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Nun ist sie also da. Die lang angekündigte Kältewelle. Doch wie lang wird sie bleiben?

Unsere Abbildung zeigt den zeitlichen Verlauf der Höchsttemperatur für Frankfurt am Main, beginnend mit dem heutigen Montag. Es handelt sich um eine so genannte Ensemblevorhersage. Sie setzt sich aus einer größeren Anzahl an Modellvorhersagen zusammen (dünne Kurven), die jeweils von einem leicht veränderten Anfangszustand der Atmosphäre zum Starttermin der Modellrechnungen (hier 0 Uhr Weltzeit) ausgehen.

Mit Hilfe solcher Ensemblerechnungen kann abgeschätzt werden, wie zuverlässig die Vorhersage für diesen bestimmten Zeitpunkt ist. Je enger beieinander die Kurven verlaufen, desto verlässlicher stellt sich die Prognose dar. Naturgemäß streuen die Kurven umso mehr, je weiter der Blick in die Zukunft geht. Die dicke rote Linie zeigt das klimatische Mittel der Temperatur, die dicke schwarze den Mittelwert aller Modellrechnungen.

Ein kräftiges und sehr ausgedehntes Hochdruckgebiet überdeckt aktuell die mittleren und nördlichen Teile Europas. Wir liegen an seiner Südseite in einer nordöstlichen Strömung. Mit ihr gelangt in breitem Strom extrem kalte Luft aus den Norden Russlands zu uns. Eine Luftmasse, wie sie um diese Jahreszeit kaum kälter sein könnte.

So herrscht selbst in den Niederungen Westdeutschlands in den nächsten Tagen leichter Dauerfrost, wie etwa in Frankfurt am Main (siehe Abbildung). Dies trotz zeitweiligem Sonnenschein und der bereits relativ hoch stehenden Sonne. Bis einschließlich Mittwoch wird die Kältewelle unvermindert anhalten.

Nach Wochenmitte wird das Hochdruckgebiet schwächer und an Einfluss verlieren. So können atlantische Tiefdruckgebiete zumindest wieder bis in den Westen Europas vordringen. Wir gelangen auf deren Vorderseite und die eisige Nordoströmung wird mehr und mehr nachlassen. Unterdessen wird von Südwesten her mildere Luft nach Deutschland vorstoßen.

Die mildere Luft wird sich in den südwestlichen Landesteilen bald schon bemerkbar machen, während der Nordosten voraussichtlich erst gegen Ende der Woche aus dem Dauerfrost heraus kommen wird. In Frankfurt am Main werden ab Freitag tagsüber wieder Plusgrade erwartet, und am Wochenende sind sogar Werte von mehr als 10 Grad drin.

Der Luftmassenwechsel wird ab Freitag gebietsweise mit Schnee oder Eisregen verbunden sein. Entsprechend kann es auf den Straßen und Wegen vorübergehend sehr glatt werden.

Montag, 26. Februar 2018

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr/ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 26.02.2018 19:15 Uhr