fiel wie erwartet sehr unterschiedlich aus. Immerhin regnete es tatsächlich dort am meisten, wo der Regen mit am dringendsten gebraucht wurde. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern summierte sich der Regen verbreitet auf Werte um 30 l/m², teilweise regnete es über 50 l/m². Für ein paar Regionen gab es sogar Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes vor Starkregen. Bis Freitag wird der Regen weitestgehend der Vergangenheit angehören. Leider befanden sich Teile von Sachsen-Anhalt und Thüringen in einem Regenloch, während es überall außenherum deutlich nasser war. Dort wird sich die Trockenheit weiter verschärfen. Zunehmend ein Problem wird sie auch im Westen von Nordrhein-Westfalen, in Südhessen, in Teilen von Rheinland-Pfalz und in Nordbaden. Dort hatte es im Mai noch mehr geregnet als in den anderen Dürreregionen Deutschlands, in den letzten 4 Wochen aber fast nicht mehr.

Doch was des einen Leid ist, ist des anderen Freud. Es wird wieder sonnig und warm. Einige Bauern wird es nicht freuen, dafür aber die Besitzer von Cafés, Eisdielen, Freizeitparks, Schwimmbädern und alle Bürger, die ihre Freizeit dort oder auf andere Art im Freien verbringen möchten. Bereits der Freitag wird freundlich und im Osten gibt es nur noch einzelne Schauer und Gewitter. Mitte Juli haben wir gegenüber dem Sonnenhöchststand am 21. Juni bereits 20 Minuten an Tageslänge verloren. Dennoch kann die Sonne theoretisch noch für knapp 16 Stunden scheinen. Mehr als 10 Stunden Sonnenschein erwarten uns in den meisten Regionen an beiden Wochenendtagen. Weniger wird es nur am Samstag im Nordseeumfeld. Dort stören vor allem am Vormittag noch einige tiefe Wolkenfelder. Auf über 13 Stunden summiert sich der Sonnenschein am Samstag im Südwesten und in einem Streifen vom Osten bis nach Nordrhein-Westfalen. Am Sonntag scheint die Sonne vom Südwesten und Westen bis in die Mitte für 13 bis 16 Stunden. An beiden Wochenendtagen gibt es nur über den Bergen vereinzelte Wärmegewitter. Für die meisten von uns bleibt es trocken. Von höheren Berglagen und den Küsten abgesehen wird es 23 bis 30 Grad warm, am Oberrhein bis 32 Grad. Im Laufe der kommenden Woche nimmt die Gewitterneigung voraussichtlich zu. Dazu gehen die Temperaturen etwas zurück, es bleibt aber warm. Flächiger Landregen ist nicht in Sicht.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Dr. Ingo Bertram

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 12.07.2018 19:15 Uhr