kaltenacht
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In der Nacht auf Montag gab es der Mitte verbreitet strengen Frost.

Am kältesten war es am Montagmorgen im Erzgebirge: In Deutschneudorf-Brüderwiese wurden in zwei Metern Höhe minus 18,4 Grad gemessen. Direkt über dem Erdboden war es mit minus 22 Grad sogar noch kälter. Aber auch in der Landesmitte, wie beispielsweise im hessischen Burgwald-Bottendorf gab es mit minus 13,9 Grad strengen Frost.

Wie tief jedoch die Temperatur absinken kann hängt vor allem von der Bewölkung und den Windverhältnissen ab. Denn der Erdboden strahlt in sternklaren Nächten am effektivsten Wärme in den Weltraum ab. So sank die Temperatur im Süden unter Wolken auch deutlich weniger stark ab, wie beispielsweise in Villingen-Schwenningen, wo es mit -2,9 Grad nur leichten Frost gab. Auch im Nordosten verhinderte eine schützende Wolkendecke das Absinken der Temperatur. So blieb es auch in Greifswald mit minus 3,4 Grad vergleichsweise mild.

Bei windschwachen Bedingungen kommen die unteren Luftschichten zur Ruhe, so dass sich kalte Luft in Muldenlagen sammeln kann. In diesen Kältelöchern kann es dann in einer langen Winternacht sehr stark auskühlen. Bestes Beispiel ist der Funtensee im Berchtesgadener Land, an dem in einem natürlichen Kessel auf 1600 Meter Höhe gelegen mit -45,8 Grad die bisher tiefste Temperatur in Deutschland gemessen wurde. Der amtliche deutsche Kälterekord an einer Station im Flachland beträgt minus 37,8 Grad, gemessen am 12.2.1929 in Wolznach-Hüll bei Ingolstadt.

Auch in der kommenden Nacht wird es in der Mitte abseits von regionalem Hochnebel wieder oft sterneklar, so dass dort erneut mit strengem Frost unter minus 10 Grad gerechnet werden muss. In den darauf folgenden Nächten wird dichtere Bewölkung ein verbreitetes Auskühlen der bodennahen Luftschichten erschweren.

Jedoch könnte etwas Neuschnee im Westen den Nachtfrost wiederum verschärfen. Denn eine geschlossene Schneedecke reflektiert einerseits Strahlung von oben, was tagsüber die Erwärmung abschwächt, andererseits isoliert der Schnee gegenüber der Wärmeabgabe vom Erdboden. Beide Effekte begünstigen die nächtliche Auskühlung. Falls es dann zusätzlich noch aufklart, kann es bei weiterhin windschwachen Verhältnissen in Muldenlagen noch kälter werden als vergangene Nacht.

Montag, 21. Januar 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 21.01.2019 19:15 Uhr